Marktschwärmerei mit Genuss und gutem Gewissen

Hoyerswerda. Dagmar Steuer hat das Projekt „Eine Stadt pflanzt“ angeschoben. Jetzt plant und feilt die Initiatorin bereits an einer neuen Idee. Beide Vorhaben sollen sich miteinander ergänzen und treffen jetzt schon auf großes Interesse.

Was verbirgt sich konkret hinter der Idee Marktschwärmer?

In Gesprächen mit Erzeugern wurde ich auf die Plattform "Marktschwärmer" aufmerksam und habe diese kurzerhand für Hoyerswerda eröffnet. Es gibt in unserer Umgebung Landwirte und Erzeuger, die tolle Arbeit leisten, aber manchmal keine Zeit haben, den ganzen Tag auf einem Wochenmarkt zu stehen. Und immer mehr Menschen wollen regional, saisonal und frisch vom Erzeuger kaufen, schaffen es aber nicht immer auf die Wochenmärkte, welche meist schon 15.30 Uhr schließen.  
Diese Online Plattform ist ein Ort, wo man sie alle zusammenbringen kann.

Die Idee kommt ursprünglich aus Frankreich und kam 2014 auch nach Deutschland.

Wie funktioniert das Prinzip?

Es lässt sich so beschreiben: Man kann 24 Stunden bequem online auf www.Marktschwaermer.de  bestellen, was und wann man möchte, ohne Mitgliedsbeitrag oder Mindestbestellwert. Den bestellten und bezahlten Einkauf kann man quasi um die Ecke abholen. In Hoyerswerda soll die Abholung immer freitags von 17-18.30 Uhr in der Markthalle beim Lautech – Gebäude in Hoyerswerda direkt beim Erzeuger möglich sein. Hierbei kann man auch mit Gleichgesinnten und Händlern ins Gespräch kommen. Und dann lässt es sich wunderbar mit gutem Gewissen genießen. Denn damit tut man sich selbst, der Umwelt und unserer Region etwas Gutes. Das Essen in bester Qualität ist frisch, nachhaltig, fair bezahlt und nicht um die halbe Welt gereist. Denn unser Anspruch ist es, nur geprüfte regionale Erzeuger mit hoher Produktqualität in unsere Marktschwärmerei aufzunehmen.

Wir möchten mit dem Projekt auch zeigen, dass wir auch eine innovative Stadt sind, die neue Wege geht, die Wert auf Zusammenhalt in der Region legt.  Der enorme Zuspruch seitens der Erzeuger und auch der Kunden, die sich bisher angemeldet haben, beweist das ganz deutlich. Es gibt in Dresden schon drei sehr erfolgreiche Marktschwärmereien, Bautzen und Görlitz sind auch gerade im Aufbau. Ich denke es findet gerade durch die Corona Krise ein Umdenken in der Bevölkerung statt und das ist die Chance auf Veränderung

Wie wird das Projekt in Hoyerswerda umgesetzt?

Ich habe mit der der städtischen Wirtschaftsförderung und der Lautech  Gmbh gute Partner und damit beste Voraussetzungen. So konnte recht schnell die „Markthalle“ auf dem Gelände der Lautech GmbH in der ehemaligen Teppichhalle als Standort gefunden werden. Es begann der Anmeldeprozess auf der Plattform, die Marketingaktivitäten wurden geplant und letztendlich die Auswahl und Beratung der Erzeuger.  Dieses erfordert den größten Kraftaufwand, da nicht sofort jeder diese innovative Chance erkennt oder einfach technisch überfordert ist. Wir stehen mit etwa vierzig Erzeugern in Kontakt, beraten und helfen wo wir können. Täglich kommen neue dazu. Wer sich auf der Seite www.marktschwaermer.de  anmeldet, erfährt noch vor der Eröffnung, die für Ende Mai, Anfang Juni anvisiert ist, wer dabei ist. 

Apropos Umwelt: Was macht ihr weiteres Projekt „Eine Stadt pflanzt“?

Leider konnten wir durch die Corona - Beschränkungen gemeinschaftliche Einsätze nicht durchführen, aber viele fleißige Helfer haben auch so immer wieder auf der Pflanzwiese geholfen und beispielsweise Mulch aufgefüllt. Fast alle Bäume sehen frisch und grün aus, also herrschen beste Bedingungen. Gerade laufen Planungs- und Genehmigungsverfahren für die weitere Gestaltung als Landschaftspark, sowie weitere Förderanträge, die hoffentlich bis zum Sommer abgeschlossen sind.  Dann kann es auch da weiter gehen.  Und falls wir es schaffen, in den nächsten Jahren eine solidarische Landwirtschaft auf der Pflanzwiese zu etablieren, kann diese auch die Marktschwärmerei beliefern. So schließt sich der Kreis.

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