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Corona-Schutzimpfungen beginnen in der Lausitz

Die ersten Corona-Schutzimpfungen sollen am 27. Dezember in einer stationären Pflegeeinrichtung im besonders vom Coronavirus betroffenen Landkreis Oberspreewald-Lausitz (7-Tages-Inzidenz: 446,2) erfolgen. Darüber informiert das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg. Das Land selbst sei für den geplanten Impfstart gut vorbereitet.
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Neben Impfungen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz sollen weitere Impfungen in stationären Pflegeeinrichtungen am 28. Dezember im Landkreis Havelland und am 29. Dezember in Cottbus erfolgen. Am 29./30. Dezember sollen Impfungen in mehreren Krankenhäusern beginnen. Der Start des Call-Centers für die Vergabe von Impfterminen ist für den 4. Januar 2021 geplant. Und als erste Impfzentren sollen die Standorte in Potsdam und Cottbus am 5. Januar starten.

Siegurd Heinze, stellvertretender Vorsitzender des Landkreistages Brandenburg und Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz: „Als stellvertretender Vorsitzender des Landkreistages begrüße ich ausdrücklich die mit den kommunalen Spitzenverbänden nunmehr beginnende Umsetzung der Impfstrategie des Landes Brandenburg. Zugleich erwarten die Landkreise nach dem Beginn der Impfungen eine Umsetzung in der Fläche, da gerade in den Gebietskörperschaften mit einer hohen 7-Tages-Inzidenz die Erwartungshaltung vieler Bürgerinnen und Bürger, sich impfen lassen zu können, groß ist.“
Seit Wochen arbeitet das Gesundheitsministerium gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, dem Landesverband Brandenburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg in enger Abstimmung mit den Kommunen, dem Landeskommando Brandenburg der Bundeswehr, Hilfsorganisationen und weiteren wichtigen Partnern der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung an der Umsetzung der Nationalen Impfstrategie COVID-19.
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „In Brandenburg haben sich seit Beginn der Pandemie bereits über 33.700 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert und 710 Menschen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit verstorben. Besonders ältere und chronisch kranke Menschen sind von schweren Krankheitsverläufen mit Todesfolge betroffen. Die täglichen Neuinfektionen steigen dramatisch. Unsere Krankenhäuser laufen voll. Intensivbetten werden knapp, Patientinnen und Patienten besonders aus dem Süden müssen verlegt werden. Die Lage ist sehr, sehr besorgniserregend. Deshalb ist der lang ersehnte Impfstoff, der schon in wenigen Tagen auch in Deutschland endlich ausgeliefert werden soll, weit mehr als nur ein Hoffnungsschimmer. Impfungen bereiten den Weg heraus aus dieser schlimmen Pandemie.“
Die Impfungen werden laut Nonnemacher sehr viele Menschenleben retten und sehr viel Leid verhindern. „Als langjährig tätige Ärztin bin persönlich zutiefst davon überzeugt, dass die zugelassenen Impfstoffe sicher und wirksam sind. Wir spüren an den vielen Anrufen und Zuschriften, dass ein großer Teil der Brandenburger Bevölkerung sich schnell impfen lassen möchte. Ich bitte aber alle noch um etwas Geduld. Wir werden in den ersten Tagen und Wochen nur kleine Stückzahlen der Impfdosen von den Herstellern erhalten. Dieser Impfstoff ist aktuell die mit Abstand am meist begehrteste Ware auf der ganzen Welt. Deshalb ist es notwendig und richtig, dass wir am Anfang die besonders betroffenen Risikogruppen vorrangig impfen lassen. Unsere freie, gerechte und solidarische Gesellschaft muss zusammenhalten und gemeinsam schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle verhindern.“ Auch die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen haben laut Nonnemacher bei der Impfung hohe Priorität. »Sie sind das Rückgrat unserer Versorgung. Sie sind unermüdlich für andere im Einsatz, und setzen sich so einem erhöhten Risiko aus. Bei der Priorisierung werden wir auch die Hotspot-Regionen im Fokus haben. Und allen muss auch klar sein: Solange wir die Herdenimmunität noch nicht erreicht haben, müssen wir alle weiter auf Abstand und Hygiene achten und überall dort, wo viele Menschen sich begegnen, eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Aber ein Ende der Krise ist jetzt endlich in Sicht, wenn auch erst im Laufe des Jahres 2021.“ STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung veröffentlicht Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung zur COVID-19-Impfung am 17. Dezember veröffentlicht. Da anfangs nur eine begrenzte Menge an Impfstoffdosen zur Verfügung steht, sollten diese nach der Empfehlung der STIKO dafür genutzt werden, um die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe und Sterbefälle möglichst schnell zu reduzieren. Die Impfung sollte daher zunächst Personen über 80 Jahren und Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen angeboten werden. Diese sind besonders gefährdet. Gleichzeitig empfiehlt die STIKO die Impfung medizinischem Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und Personal in der Altenpflege. Die STIKO empfiehlt ein stufenweises Vorgehen (Priorisierungsempfehlung). In der 1. Stufe sollen folgende Personengruppen geimpft werden: ·         Bewohner/innen von Senioren- und Altenpflegeheimen, ·         Personen im Alter von 80 Jahren und älter, ·         Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (z. B. in Not aufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-PatientInnen), ·         Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (z. B. in der Onkologie oder Transplantationsmedizin), ·         Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege, ·         andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohner/innen Gesundheitsministerin Nonnemacher: „Wir werden uns an die Empfehlung zur COVID-19-Impfung der Ständigen Impfkommission selbstverständlich halten. Uns allen ist bewusst, dass diese Verteilungsfrage, diese notwendige Priorisierung die Akzeptanz der Bevölkerung benötigt. Viele Menschen haben vor einer Erkrankung Angst und wollen sich so schnell wie möglich impfen lassen. Der zunächst verfügbare Impfstoff wird nicht für alle Impfinteressierten ausreichen. Wir werden alle Impfberechtigten rechtzeitig Schritt für Schritt informieren, sobald die nächsten Impfdosen zur Verfügung stehen. Die Hoffnung ist, dass wir bis zum Sommer einen Großteil der Brandenburger Bevölkerung ein Impfangebot ermöglichen können.“ Aufklärung über Impfungen Gesundheitsministerin Nonnemacher: „Wir brauchen eine gute Aufklärung über den jeweiligen Impfstoff für die Ärztinnen und Ärzte und für die Bürgerinnen und Bürger. Notwendig ist auch eine bundesweite Informations- und Aufklärungskampagne. Alle Bürgerinnen und Bürger müssen sich in Ruhe und ausführlich mit dem Impfstoff auseinandersetzen können. Nur so schaffen wir das nötige Vertrauen, damit sich möglichst viele impfen lassen. An dieser Stelle erwarte ich von der Bundesregierung schnelleres Agieren. Der Bundesgesundheitsminister mahnt uns Länder seit Wochen, dass wir im Dezember alle startklar sein müssen. Dringend benötigen wir jetzt Fachinformationen für Ärztinnen und Ärzte, Aufklärungsmaterialien für Impfende. Je besser Information und Aufklärung im Vorfeld der nun beginnenden Impfungen sind, desto kürzer ist die Beratung in den Impfzentren. Das Aufklärungsgespräch muss ein Arzt durchführen, und mit seiner beruflichen Erfahrung entscheiden, ob auf Grund von Vorerkrankungen ein Impfstoff besser geeignet ist als ein anderer. Darauf müssen sich die Mediziner gut vorbereiten können. Aber auch alle Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch auf umfassende und eindeutige Informationen über die Nationale Impfstrategie durch die Bundesregierung.“ Begleitend zu der bundesweiten allgemeinen Informationskampagne wird das Gesundheitsministerium landesspezifische Informationen für Brandenburgerinnen und Brandenburger zur Verfügung stellen. Das wird vor allem immer dann der Fall sein, wenn die nächsten Personengruppen sich impfen lassen können. Telefonische Terminvereinbarungen ab Januar Ab dem 4. Januar 2021 sollen telefonische Terminvereinbarungen möglich sein. Dann startet im Auftrag der KVBB ein Callcenter. Die Telefonnummer und die Personen, die zuerst anrufen können, werden dann bekannt gegeben. Am Telefon wird die Impfberechtigung abgefragt und neben einem Termin auch das Impfzentrum, in dem die Impfung stattfinden soll, vereinbart. Zunächst sind im Land Brandenburg auch nur telefonische Terminbuchungen vorgesehen, um einen Missbrauch zu vermeiden. Erst im Laufe des Jahres 2021 soll man Impftermine auch online vereinbaren können. Ein aktives Einladungsverfahren per Brief über die Einwohnermeldeämter ist im Flächenland Brandenburg nicht geplant. Standorte der ersten elf Impfzentren stehen fest In Brandenburg sollen zunächst elf Impfzentren entstehen. Die ersten werden am 5. Januar 2021 in Potsdam (Metropolis-Halle) und Cottbus (Messe Cottbus) eröffnet. In der zweiten Stufe sollen bis Anfang Februar 2021 neun weitere Impfzentren errichtet werden. Die Standorte stehen nun fest: Barnim (Eberswalde, Sportzentrum Westend,) Brandenburg an der Havel (An der Regattastrecke), Dahme-Spreewald (Altflughafen Schönefeld, Terminal M), Elbe-Elster (Elsterwerda, Mehrzweckhalle), Frankfurt (Oder) (Messegelände), Oberhavel (voraussichtlich Oranienburg, genauer Standort noch in Abstimmung), Ostprignitz-Ruppin (Kyritz, Sport- und Kulturzentrum), Teltow-Fläming (Luckenwalde, Fläminghalle) und Uckermark (Prenzlau, genauer Standort noch in Abstimmung). Zusätzlich wird derzeit die Möglichkeit der Errichtung weiterer Impfzentren in den Landkreisen Prignitz, Havelland und Spree-Neiße im Rahmen einer dritten Aufbau-Stufe geprüft. MUDr./CS Peter Noack, Vorsitzender der KVBB: „Der Zeitplan für den Aufbau der Impfzentren steht. Messebauer sind beauftragt, es gibt Kühlschränke, IT wird beschafft und eingerichtet. Wir planen jedes Impfzentrum zunächst mit sechs Impfteams zu besetzen. Sollten sich größere Liefermengen Impfstoff ankündigen, wollen wir die Zahl erweitern. Ein Impfteam besteht jeweils aus einer Ärztin, einem Arzt sowie zwei Medizinischen Fachangestellten. Idealerweise bringen die Kollegen medizinisches Personal aus ihren eigenen Praxen mit, denn dann sind die Arbeitsabläufe eingespielt. In den Impfzentren soll jedes Team pro Stunden 10 Bürger impfen.