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Rödertalbienen verlieren Nervenkrimi

303 Zuschauer sahen im Bienenstock ein bis zum Ende enges Spiel mit ständigen Führungswechseln. Erneut zog der HCR den Kürzeren und verlor mit 24:25 (11:12).

Die Gäste hatten zunächst Anwurf, nutzten diesen Vorteil aber nicht. Nach einem Fehlpass schnappte sich die einmal mehr glänzend aufgelegte Torfrau Ann Rammer den Ball und spielte einen weiten Pass auf Rabea Pollakowski (11/6 Tore). Die flinke Außenspielerin netzte zur 1:0-Führung ein. Auf der Gegenseite fiel direkt der Ausgleichstreffer. Dann waren wieder die Bienen am Zug. Brigita Ivanauskaite (5 Tore) band zwei gegnerische Abwehrspielerinnen und spielte einen klugen Pass zur einwurfbereiten Thilde Boesen (1 Tor), die zur erneuten Führung traf. Nach dem 2:2-Ausgleich durch die SG H2Ku Herrenberg passierte lange Zeit nicht viel auf dem Tableau. Beide Mannschaften leisteten sich viele Fehlpässe und andere technische Fehler. So vergingen fast fünf Minuten, ehe Meret Ossenkopp (5Tore) nach einer schönen Ballstafette (5 Tore) zur erneuten Führung (3:2) einnetzte. In der 13. Minute gingen dann die Gäste nach einem Tempo-Gegenstoß durch Sandra Kußmaul (1 Tor) zum ersten Mal mit 5:4 in Führung. Die Bienen konterten und drehten den Spielstand dank Ivanauskaite und Lisa Loehnig (1 Tor) zum 6:5. Bis zur 20. Minute hatte sich der HCR nach einem verwandelten Strafwurf von Pollakowski die erste Zwei-Tore-Führung erarbeitet (9:7). Nur kurze Zeit später glichen die „Kuties“ aus Herrenberg schon wieder aus (9:9). So ging es hin und her. Erst neun Sekunden vor der Sirene nutzte die Leibssle-Sieben erneut einen Fehler der Rödertalbienen zur 12:11-Halbzeitführung.

HCR-Trainer Mühlner schien in der Kabine klare Worte gefunden zu haben, denn nach gut zehn Minuten war seine Mannschaft zurück auf der Platte und bereit für die zweite Hälfte. Diese begann vielversprechend – Julia Mauksch (1 Tor) passte zu Ossenkopp. Die Außenspielerin nutzte den Platz und erzielte den 12:12-Ausgleich. Die SG konterte mit dem erneuten Führungstor. Dann bewies Saskia Nühse gute Übersicht und spielte einen Bodenpass zur einwurfbereiten Ossenkopp, die ausglich. Bis in die 40. Minute lief die Mühlner-Sieben diesem knappen Rückstand hinterher. Dann nutzte der HCR zwei Fehlpässe der SG. Beide Male war es Pollakowski die den jeweiligen Tempo-Gegenstoß zur 18:17-Führung verwertete. Nun behaupteten die Gastgeberinnen die knappe Führung, auch weil Torfrau Rammer teilweise mit der Fußspitze rettete (48. Minute). Ivanauskaite hämmerte auf der Gegenseite den Ball zum 20:19 in die Maschen. Im Anschluss erlaubten sich die Bienen wieder mehr technische Fehler und prompt ging Herrenberg mit 21:20 in Front. Angepeitscht von den Heimfans kämpfte der HCR um jeden Ball und drehte das Blatt erneut (22:21 in der 56. Minute) Doch auch die Kuties steckten nicht auf. Sie eroberten sich die Führung beim 23:22 zurück. Die letzten 120 Sekunden waren ein Herzschlagfinale. Zunächst spielte Ivanauskaite einen hochriskanten Pass zu Ossenkopp. Die behauptete sich gegen zwei Gegenspielerinnen und erzielte das 23:23. Herrenberg war am Zug und stellte auf 24:23. Erneut war es Ossenkopp die das 24:24-Unentschieden erzielte. Bienen-Coach Mühlner wollte den schnellen Ballgewinn und öffnete die Abwehr. Die SG passte sich bis zum Kreis durch und konnte nur regelwidrig gestoppt werden. Den fälligen Strafwurf verwandelte Kerstin Foth (5/4 Tore) zum 25:24 aus Sicht der Gäste. Mühlner zückte bei noch 23 Sekunden auf der Uhr seine letzte grüne Karte. Leider brachte dieser Angriff nichts mehr ein, sodass am Ende die Kuties jubelten.

