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R. Rink

Eine Delfintherapie für Daniel

Pirna. Der WochenKurier unterstützt ein Hilfsprojekt für den 36-jährigen Daniel aus Pirna, dem mit Hilfe von Spenden eine Delfintherapie ermöglicht werden soll.
Daniel mit seinen Eltern Jens und Angrit Näther.

Daniel mit seinen Eltern Jens und Angrit Näther.

Bild: R. Rink

Am 1. November 2005 änderte sich das Leben von Daniel Näther auf dramatische Art und Weise. Der damals 18-Jährige aus Pirna-Copitz hatte nach seinem Abschluss an der Pestalozzi-Mittelschule im September 2005 eine Lehre als elektrotechnischer Assistent an der Berufsschule in Copitz begonnen. Er war sportlich, spielte beim VfL Pirna-Copitz Fußball und später bei Lok Pirna Handball. Am besagten Novembertag war Daniel mit dem Fahrrad auf der Königsteiner Straße in Pirna unterwegs. Auf Höhe der Fußgängerampel gegenüber von Sport Wolf ereignete sich dann ein tragischer Unfall, bei dem Daniel von einem Lkw mit Anhänger erfasst worden ist. Er erlitt schwerste Kopfverletzungen und musste mit einem Rettungshubschrauber zu einer Not-Operation in die Dresdner Uniklinik geflogen werden.

Fast einen Monat lag der junge Mann auf der Intensivstation im künstlichen Koma. Ende Dezember 2005 folgte eine achtmonatige Reha in Kreischa. Dort musste er alles neu lernen, von Schlucken über Reden und Laufen. Im Januar 2006 ist zudem in der Uniklinik die Schädeldecke reimplantiert worden. Nicht nur für Daniel, sondern auch für seine Eltern änderte sich nach dem Unfall das komplette Leben. Der zu 100 Prozent schwerbeschädigte Junge musste von nun an 24 Stunden am Tag betreut werden. Am Anfang war er sogar noch auf den Rollstuhl angewiesen und brauchte Unterstützung beim Essen und Trinken. Mit der AWO in Pirna-Sonnenstein fanden die Eltern dann eine Tagespflege, die ihn acht Stunden am Tag betreut.

Delfintherapie

Einige Jahre später erfuhren Daniels Eltern von einer Delfintherapie, die den Heilungsprozess unterstützen soll. Dabei spielen die Ultraschall-Laute von Delfinen, mit denen sie kommunizieren, eine entscheidende Rolle. Mit diesem Ultraschall können Delfine mittels eines Röntgenbildes »sehen« und damit Tumore, Luxationen, Entzündungen und andere Anomalien verorten und darauf reagieren. Der Ultraschall kann dabei Zellen im menschlichen Gehirn stimulieren und die Informationsverarbeitung beschleunigen. Dadurch können psychische und physische Entspannungsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Selbstständigkeit, Motorik und Ausdrucksfähigkeit positiv beeinflusst werden. Die Krankenkassen in Deutschland erkennen diese Therapien allerdings nicht an und übernehmen daher keinerlei Kosten dafür.

Erste Hilfsaktion 2009

Als damals eine Wochenzeitung aus Pirna vom Wunsch der Familie Näther nach einer Delfintherapie für ihren Sohn erfuhr, unterstützte sie sofort diese Aktion und berichtete vom Schicksal Daniels. Die von der Zeitung im Jahr 2009 initiierte Spendensammlung wurde von vielen Akteuren und Privatpersonen aus Pirna und Umgebung unterstützt. Insgesamt kamen so rund 8.500 Euro zusammen. Diese Summe ermöglichte Daniel eine Delfintherapie im türkischen Kemer bei »Kids & Dolphins«.

Die Delfintherapie, die er mit seinen Eltern im September 2009 durchführte, bedeutete damals einen deutlichen Schub für Daniel, der bis dahin oft antriebslos wirkte und im Neulernprozess stehen geblieben zu sein schien. Doch schon während der Therapie lebte er richtig auf, redete mehr, wurde aktiver und agiler. Dies hielt auch noch viele Wochen nach dem Aufenthalt in der Türkei an. Neben den Delfinen, die ein feines Gespür für die Problemzonen von Menschen haben, sind auch Physiotherapie und andere begleitende Behandlungen vorgenommen worden. Gemeinsame Ausflüge sorgten für die nötige Ablenkung vom sonst so kräfteraubenden Alltag.

Der Zustand von Daniel hat sich in den letzten Jahren leider wieder verschlechtert. Seit 2015 leidet er an epileptischen Anfällen, welche anfangs nur selten, aber nun immer häufiger auftreten. Diese werfen ihn in seinen Fortschritten immer wieder zurück. Auch das Laufen ist schwieriger geworden. Im vergangenen Jahr häuften sich die Anfälle, er bekam Rheuma und etliche Infektionen. Der Wunsch ist daher groß, nach 15 Jahren über eine weitere Delfintherapie den Heilungsprozess wieder besser unterstützen zu können.

Zweckgebundene Spenden sind über das Spendenkonto des ASB OV Königstein/Pirna e.V. bei der Volksbank Pirna eG unter Verwendungszweck »Delfintherapie«; IBAN: DE34 8506 0000 1040 9260 86; BIC: GENODEF1PR2 möglich


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