“ Mobile Impfteams Neben den Impfzentren soll es zudem mobile Impfteams geben, die zum Beispiel Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeeinrichtungen vor Ort impfen. Diese mobilen Impfteams sind immer an die jeweiligen Impfzentren angedockt. Anfangs sind je drei mobile Impfteams in Potsdam und Cottbus geplant. In einer zweiten Stufe werden die mobilen Impfteams auch stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung aufsuchen, vor allem die Einrichtungen, deren Bewohnerinnen und Bewohner nicht selbst die Impfzentren aufsuchen können. Als freiwillige Hilfsgesellschaft der deutschen Behörden im humanitären Bereich unterstützt das Deutsche Rote Kreuz das Land Brandenburg und die Kassenärztliche Vereinigung (KVBB) bei der Umsetzung der Corona-Impfstrategie in diesem Bereich. Hubertus C. Diemer, Vorsitzender des Vorstandes des DRK-Landesverbandes Brandenburg: „Der Einsatz mobiler Impfteams ist ein zentraler Baustein der Impfstrategie. Damit dieses Projekt erfolgreich gelingen kann, ist vor allem die Mitwirkung der Einrichtungen und der dort tätigen Hausärzte wichtig. Diese kennen die Einrichtungen und die dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner und können somit Vertrauen in die Impfung vermitteln. Sie sollten daher auch diejenigen sein, die die Impfungen durchführen. Die Einrichtungen werden die Möglichkeit haben, sich nach Abstimmung mit den Hausärzten Termine für die Erst- und Zweitimpfung in einem Online-Buchungssystem zu reservieren. An den Impftagen wird ein Mitarbeiter der Hilfsorganisationen mit dem Impfstoff und der notwendigen Dokumentation in die jeweilige Einrichtung kommen und dort auf das Hausärzteteam, bestehend aus mindestens einem Arzt und einer Medizinischen Fachkraft, treffen. Gemeinsam führt dieses Team die Impfungen an den Bewohnenden und Mitarbeitenden durch, die hierfür ihre Einwilligung gegeben haben. Für die Umsetzung dieses Projekts wird eine eigene Koordinationsstelle eingerichtet. Die Vorbereitungen hierfür sind fast abgeschlossen.“ Impfungen in Krankenhäusern Die Krankenhäuser sind ein wichtiger Anker der Gesundheitsversorgung im Land Brandenburg. Sie sind für die Versorgung bei schweren Krankheitsverläufen unersetzlich. Durch den engen Kontakt zu Infizierten sind Ärztinnen und Ärzte sowie das gesamte Pflegepersonal einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, selbst zu erkranken. Aus diesem Grund sollen Beschäftigte in den Krankenhäusern von Beginn mit geimpft werden. Ab dem 29./30. Dezember soll in folgenden Krankenhäusern im Land Brandenburg schrittweise Beschäftigte geimpft werden: ·         Klinikum Niederlausitz (Senftenberg) ·         Carl-Thiem-Klinikum Cottbus ·         Klinikum Frankfurt (Oder) ·         Städtisches Klinikum Brandenburg ·         Herzzentrum Bernau ·         Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam ·         Ruppiner Kliniken Neuruppin ·         Havelland Kliniken GmbH (Nauen) ·         Asklepios Klinikum Uckermark (Schwedt/Oder) Anzahl der Impfdosen Wie viele Impfdosen das Land Brandenburg in den ersten Tagen und Wochen erhaltenen wird, ist noch nicht bekannt. Bundesgesundheitsminister Spahn hat den Ländern in dieser Woche mitgeteilt, dass zu Beginn der Impfungen in diesem Jahr rund 400.000 Dosen des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer an die 16 Bundesländer ausgeliefert werden könnten. Nach dem Königsteiner Schlüssel würde Brandenburg also zu Beginn circa 12.000 Impfdosen erhalten. Da bei diesem Impfstoff eine Person zweimal im Abstand von drei Wochen geimpft werden muss, könnten also von dieser ersten Lieferung circa 6.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger geimpft werden. Internetseite brandenburg-impft.de Alle aktuellen Informationen zur Umsetzung der Nationalen Impfstrategie COVID-19 im Land Brandenburg werden auf dieser neuen Internetseite veröffentlicht: https://brandenburg-impft.deWeitere Informationen zum Impfen Zusammen gegen Corona: https://www.zusammengegencorona.de/informieren/informationen-zum-impfen/ Robert Koch-Institut: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html Paul-Ehrlich-Institut: https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html?nn=169730&cms_pos=3(PM/Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg)