gb

11.000 Menschen gedachten Hand in Hand

Am Donnerstag, 13. Februar, beging Dresden den 75. Jahrestag der Zerstörung der Innenstadt während des Zweiten Weltkriegs. 18 Uhr reihten sich rund 11.000 Menschen gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Michael Kretschmer, Seiner Königlichen Hoheit, Herzog von Kent, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Gästen aus den Partnerstädten Breslau, Columbus, Coventry, Hamburg, Straßburg, sowie der befreundeten Stadt Gostyñ und vom Dresden Trust in eine Menschenkette ein. Bekannte und Unbekannte, Nachbarn, Freunde, Familien, Dresdnerinnen und Dresdner, Gäste reichten sich die Hände. Bis 18.13 Uhr läuteten die Glocken der Dresdner Innenstadtkirchen. Die etwa vier Kilometer lange Menschenkette umschließt das Stadtzentrum und wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen.

„Seitdem verbinden die Dresdnerinnen und Dresdner hier Hand in Hand das Gedenken mit einem friedlichen Zeichen gegen Hass und Gewalt. Am 13. Februar zeigt Dresden, dass wir Spaltungen überwinden können, wenn wir auf der Basis unserer gesellschaftlichen Grundwerte nach Wegen der Zusammenarbeit suchen. Nur so treten wir wachsendem Nationalismus und Rechtspopulismus entgegen. Sie stellen die Errungenschaften einer demokratischen Erinnerungskultur in Frage und bereiten so den Boden für neue Konflikte“, sagt Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert.

In seiner Rede zum Auftakt der Menschenkette betonte Oberbürgermeister Dirk Hilbert, welch Geschenk es für Dresden, Deutschland und Mitteleuropa sei, seit 75 Jahren – in etwa ein Menschenleben – in Frieden zu leben. „Das ist nicht selbstverständlich. Deshalb müssen wir darüber nachdenken, in welchem historischen Zusammenhang der 13. Februar 1945 steht. Und wir müssen weiterdenken, um auch unseren Kindern ein Leben in Frieden zu sichern. Wenn Dresdens Schicksal als einzigartig bezeichnet werden kann, dann deshalb, weil die Stadt ein Ort der Versöhnung ist. Kein anderes Zeichen darf von Dresdens Straßen ausgehen. Setzen wir uns alle dafür ein!“.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte: „Von Dresden geht heute eine klare Botschaft von Frieden und Versöhnung aus. Die Menschenkette steht beispielhaft für ein würdiges Gedenken, für starkes bürgerschaftliches Engagement und für die Übernahme von Verantwortung für unsere Zukunft. Es ist für mich immer wieder ein bewegender Moment, wenn die Dresdnerinnen und Dresdner und viele Menschen, die sich dieser Stadt verbunden fühlen, einander die Hände reichen. Sie schützen damit symbolisch ihre Stadt vor Extremisten und Demokratieverächtern, im Zentrum die wiederaufgebaute Frauenkirche, die heute weltweit als Zeichen der Versöhnung und Mahnmal für „Nie wieder Krieg“ gilt.“

Zuvor nahmen die Ehrengäste an einer Gedenkveranstaltung im Kulturpalast teil. Teil der Veranstaltung war eine Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur, die in ausführlicher Form und vor öffentlichem Publikum ab 19 Uhr im Albertinum fortgesetzt wird. Im Podium saßen unter anderem Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (ehem. Bundesjustizministerin und NRW Antisemitismus-Beauftragte) und Rafal Dutkiewicz (ehem. Oberbürgermeister Wroclaw). Die Veranstaltung wird parteiübergreifend von politischen Stiftungen getragen. Eine solche Kooperation gab es in Deutschland bisher noch nicht.

Den Blick weitet ein internationaler Kongress am 14. und 15. Februar, bei dem unter anderem der Bürgermeister Hiroshimas per Videobotschaft, der Sprecher des Rote-Khmer-Tribunals und Chiles ehemalige Bildungsministerin den Umgang mit schmerzhafter Erinnerung in ihren Ländern reflektieren. Teil des umfangreichen Veranstaltungsangebots rund um den 13. Februar in Dresden waren außerdem ein Schülergipfel, Veranstaltungen an Gedenkstätten für die Opfer der Bombardierung und des Nationalsozialismus sowie Gottesdienste. Zum stillen Gedenken lädt die Frauenkirche ein, die in Folge des Luftangriffs einstürzte und als Zeichen für Frieden und Versöhnung wiederaufgebaut wurde. Wiederaufbau und Versöhnungsarbeit sind ein besonderer Verdienst des British Dresden Trust, dessen Königlicher Schirmherr, Seine Königliche Hoheit, der Herzog von Kent, Ehrengast als Ehrengast in Dresden weilte.

