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Mit Fett gegen den Krebs?

Zum zweiten Mal richtete Meißen einen onkologischen Aktionstag aus. Die Schirmherrin der Veranstaltung hat den Krebs selbst zwei Mal besiegt und hilft heute Betroffenen, vor allem bei der Ernährung.
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Christiane Wader zusammen mit Oberbürgermeister Olaf Raschke und den Mitstreitern des onkologischen Tages.  Foto: Schramm

Christiane Wader zusammen mit Oberbürgermeister Olaf Raschke und den Mitstreitern des onkologischen Tages. Foto: Schramm

Job, Freund, ein sportliches Leben – bei Christiane Wader lief eigentlich alles nach Plan bis sie 27 Jahre alt war. „Die Diagnose Brustkrebs kam aus heiterem Himmel“, erinnert sie sich die Münchnerin. „Der Tag der Diagnose war schlimm“, erinnert sie sich. Die Arbeit half ihr in der Folgezeit, sich abzulenken. Der Lebensgefährte hatte sich unterdessen aus dem Staub gemacht und der Freundeskreis  wusste nicht so recht, ob er Mitleid oder Motivation verteilen sollte.   Schlechte Chancen Den Brustkrebs konnte Christiane Wader schließlich besiegen. Sechs Jahre ist das nun her. Es dauerte nur eine Weile, da gab es die nächste Schock-Diagnose: „Lebermetastasen“. „Damals dachte ich, mich überfährt ein Zug“, sagt sie heute. Die Chancen auf Genesung standen schlecht. Die Ärzte gaben ihr 20 Prozent.  Ob sie Ungerechtigkeit verspürt habe? „Das war nicht so sehr das Thema. Das Schlimme ist der schleichende Prozess. Ich war krank, obwohl ich mich gesund fühlte“, sagt sie. Die Krankheit zu akzeptieren sei für sie ein wichtiger Schritt gewesen. Sich ohne Weiteres dem Schicksal hinzugeben, kam allerdings nicht in Frage. Sie suchte nach Möglichkeiten, ihre Chancen zu verbessern und tauchte in ein Thema ein, das damals noch sehr unterbelichtet war – die ketogene Ernährung. Ketogen? „Ketogen bedeutet viel Fett, wenig Eiweiß und kaum Kohlenhydrate“, erklärt sie. Dass ihr Essen mindestens aus 75 Prozent Fett besteht, sieht man der 33-Jährigen nicht an. Nach zwei Chemotherapien ist Christiane Wader heute metastasenfrei. Sie schreibt eine Online-Kolumne über Rezeptideen für Krebskranke.  „Ich habe einen positive Umgang mit dem Thema gefunden, indem ich anderen helfe“, sagt sie. Vieles davon hat sie sich selbst erarbeitet. Inzwischen gibt es erste Studien zu dem Thema, das in den letzten Jahren auch immer mehr in den Fokus von Ausdauersportlern und Bodybuildern gerückt ist. Meißen ist die Ausnahme Dass sich eine Stadt zusammen mit so vielen Partnern für das Thema „Krebs“ engagiert, sei ihrer Erfahrung nach noch die Ausnahme. „Normalerweise bin ich in sterilen Krankenhäusern zu Vorträgen und Seminaren eingeladen“, sagt Christiane Wader, die in der schweren Zeit die Liebe für´s Leben gefunden hat. „Ich habe erfahren, was es heißt, wenn jemand wirklich für einen da ist“, sagt sie.  
Informationen in Meißen: www.krebsberatung-meissen.deHinweis: Bis Ende Februar ist im Rathaus-Foyer noch eine Ausstellung zu sehen. Schülerinnen und Schüler des Franziskaneums haben sich mit dem Thema "Krebs" kreativ auseinandergesetzt.


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