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Hoher Krankenstand in Meißen

LK Meißen. Der aktuelle BARMER-Gesundheitsreports zeigt, dass die Fehlzeiten im Kreis Meißen im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen haben.

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Die Fehlzeiten von Arbeitnehmern im Kreis Meißen haben, im Vergleich zum Vorjahr, leicht zugenommen.

Die Fehlzeiten von Arbeitnehmern im Kreis Meißen haben, im Vergleich zum Vorjahr, leicht zugenommen.

Foto: Pixabay

Die geschlechts- und altersstandardisierten Auswertungen des aktuellen BARMER-Gesundheitsreports zeigen, dass die Fehlzeiten im Kreis Meißen im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen haben. "Rund 20,3 Tage fehlten Beschäftigte im vergangenen Jahr krankheitsbedingt im Job. Diese Ausfallzeiten liegen über den durchschnittlichen bundesweiten und auch sachsenweiten Fehlzeiten", sagt Frank Dutschke, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Meißen. Im vergangenen Jahr hätten die Fehltage von Erwerbstätigen in diesen Regionen bei nur 20 Tagen gelegen. Im Gegensatz dazu seien die Fehltage bundesweit von 18 Tagen im Jahr 2020 auf 17,5 Tagen im Jahr 2021 zurückgegangen. "Auch während der Corona-Pandemie waren es allerdings die altbekannten Volkskrankheiten, wie zum Beispiel Rückenschmerzen und Depressionen, die für die meisten Fehlzeiten sorgten", so Dutschke.

 

Im Kreis Meißen sorgten Muskel-Skelett-Erkrankungen, mit rund 4,1 Fehltagen je Beschäftigten, für die insgesamt meisten Fehlzeiten (2020: 4,6 Tage). Allein die Diagnose Rückenschmerzen verursachte im Durchschnitt 1,2 Fehltagen je Erwerbsperson. "Acht von zehn Menschen leiden unter Rückenschmerzen, obwohl sich keine Krankheitsursache feststellen lässt. Oftmals sind fehlende Bewegung und Stress schuld. Dabei sind Rückenschmerzen allerdings nicht nur eine Frage einer rückengerechten Belastung, sondern auch des persönlichen Lebensstils", sagt Dutschke. Die Nationale Bewegungsempfehlung rate Erwachsene sich mindestens 150 Minuten pro Woche, zum Beispiel 5 Mal 30 Minuten zu bewegen. Mit rund 3,7 Fehltagen je Beschäftigten seien psychische Erkrankungen in diesen Regionen der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung gewesen. Insbesondere Depression, Angststörungen oder Reaktion auf sonstige Belastungsstörungen seien diagnostiziert worden. 2020 lag die Anzahl bei dieser Erkrankungsart im Landkreis noch bei 3,5 Fehltagen. "Ob die zusätzlichen seelischen Belastungen durch Pandemie und Lockdowns ursächlich für den Anstieg psychischer Erkrankungen im Jahr 2021 sind, lässt sich mit Krankenkassendaten allein nicht feststellen. Schon vor der Corona-Pandemie haben die Krankschreibungen wegen psychischen Erkrankungen geschlechterübergreifend zugenommen", sagt Dutschke.

 

Der Krankenstand in Sachsen lag im Jahr 2021 bei 5,36 Prozent. Beschäftigte in Sachsen fehlten durchschnittlich 19,6 Tage im Job, bundesweit waren es nur 17,5 Fehltage je Erwerbstätigen.