Silke Richter

Vision Dogwerk nimmt Gestalt an

Lauta. Martin Geyer hat nicht nur privat, sondern auch beruflich mit Hunden zu tun. Im ehemaligen Kinderwochenheim will der 38-Jährige nun sein in der Region bislang einzigartiges Lebenswerk entstehen lassen.

August 2018: Das Areal in der Friedrich-Engels-Straße wirkt verwaist und scheint im Dornröschenschlaf zu liegen. Überall wucherndes Unkraut, hoher Rasen und rankender Efeu. Das ehemalige Wochenheim ist längst in die Jahre gekommen, wie sich an bröckelndem Mauerwerk, kaputten Fenstern, Türen und auch im Inneren des Hauses unschwer erkennen lässt. Bis vor einiger Zeit waren hier noch der DRK-Ortsverband Lauta und die von ihm betriebene Tafel in einem Teil des Hauses beheimatet. Mit dem Verkauf des Grundstücks an Martin Geyer musste sich der DRK neue Räumlichkeiten suchen.

Eine lange Odyssee

Was sich hier so einfach anzuhören scheint, gleicht einer langen Odyssee. Die Verkaufsverhandlungen für das Objekt wollten scheinbar kein Ende nehmen. Martin Geyer hatte schon länger mit dem Areal geliebäugelt. Er wollte es vor längerer Zeit der Stadt Lauta als Eigentümerin abkaufen, die sich wegen der anfallenden Sanierungskosten von über 600.000 Euro von dem Grundstück trennen wollte, da sie auch keine Verwendung mehr dafür hat. Anfang 2018 hatte der Stadtrat entschieden das ehemalige Kinderwochenheim an eine Familie aus Leippe zu verkaufen, die ein Mehrgenerationenhaus entstehen lassen wollte. Die Verkaufsverhandlungen zogen sich in die Länge. Letztlich scheiterte das Projekt gänzlich.
Und somit nutzte Martin Geyer im Frühjahr erfolgreich seine neue Chance, bekam im April dieses Jahres vom Stadtrat den Zuschlag und kaufte für 35.000 Euro das 12.000 Quadratmeter große Areal. Der 38-Jährige erfüllt sich damit einen lang gehegten Lebenstraum. Eine Vision, die aber bis zur Realisierung noch sehr viel an Vorstellungskraft und Fantasie bedarf. Im Kopf von Martin Geyer ist sein Projekt namens »Dogwerk« schon fertig und die Pläne dazu mehr als konkretisiert. Alles hat in dem leeren maroden Gebäude gedanklich schon seinen neuen, festen Platz. Hier soll ein großes Netzwerk von unterschiedlichen Unternehmern und Partnern entstehen, die sich gemeinsam um das Wohl von Hund und Mensch kümmern möchten.  

Ein Herzensprojekt erfüllt sich

Martin Geyer denkt groß. Für kleine, halbfertige Sachen scheint der engagierte Mann nicht geschaffen zu sein. Hartnäckigkeit, Hoffnung und der Glaube an sich selbst haben ihn nie an seinem Vorhaben zweifeln lassen. »Rückschläge sind Herausforderungen, die es zu meistern gilt«, meint der Polizist, Diensthundeführer und Ausbilder und zeigt auf den Eingangsbereich des zukünftigen »Dogwerk«. Hier sollen aus Lärmschutzgründen die ruhigeren Zonen wie Empfang, Wohnhaus, Büroräume, Tierarztpraxis, Hundefriseur und Bereiche für Osteopathie- sowie Homöopathiebehandlungen geschaffen werden. Im hinteren Bereich sollen Pension, Hundeschule sowie Ausbildungsbereich als Trainingszentrum für Hundebesitzer, Trainer und andere Interessierte entstehen.
»Ich möchte damit nicht nur eine Anlaufstelle für private und gewerblich tätige Hundefreunde schaffen. Auch Menschen, die Angst vor Hunden haben, sollen mit professioneller Hilfe und fachkundiger Anleitung die Möglichkeit bekommen, ihre Furcht überwinden zu können«, meint Martin Geyer über sein Herzensprojekt. Denn materieller Reichtum ist dem Initiator bei der Umsetzung seiner Idee nicht wichtig. Vielmehr solle »Dogwerk« vordergründig von ideellen Erfolgen und Werten leben.
Deshalb plant der 38-Jährige unter anderem auch die Schaffung von Quarantäneräumen, um Hunde, die aus illegalen Tiertransporten stammen, die erste notwendige Behandlung, Betreuung und eventuelle Sozialisierung zukommen zu lassen, bevor sie vermittelt werden können. Martin Geyer will für sein Projekt über 800.000 Euro finanzieren. 2021 soll alles bezugsfertig sein und eröffnet werden. Eine große Investition in die Zukunft vieler Hunde und deren Besitzer.  Und wer Martin Geyer näher kennt, weiß, dass er sein Projekt umsetzen wird. Mit allen Höhen und Tiefen. Denn Martin Geyer denkt nicht nur groß. Er handelt auch so.