Dresden war eine von vielen Städten, die im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe weitgehend zerstört wurden. Nationalsozialisten und DDR nutzten die Ereignisse für ihre Propaganda, so dass der 13. Februar bis heute umstritten bleibt.

Umfangreiche Informationen zum 13. Februar stehen hier: 13februar.dresden.de 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

11.000 Menschen gedachten Hand in Hand

Dresden. Am Donnerstag, 13. Februar, beging Dresden den 75. Jahrestag der Zerstörung der Innenstadt während des Zweiten Weltkriegs. 18 Uhr reihten sich rund 11.000 Menschen gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Michael Kretschmer, Seiner Königlichen Hoheit, Herzog von Kent, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Gästen aus den Partnerstädten Breslau, Columbus, Coventry, Hamburg, Straßburg, sowie der befreundeten Stadt Gostyñ und vom Dresden Trust in eine Menschenkette ein. Bekannte und Unbekannte, Nachbarn, Freunde, Familien, Dresdnerinnen und Dresdner, Gäste reichten sich die Hände. Bis 18.13 Uhr läuteten die Glocken der Dresdner Innenstadtkirchen. Die etwa vier Kilometer lange Menschenkette umschließt das Stadtzentrum und wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen. „Seitdem verbinden die Dresdnerinnen und Dresdner hier Hand in Hand das Gedenken mit einem friedlichen Zeichen gegen Hass und Gewalt. Am 13. Februar zeigt Dresden, dass wir Spaltungen überwinden können, wenn wir auf der Basis unserer gesellschaftlichen Grundwerte nach Wegen der Zusammenarbeit suchen. Nur so treten wir wachsendem Nationalismus und Rechtspopulismus entgegen. Sie stellen die Errungenschaften einer demokratischen Erinnerungskultur in Frage und bereiten so den Boden für neue Konflikte“, sagt Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert. In seiner Rede zum Auftakt der Menschenkette betonte Oberbürgermeister Dirk Hilbert, welch Geschenk es für Dresden, Deutschland und Mitteleuropa sei, seit 75 Jahren – in etwa ein Menschenleben – in Frieden zu leben. „Das ist nicht selbstverständlich. Deshalb müssen wir darüber nachdenken, in welchem historischen Zusammenhang der 13. Februar 1945 steht. Und wir müssen weiterdenken, um auch unseren Kindern ein Leben in Frieden zu sichern. Wenn Dresdens Schicksal als einzigartig bezeichnet werden kann, dann deshalb, weil die Stadt ein Ort der Versöhnung ist. Kein anderes Zeichen darf von Dresdens Straßen ausgehen. Setzen wir uns alle dafür ein!“. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte: „Von Dresden geht heute eine klare Botschaft von Frieden und Versöhnung aus. Die Menschenkette steht beispielhaft für ein würdiges Gedenken, für starkes bürgerschaftliches Engagement und für die Übernahme von Verantwortung für unsere Zukunft. Es ist für mich immer wieder ein bewegender Moment, wenn die Dresdnerinnen und Dresdner und viele Menschen, die sich dieser Stadt verbunden fühlen, einander die Hände reichen. Sie schützen damit symbolisch ihre Stadt vor Extremisten und Demokratieverächtern, im Zentrum die wiederaufgebaute Frauenkirche, die heute weltweit als Zeichen der Versöhnung und Mahnmal für „Nie wieder Krieg“ gilt.“ Zuvor nahmen die Ehrengäste an einer Gedenkveranstaltung im Kulturpalast teil. Teil der Veranstaltung war eine Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur, die in ausführlicher Form und vor öffentlichem Publikum ab 19 Uhr im Albertinum fortgesetzt wird. Im Podium saßen unter anderem Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (ehem. Bundesjustizministerin und NRW Antisemitismus-Beauftragte) und Rafal Dutkiewicz (ehem. Oberbürgermeister Wroclaw). Die Veranstaltung wird parteiübergreifend von politischen Stiftungen getragen. Eine solche Kooperation gab es in Deutschland bisher noch nicht. Den Blick weitet ein internationaler Kongress am 14. und 15. Februar, bei dem unter anderem der Bürgermeister Hiroshimas per Videobotschaft, der Sprecher des Rote-Khmer-Tribunals und Chiles ehemalige Bildungsministerin den Umgang mit schmerzhafter Erinnerung in ihren Ländern reflektieren. Teil des umfangreichen Veranstaltungsangebots rund um den 13. Februar in Dresden waren außerdem ein Schülergipfel, Veranstaltungen an Gedenkstätten für die Opfer der Bombardierung und des Nationalsozialismus sowie Gottesdienste. Zum stillen Gedenken lädt die Frauenkirche ein, die in Folge des Luftangriffs einstürzte und als Zeichen für Frieden und Versöhnung wiederaufgebaut wurde. Wiederaufbau und Versöhnungsarbeit sind ein besonderer Verdienst des British Dresden Trust, dessen Königlicher Schirmherr, Seine Königliche Hoheit, der Herzog von Kent, Ehrengast als Ehrengast in Dresden weilte. Dresden war eine von vielen Städten, die im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe weitgehend zerstört wurden. Nationalsozialisten und DDR nutzten die Ereignisse für ihre Propaganda, so dass der 13. Februar bis heute umstritten bleibt. Umfangreiche Informationen zum 13. Februar stehen unter 13februar.dresden.de  Am Donnerstag, 13. Februar, beging Dresden den 75. Jahrestag der Zerstörung der Innenstadt während des Zweiten Weltkriegs. 18 Uhr reihten sich rund 11.000 Menschen gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Michael…

