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Senftenbergs Jugend hält die Erinnerung wach

Senftenberg. Zum Holocaust-Gedenktag fand an authentischem Ort eine besondere Gedenkveranstaltung statt. Nur wenige Hunderte Meter vom einstigen Außenlager des KZ Groß Rosen legten Stadtverordnete, Einwohner und Senftenberger Gymnasiasten am Ehrenmal für die Tausenden Häftlinge des ehemaligen Außenlagers Blumen und Kränze nieder und gedachten der Opfer.

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Die Gymnasiasten aus dem Seminarkurs »GegenDasVergessen« stellen Bürgermeister Andreas Pfeiffer ihre Forschungsergebnisse zum einstigen Außenlager des KZ Groß Rosen vor.

Die Gymnasiasten aus dem Seminarkurs »GegenDasVergessen« stellen Bürgermeister Andreas Pfeiffer ihre Forschungsergebnisse zum einstigen Außenlager des KZ Groß Rosen vor.

Foto: Andrea Budich

An dem Ort, in dessen Nähe heute Urlauber die schönste Zeit im Jahr verleben, ist vor 80 Jahren Schreckliches passiert. Die Erinnerung daran, wie Häftlinge von den Nazis gewaltsam durch Großkoschen geschleift wurden, die Erinnerung an Schüsse und Schreie aus dem nahen Kiefernwald – sie wird immer blasser, weil es immer weniger Zeitzeugen gibt. »Erinnern ist aber aktuell wichtiger denn je. Wir müssen die Erinnerung unbedingt lebendig halten«, appelliert Bürgermeister Andreas Pfeiffer.

 

Ein mahnendes Gedenken im Senftenberger Ortsteil Großkoschen, das in diesem Jahr einen Zuspruch erlebt, der noch nie so überwältigend war. Das freut den Bürgermeister ganz besonders. Vor allem zahlreiche junge Senftenberger verneigen sich mit Blumen im Arm vor dem Ehrenmal. Darunter mit Nele Venedy und Tina Siering viele Abiturienten, die im Seminarkurs »GegenDasVergessen« und im Leistungskurs Geschichte seit Monaten dabei sind, die Geschehnisse im KZ-Außenlager aufzuarbeiten.

 

Ein langer Zug aus über 60 Senftenbergern setzt sich nach dem offiziellen Gedenken dann auch zum Schauplatz des grausigen Geschehens in Bewegung. Mitten im Wald, am Sandschacht, wird dann gemeinsam an den beiden gemauerten rot-gelben Klinkersäulen derjenigen gedacht, die hier von 1944 bis zur Befreiung gelitten haben.

 

Die Forschungsergebnisse der Gymnasiasten sind schockierend: Danach haben einige Tausend Häftlinge in dem Außenlager gelitten. Hunderte sind hier gestorben. Sie mussten von der Wehrmacht abgeschossene Flugzeuge demontieren. Die wiederverwendbaren Teile wurden für den Abtransport sichergestellt, der Rest in der nahen Aluhütte in Lauta eingeschmolzen. Die Überreste des Krans, mit dessen Hilfe die Flieger hochgehievt wurden, sind heute noch an den Gleisen sichtbar. Ein stiller Zeitzeuge, der bei allen Beteiligten für Gänsehaut-Momente sorgt.

 

»Auf die Arbeit der Gymnasiasten sind wir richtig stolz«, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Kerstin Weidner. Dem Forschungsprojekt hat Bürgermeister Pfeiffer jetzt die volle Unterstützung der Stadt zugesagt. Als nächster Schritt ist das Aufstellen einer Gedenktafel am einstigen Lagereingang geplant. »Damit die Erinnerung nicht stirbt«, sagt Tutorin und Seminarkursleiterin Anne-Christin Wegner. Demnächst soll es auch eine Veröffentlichung zu den schon fast in Vergessenheit geratenen Geschehnissen bei Großkoschen geben.


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