Rainer Könen/mlh

Theater mit Maske und Trennscheibe

Radeberg. Nach der coronabedingten Pause startet das Radeberger Biertheater in eine neue, etwas ungewohnte Spielzeit.

Wenn der Kartenvorverkauf für die neue Spielzeit beginnt, ist es Tradition beim Radeberger Biertheater, dass die Schauspieler die vor dem Ticketservice wartenden Menschen mit Sekt und Blumen begrüßen. So verhielt sich das vor einigen Tagen.

Neben dem Kartenvorverkauf starteten nach der coronabedingten Zwangspause auch die Schauspieler um Biertheaterlegende Holger »Blumi« Blum mit den Proben für das neue Stück, das den Titel »Die Frauen hinter dem Ladentisch« trägt. Die Premiere war am 17. September.

Mit dem Ergebnis des Kartenvorverkaufs sei man bisher zufrieden, so Jens Richter, Chef von Hoga-Sport und Betreiber des Radeberger Biertheaters. Er erzählt, dass das eingereichte Hygienekonzept von den Behörden abgesegnet worden sei. Heißt: In der neuen Spielzeit dürfen wegen des Mindestabstandes statt der 290 nur noch 205 Menschen in den Veranstaltungssaal.

Auch das Ensemble muss sich auf Änderungen einstellen. Das ist selbst für die erfahrenen Darsteller eine Herausforderung. Stellt sich die Frage, was machen diese besonderen Bedingungen mit den Schauspielern und den Stücken? Fest steht, dass sogar das Proben unter diesen Verhältnissen neu gelernt werden muss. Biertheater-Autor und Schauspieler Holger Blum hatte in den vergangenen Monaten einiges zu tun, um die Stücke coronagerecht umzuschreiben. Doch wie agieren, wenn die Handlung Körperkontakt vorsieht, wenn Schauspieler sich in den Szenen nahekommen sollen, sich das partout nicht umgehen lässt? Da, so Holger Blum, »werden wir eine Plexiglasscheibe aufstellen«. Der Spielfluss solle jedenfalls nicht gebremst werden. Mundschutz müssen die fünf Darsteller des Premierenstücks zeitweise ebenfalls tragen. Und zwar wenn gesungen wird. Das seien spezielle Masken, erklärt Biertheater-Manager Richter. Verstehen könne man die Schauspieler dennoch gut.

Bei den Proben muss die Bühne regelmäßig gelüftet werden, Requisiten werden von Mitarbeitern mit Maske und Handschuhen desinfiziert und und und.

Das neue Stück »Die Frauen hinter dem Ladentisch« ist angelehnt an eine Serie im DDR-Fernsehen. Ein Verkaufsstellenleiter sucht eine Stellvertreterin und löst damit einen Kampf der Verkäuferinnen um den Posten aus. Beim Schreiben konnte Holger Blum aus den Erfahrungen seiner früheren Tätigkeit schöpfen. Zu Vorwendezeiten arbeitete er als Fachverkäufer für Obst und Gemüse. Blum glaubt, dass die Corona-Beschränkungen »bei unseren Schauspielern sicher die Kreativität wachsen lässt«. Man darf also gespannt sein, was sich das fünfköpfige Ensemble da so alles einfallen lässt.

Alle Infos zu Terminen und Vorverkauf gibt‘s unter www.biertheater.de

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