In diesem bis zum Schluss spannenden Match ließen die Bienen im Angriff wieder zu viel liegen. So konnten die vielen Fehler der Gegnerinnen nicht in einen beruhigenden Vorsprung umgemünzt werden. In den entscheidenden Phasen des Spiels ließ der HCR die nötige Abgezocktheit und Ruhe vor dem Tor vermissen, um solche engen Spiele gewinnen zu können. So müssen sich die Rödertalbienen erneut fragen, warum sie gegen eine Mannschaft, die nicht besser spielte, verloren.

HCR-Trainer Frank Mühlner: „Ausschlaggebend für die Niederlage war, dass wir zu viele Bälle verworfen haben. Wir waren einfach zu ungeduldig. Vielleicht hat auch die Breite im Kader gefehlt. Trotz der Niederlage bereiten wir uns auf Kirchhof nicht anders vor. Die Punkte, die wir heute verloren haben. Müssen wir dann eben nächste Woche einfahren.“

Florian Triebel

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Jenny Elbe beendet ihre Karriere

Dresden. Sie wollte noch einmal Olympia erreichen, hatte dafür bereits die Vorbereitung mit einem Trainingslager in Griechenland gestartet. Doch nach ihrer Rückkehr kam für Dreispringerin Jenny Elbe vom Dresdner SC die bittere Erkenntnis: Der Körper will nicht mehr. Mit 29 Jahren muss die mehrfache deutsche Meisterin und Olympiateilnehmerin von 2016 ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden. „Ich bin sehr traurig, diese Entscheidung treffen zu müssen. Somit ist der Traum von meinen zweiten Olympischen Spielen geplatzt. Es fällt mir unheimlich schwer, Abschied vom Leistungssport nehmen zu müssen. Aber die Gesundheit geht in diesem Fall vor! Ich bin sehr stolz und glücklich über alles, was ich erreicht habe und dankbar für all die Jahre, in denen ich gemeinsam mit meinem Vater und Trainer wunderschöne Erlebnisse und Erfahrungen in meinem Sport sammeln durfte. Dankbar bin ich vor allem meinem Verein DSC 1898, sowie meinen Sponsoren und Unterstützern, die an mich geglaubt haben und ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre“, sagte Jenny Elbe. Ihr Trainervater Jörg Elbe ergänzt: „Jennys schwerwiegendere Rückenverletzung hat sich nach einer dreimonatigen Rehaphase nicht entscheidend gebessert. Somit war für sie immer noch keine hundertprozentige Belastung im Training möglich, die für Weiten über 14 Meter benötigt wird. Auf ärztliches Anraten hin soll Jenny nicht springen und sich jetzt weiteren Therapiemaßnahmen unterziehen. Es ist ein herber Rückschlag, denn sie wollte nach Tokio und erst danach ihre lange Karriere beenden. Um das alles zu verarbeiten, hat sich Jenny erst einmal eine Auszeit genommen und wird erst ab dem 14. November wieder im Land sein.“ Bereits seit 2017 warfen Elbe wiederholt Verletzungen und Krankheiten zurück, so dass sie in den vergangenen zwei Jahren kaum Wettkämpfe bestritt. Zuletzt konnte sie sich hinter der deutschen Rekordhalterin Kristin Gierisch den Deutschen Vize-Hallenmeistertitel im Februar in Leipzig holen. Ihren letzten Wettkampf in Dresden bestritt Jenny Elbe am 18. Mai 2019, bei dem sie 13,92m erreichte. Danach musste sie verletzungsbedingt die Deutschen Titelkämpfe absagen und verpasste damit auch die WM in Doha. Seit 2012 gewann Elbe drei Deutsche Meistertitel sowie drei Hallenmeistertitel. Bei den Olympischen Spielen 2016 erreichte sie Rang 13. Bei der EM 2017 sprang Elbe auf Platz 6 und wurde 2014 Team-Europameisterin. Sie zählte in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Dresdner Sommersportlern. „Jenny hat seit ihrem ersten Deutschen Meistertitel in der U18 im Jahr 2006 sehr konstant gute und sehr gute Leistungen erbracht. Sie war ein Aushängeschild für den Verein und ein Vorbild für viele jüngere Athleten. Sie wird uns extrem fehlen. Wir wünschen ihr für ihre Zukunft nur das Beste“, sagte DSC-Abteilungsleiter Leichtathletik, Michael Gröscho.Sie wollte noch einmal Olympia erreichen, hatte dafür bereits die Vorbereitung mit einem Trainingslager in Griechenland gestartet. Doch nach ihrer Rückkehr kam für Dreispringerin

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