André Schramm

Dörte's Dancing

Dresden. Am 9. Februar ist Dresden Tanzhauptstadt. Ostdeutschlands größter Tanzpokal, der DDP-Cup, wird in der Messe ausgetragen, vielleicht sogar mit internationaler Beteiligung. Auf jeden Fall mit Medaillen.

Eine kleine Turnhalle in Hoyerswerda im Januar 2001. Gerade einmal 120 Besucher sind zur ersten Auflage des DDP-Cup da und verfolgen die Darbietungen von elf Tanzgruppen. Die Show hält sich in Grenzen, die Kategorien auch. Es gibt nur eine. "Wir waren damals ständig in der ganzen Republik unterwegs und wollten einfach mal zu Hause etwas auf die Beine stellen", sagt Dörte Freitag zur Idee. Die kam an und wurde über die Jahre immer größer. Zur 19. Auflage am 9. Februar werden nun 1.000 Tänzerinnen und Tänzer am Messering erwartet. Die 3.500 Besucher-Tickets sind längst weg.

"53 Teams gehen an den Start. Den weitesten Weg hat die Gruppe 2K.UP. Sie kommt aus Rust, trainiert tatsächlich im Europapark", sagt die Veranstalterin. Wobei sich das noch ändern kann. Ein Team aus der Ukraine hat sich auch eingeschrieben. "Wir sind gespannt, ob sie tatsächlich dabei sind", erzählt Dörte weiter. Der Kontakt kam über einen Wettkampf in Berlin zustande.

Aber auch die Region ist ordentlich vertreten: Coswiger, Riesaer, Weißwasseraner, Freitaler, Dresdner und natürlich Hoyerswerdaer Tänzerinnen und Tänzer präsentieren sich in sechs Kategorien dem Publikum. "Tierisch gut" aus Berlin reist gleich mit 50 Leuten an. Der Verein hat sich dem Tierschutz verschrieben. "Gerade im Showdance erleben wir immer häufiger, dass aktuelle und ernste Themen den Weg auf die Bühne finden, wie beispielsweise Rassismus oder Gewalt an Frauen", erzählt die Personal Trainerin weiter. Was sie besonders freut, sei der Zusammenhalt. "Man feuert sich gegenseitig an, es entstehen Freundschaften", sagt sie. Die Show hinter der Bühne sei mindestens genauso gut wie davor.

12 Teams stehen auf der Warteliste, und wahrscheinlich hätte man auch noch viele Tickets verkaufen können. "Größer soll die Veranstaltung nicht werden", meint deren Urheberin. Die Logistik sei so schon enorm. Bis zu 60 Helfer sorgen dafür, dass alles reibungslos verläuft. Zudem müssen die Teams mit weiterer Anreise einen Schlafplatz bekommen – einen, der das Vereinsbudget nicht sprengt. Den DDP-Cup als Qualifikationsturnier für große Wettbewerbe zu deklarieren ist auch nicht einfach. "Wir müssten dann in vielen Verbänden Mitglied sein. Außerdem sind Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene sehr nüchtern. Uns geht es darum, die Menschen zu unterhalten", sagt die mehrfache Hip-Hop-Weltmeisterin.

Der DDP-Cup (Dörtes Dance Project) hat aber auch an anderer Stelle Interesse geweckt – bei Sponsoren. Die Ostsächsische Sparkasse Dresden ist dieses Jahr neu an Bord. "Es gibt schon viele Jahre gute Verbindungen. Wir wollen mit unserem Engagement den Nischen-Sport mehr ins Rampenlicht rücken, denn die Qualität der Veranstaltung braucht sich absolut nicht zu verstecken", sagt Jan Klemmer von der Sparkasse. Für die Autohaus Dresden GmbH ist neben der Qualität auch die Zielgruppe entscheidend. "Wir erreichen hier ein Publikum, das sonst sehr schwer oder gar nicht zu erreichen ist", meint Autohaus-Geschäftsführer Christian Schleicher. Der WochenKurier gehört ebenfalls zum Unterstützerkreis, fast seit Anfang an. 

Und Dörte? Sie muss nebenbei noch ein neues Zuhause finden. Das Studio im Dreikaiserhof sei so gut wie Geschichte, sagt sie. Dafür hat sie dieses Jahr eine Sache hinbekommen – eine Angelegenheit, die sie in ihrer aktiven Laufbahn stets vermisst hatte. "Medaillen, es gibt endlich Medaillen", sagt sie. Höchste Zeit nach 19 Jahren.

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