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Ein Praktikum mit Fine

Für ein ganz besonderes Praktikum hat sich Lisa Liß entschieden, die im Rahmen ihrer AOK-Ausbildung Labrador Hündin Fine bei ihrer Arbeit begleiten durfte.
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Die angehende Sozialversicherungsfachangestellte Lisa Liß (l.) begleitet in ihrem Praktikum Rebecca Nusime bei der Tiergestützen Förderung »Helfende Pfötchen« auch beim Besuch im Haus »Fürstenberg« der Lebenshilfe in Meißen. Foto: Farrar

Die angehende Sozialversicherungsfachangestellte Lisa Liß (l.) begleitet in ihrem Praktikum Rebecca Nusime bei der Tiergestützen Förderung »Helfende Pfötchen« auch beim Besuch im Haus »Fürstenberg« der Lebenshilfe in Meißen. Foto: Farrar

Unter dem Motto: »Perspektivwechsel« absolvieren die künftigen Sozialversicherungsfachangestellten der AOK Plus ein selbstgewähltes Praktikum in einem sozialen Bereich. Das soll die Sozialkompetenz der jungen Leute schulen und sie sensibel und sicherer im Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen machen. Dies soll ihnen  auch künftig beim Umgang mit den Versicherten helfen.

Azubi Lisa Liß hat sich für eine tierische Projektwoche entschieden und schaut in den kommenden Tagen Rebecca Nusime und ihren »Mitarbeitern« Fine, Cleo und Kira über die Schultern bzw. auf die Pfoten. Sie besuchte mit Therapeutin Rebecca Nusime und Fine im Rahmen der Tiergestützen Förderung »Helfende Pfötchen« unter anderem die Bewohner im Haus »Fürstenberg« der Lebenshilfe in Meißen. Dort leben Menschen zusammen, die wegen ihrer geistigen und körperlichen Einschränkungen viel Unterstützung und Hilfe im Alltag benötigen. Gemeinsam mit der dreijährigen Labradorhündin Fine absolvierten die Bewohner verschiedene motorische Aufgaben und übten sich im Umgang mit Zahlen, Farben oder in der Benennung von Obst und Gemüsesorten. Durch den Hund als Partner bei den Aufgaben sinkt bei vielen die Scheu und die Angst zu versagen und eine Aufgabe mal nicht richtig zu lösen. Fine quittiert jede Reaktion mit einem freundlichen Blick oder gar einem sanften Nasenstubser und arbeitet alle Aufgaben geduldig mit den Bewohnern gemeinsam ab.

Im »Haus Fürstenberg«

Die Einrichtung der Lebenshilfe in Meißen ist eine Einrichtung für Stationäres Wohnen und gibt so 36 Bewohnern ein gemeinschaftliches Zuhause. Sie wohnen in Gruppen gemeinsam nach dem Prinzip einer großen Familie. »Bei uns hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer und nutzt für gemeinsame Aktivitäten und Beschäftigungen gern die Gemeinschaftsräume«, erklärt Hausleiterin Catrin Scholz. So werde gemeinsam gekocht und bei zahlreichen Aktivitäten die Tagesstruktur gestaltet. Andere Bewohner verbringen den Tag in der DRK-Werkstatt bei der Arbeit. Aufgenommen werden Männer und Frauen ab 18 Jahre.

Die Finanzierung des tierischen Förderangebotes hat die Lebenshilfe mit Unterstützung  des Lionsclubs Radebeul geschafft. Durch die Spende aus der jährlichen Kalenderaktion des Clubs konnte die Tiergestützte Therapie so finanziert werden, dass für jeden Bewohner nur noch ein kleiner Eigenanteil übrig blieb. Leider übernehmen die Kassen diese Leistung nicht, obwohl die Bewohner nach dem wöchentlichen Besuch von Rebecca und ihrem Hund ruhig, entspannt aber motiviert sind. Es tut ihnen einfach gut.

Sozialkompetenz steht hoch im Kurs

Für Katzenfan Lisa war es die richtige Wahl für ihr Praktikum: »Es ist schön zu sehen, wie vielfältig Fähigkeiten gefördert und unterstützt werden können und wie offen die Bewohner dem Hund gegenüber sind. Ich bin begeistert«, fügt sie an.

Die AOK Plus legt großen Wert auf vielseitige praktische Einblicke im sozialen Bereich und schult die Sozialkompetenz ihres Firmennachwuchses seit 2015 mit dieser  Projektwoche. »Es ist uns wichtig, dass junge Menschen schon früh erfahren, dass Lebenssituationen unterschiedlich aussehen können«, erklärt AOK Plus-Sprecherin Hannelore Strobel. Insgesamt bildet die AOK Plus in Sachsen und Thüringen derzeit 264 junge Leute aus.


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