Sandro Paufler

Der Schrebergarten ist besser als sein Ruf

Bautzen. Ein Kleingarten ist nur etwas für alte Leute? Ganz im Gegenteil. Immer mehr jüngere Familien entscheiden sich für einen Schrebergarten. Warum sich ein Stück eigenes Grün lohnt, das erzählen Familie Illing und der Gartenfreund Reinhard Kliemann dem WochenKurier.

Der eigene Garten ist doch das Paradies auf Erden – zumindest für jeden Naturliebhaber. Und wie Reinhard Kliemann scherzhaft sagt, »denkt jeder Hobbygärtner auch alles richtig zu machen«. Reinhard Kliemann ist Vorsitzender des Territorialverbandes der Gartenfreunde im Landkreis Bautzen und kümmert sich schon seit Jahren um die Anliegen der Gartenfreunde in der Region. Unterstützung bekommt er dabei von drei weiteren engagierten Helfern im Vorstand des Vereins.

3.900 Kleingärten im Landkreis Bautzen

Dem Verein der Gartenfreunde stehen 78 Kleingartenvereine unter - 41 Vereine in Bautzen, neun in Wilthen, vier in Bischofswerda und 24 weitere in umliegenden Gemeinden - die sich um 3.900 Kleingärten im Landkreis Bautzen kümmern. Wie Reinhard Kliemann zu Wissen gibt, sind Kleingärten in der Stadt beliebter als auf dem Land. In Bautzen zum Beispiel kostet die verpachtete Fläche 10 Cent pro Quadratmeter. Hinzu kommen die Kosten für die Übernahme des Gartens vom Vorgänger. Bewerber sollten sich immer an den jeweiligen Vereinsvorsitzenden wenden.

Darum lohnt sich ein Kleingarten

Die Vorteile eines eigenen Gartens überwiegen: Familien können sich einen eigenen Rückzugsort schaffen. Vor allem während des Lockdowns waren die Kleingärten eine gute Möglichkeit, um vor dem »Lagerkoller« daheim zu entfliehen. Auch der Umgang mit den Nachbarn untereinander wird geschätzt. Gespräche über den Gartenzaun oder der Austausch von selbst angebautem Obst und Gemüse gehören zur Tagesordnung.

Schrebergärten werden immer beliebter

Diese Vorteile schätzt auch Familie Illing aus Bautzen. Die dreiköpfige Familie besitzt ihren Kleingarten bereits seit sechs Jahren. Dass sich auch vermehrt junge Familien für einen Kleingarten entscheiden, bemerken viele Vereinsvorstände aus der Region. »Wir haben in den letzten Jahren viel Arbeit und Geld investiert, aber es hat sich gelohnt«, erzählt Frau Illing. Im Garten wachsen Bohnen, Möhren, Zwiebeln, Erdbeeren und Knoblauch. »Zuerst wussten wir nicht, wie wir richtig pflanzen, aber nach dem Prinzip ‚learning by doing‘ und dem Erfahrungsaustausch mit den Nachbarn hat alles funktioniert«, kann sich der Familienvater an die Anfänge erinnern. Familie Illing empfiehlt allen Neueinsteigern, die vor haben einen Kleingarten zu bewirtschaften, viel Spaß und Liebe für das Gärtnern mitzubringen. »Der Rest kann problemlos angeeignet werden«, fasst die Mutter der Familie zusammen. Den Schritt, in einen Kleingarten zu investieren, hat die Familie zu keiner Zeit bereut.

Freie Gärten

Vor Ort bei den Vereinen und Kommunen oder unter: territorialverband-bautzen.de

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