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Strompreis gestiegen? Ein Check kann helfen

Görlitz. Die Strompreise werden 2020 steigen. Laut Verivox haben über die Hälfte der regionalen Stromversorger Preiserhöhungen angekündigt (Verixox ist ein Dienstleister und zählt im Bereich der Tarifvergleiche zu den größten Anbietern in Deutschland). Haushalte, die auf Hartz IV angewiesen sind, trifft das besonders, sie müssen entweder Strom sparen oder aber an anderer Stelle Geld abknapsen. Hilfe bei ersterem bietet Sapos mit dem Stromsparcheck. »Wir beraten Bürger, die Sozialleistungen beziehen, kostenlos zum Thema Energieverbrauch«, sagt Frank Fuchs. Er ist bei Sapos Projektleiter für den Stromsparcheck. »Wir bekommen auch Anfragen von Menschen, die keine Sozialleistungen beziehen, aber den Stromsparcheck trotzdem nutzen wollen. Die können sich dazu an die Verbraucherzentrale wenden. Mit der besteht zu diesem Thema eine Kooperation.« Der Stromsparcheck funktioniert ganz einfach. Nach einer Terminvereinbarung via Telefon kommen die Berater zu einem ersten Besuch vorbei und prüfen, wo Sparpotenzial vorhanden ist. Dabei geht es nicht darum, den Menschen neue Elektrogeräte oder einen neuen Stromanbieter anzudrehen. Vielmehr soll mit einfachen Mitteln Strom gespart werden. Die Stromsparhelfer haben beispielsweise abschaltbare Steckdosen und LED-Lampen im Gepäck. Die kleinen Helfer bekommen die Stromsparcheck-Nutzer kostenlos. »Insgesamt gibt’s Artikel im Wert von bis zu 70 Euro geschenkt«, erklärt Fuchs. Außerdem gibt’s bei Bedarf noch einen 100-Euro-Gutschein für einen neuen Kühlschrank, sollte das alte Gerät älter als zehn Jahre sein und sich mit einem neuen Gerät eine Einsparung von 200 kWh pro Jahr einsparen lassen. Verpflichtet wird niemand zum Kauf. Wie läuft der Stromsparcheck? Nach der Terminvereinbarung bei Sapos kommen zwei Stromspar-Helfer in die Wohnung und suchen nach Einsparpotenzial, messen beispielswese die Stand-By-Ströme der Geräte und nehmen die Lampen unter die Lupe. Auch der Verbrauch des Kühlschranks wird gemessen, das Messgerät bleibt dazu 48 Stunden in der Wohnung. »Das dauert etwa eine bis anderthalb Stunden. Danach wird ein zweiter Termin ausgemacht, bei dem die Energie- und Wassersparartikel installiert werden«, so Fuchs. Er schätzt, dass sich so bis zu 150 Euro im Jahr sparen lassen. Sapos führt die Stromsparchecks im ganzen Landkreis durch. Dieses Jahr waren es über 200. Teilnahmeberechtigt sind Haushalte, die über ein nur geringes Einkommen verfügen, also beispielsweise Bezieher von Arbeitslosengeld II (auch Aufstocker), Sozialhilfe oder Wohngeld. Auch Familien, die einen Kinderzuschlag erhalten, können das Angebot nutzen. Anmeldung Genutzt werden kann das Angebot im ganzen Landkreis. Die Anmeldung ist unter folgenden Telefonnummern und Mailadressen möglich: Görlitz: 03581/318890, ssh@sapos-goerlitz.deLöbau: 03585/861520, ssh-zittau@sapos-goerlitz.deZittau: 03583/670143, ssh-zittau@sapos-goerlitz.deDie Strompreise werden 2020 steigen. Laut Verivox haben über die Hälfte der regionalen Stromversorger Preiserhöhungen angekündigt (Verixox ist ein Dienstleister und zählt im Bereich der Tarifvergleiche zu den größten Anbietern in Deutschland).…

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