weiterlesen

86-Meter-Schiff auf der Elbe unterwegs

Sachsen. Endlich! Nach wochenlangem Niedrigwasser und dem Sturm „Sabine“ zu Wochenbeginn ist seit Donnerstag, 13. Februar, ein 86 Meter langer und 11,45 Meter breiter Schiffstorso ohne Motor und Aufbauten auf der Elbe gen Magdeburg unterwegs. Das Schubschiff "Edda" von der Reederei Ed Line in Berlin bringt den Rumpf eines Flusstankers, der seit Juni auf der Werft im tschechischen bzw. nordböhmischen Lovosice (deutsch: Lobositz) lag, seit heute weiter bis nach Magdeburg. Zuerst hatte wochenlang Niedrigwasser den Transport unmöglich gemacht. Der niedrige Wasserpegel der Elbe hatte den Schiffstransport über Wochen verhindert. Mindestens 135 Zentimeter Fahrrinnentiefe sind notwendig, um schippern zu können. Damit dieser spezielle Schubverband fahren konnte, musste die Fahrrinnentiefe sogar 1,50 Meter betragen.  Dann am Sonntag, 9. Februar, hatte Sturmtief "Sabine" den Schiffsverband im tschechischen Hrensko (deutsch: Herrnskretschen) kurz vor der Grenze nach Deutschland unfreiwillig aufgehalten und die Weiterfahrt gestoppt. Zu groß wäre die Angriffsfläche von Sturm und Wind wenn der motorlose Koloss auf dem Fluss geschoben wird. Maximal 20 km/h sind zulässig. Der Schiffsrumpf mit 86 Metern Länge und 11,45 Metern Breite sowie 5,50 Metern Höhe ist aufsehenerregend groß. „Edda“ schiebt ihn bis Magdeburg. Bis in die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt ist der Verband noch mindestens zwei Tage unterwegs. Bis zum Mittag soll der Schleppverband Dresden passieren und heute bis Riesa kommen. Dort übernimmt ein anderes Schubschiff den Transport bis nach Hamburg. Von der Hansestadt aus geht das zukünftige Tankschiff über die Nordsee nach Werkendam (Niederlande). Dort wird er arbeitsfähig und manövrierfähig gemacht, aufgebaut mit den Aufbauten und mit einem Motor ausgestattet. "Edda" muss zurück nach Lovosice, wo noch ein zweiter großer Schiffskörper darauf wartet, abgeholt zu werden.  Daniel FörsterEndlich! Nach wochenlangem Niedrigwasser und dem Sturm „Sabine“ zu Wochenbeginn ist seit Donnerstag, 13. Februar, ein 86 Meter langer und 11,45 Meter breiter Schiffstorso ohne Motor und Aufbauten auf der Elbe gen Magdeburg unterwegs. Das Schubschiff…

weiterlesen