Carola Pönisch

Elbpegel 54 Zentimeter: Langsam wird's kritisch

Dresden. Normalerweise liegt der Elbpegel in Dresden bei 1,75 Metern. Derzeit stehen an der Pegelanzeige auf dem Theaterkahn nur 54 Zentimeter (Stand Sonntagabend). Die Sächsische Dampfschifffahrt kommt damit an ihre Grenzen

Der Elbe geht das Wasser aus. Und das bereits Anfang Juli. Was nicht verwundert, gab es doch seit April kaum nennenswerte Niederschläge.

Aktuell misst der Pegel an der Augustusbrücke gerade mal 54 Zentimeter Wassertiefe, in der Fahrrinne elbmittig dürften es einige Zentimeter mehr sein. Trotz herrscht bei der Sächsischen Dampfschiffahrt GmbH Krisenstimmung. Aktuell sind nur die "Schifffahrten zu Wasser" (Terrassenufer bis Blasewitz und zurück) zwischen 10 und 16 Uhr möglich, die Servicestationen Pillnitz, Pirna, Kurort Rathen, Königstein und Bad Schandau bleiben geschlossen und Fahrten in die Sächsische Schweiz sowie nach Diesbar entfallen. Eingesetzt werden können ohnehin nur noch die "Leipzig" und die "Diesbar", weil sie den geringsten Tiefgang haben - außerdem fahren sie nicht mehr mit voller Besetzung.

Heute (Montag, 9. Juli) entscheidet das Unternehmen, wie es ab morgen weitergeht.

Kein Regen in Sicht

Die Wetterprognosen sehen für den Dresdner Raum auch in dieser Woche keine Entspannung. Zwar sollen die Temperaturen am Dienstag und Mittwoch auf 15 bis 20 Grad zurück gehen, aber schon ab Freitag sehen die Meteorologen wieder Hitze mit bis zu 30 Grad am Horizont aufziehen. Der Pegel der Elbe dürfte damit weiter dramatisch zurück gehen.

Fähre wieder in Betrieb 

Die Autofähre zwischen Kleinzschachwitz und Pillnitz ist wieder in Betrieb. Nach dem Umbau des Anlegers in Kleinzschachwitz kann trotz Niedrigwassers wieder beidseits angelegt werden.

Aufgrund des niedrigen Pegelstandes der Elbe musste die Autofähre am gestrigen Sonntag (8. Juli)  10:15 Uhr ihren Betrieb einstellen. An der Landestelle in Kleinzschachwitz drohten Grundberührungen, so dass die Fährleute aus Sicherheitsgründen auf die weitere Fahrt mit der „Schlossfähre“ verzichteten. Stattdessen wurden Passagiere und Fahrräder zwischen Pillnitz und Kleinzschachwitz mit der Personenfähre befördert.      

Am Montagmorgen begutachteten die Fährleute die strömungsbedingten Veränderungen des Grundes im Flussbett der Elbe unmittelbar an der Fährstelle Kleinzschachwitz genauer. Es zeichnete sich eine Lösung ab, durch die geringfügige Verschiebung der Landestelle wieder genug Wasser unter den Kiel zu bekommen. Deshalb setzt die Autofähre trotz Niedrigwassers ihren Betrieb fort. Bei Bedarf reduzieren die Fährleute Anzahl der pro Fahrt mitgenommenen Fahrzeuge und Passagiere. Das verringert den Tiefgang der Fähre.  

 

 

 

 

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.