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„Riesaer Sternschnuppennächte“ in Sicht

In der kommenden Woche ist es soweit: Die sommerlichen Sternschnuppen erreichen ihr jährliches Maximum. Anlass für die Volkssternwarte Riesa täglich von 22 Uhr bis 4 Uhr zu den „Riesaer Sternschnuppennächten“ einzuladen. Wie Sternwartenleiter Stefan Schwager informiert, findet seit 17 Jahren dieses Angebot für die interessierte Öffentlichkeit statt. „Jeder ist herzlich eingeladen, zusammen mit uns auf die Lauer zu gehen“, sagt Schwager.

Weitere Informationen dazu gibt es am Samstag, 6. August, 16 Uhr bis 18 Uhr, während der „Astro Lounge“ sowie ab 21 Uhr zur Beobachtung „Planeten und Mond“. Von 18 Uhr bis 20 Uhr gibt es einen Vortrag „Sonnenfinsternis im indischen Ozean“ von Thomas Wolf in der Volkssternwarte Riesa zu erleben. Eine herzliche Einladung dazu an alle Interessierten. Was sind die Perseiden und warum heißt dieser Sternschnuppenstrom im August so? Sternwartenleiter Stefan Schwager erklärt: Von Mitte Juli bis Mitte August sind die sogenannten „Perseiden“ als Sternschnuppen am Nachthimmel zu beobachten. Dieser schönste und reichste Strom des Jahres kann bis zu mehrere Hundert Sternschnuppen pro Stunde hervorbringen. Der Ursprung dieses Stromes liegt im Kometen „109P / Swift-Tuttle“, welcher bei jedem Umlauf um die Sonne kleine Teilchen und Staubpartikel auf seiner Bahn zurücklässt. Wenn die Erde diesen alten Schweif durchkreuzt, dann verglühen diese Partikel und vom Erdboden aus sind „Sternschnuppen“ zu sehen. 2016 könnte es einige Überraschungen geben, denn durch den Einfluss des Gasriesen Jupiter hat sich die Distanz zur Bahn dieses Stromes verringert. Die Erde kreuzt Bereiche des Kometen, welche dieser beim Umlauf um die Sonne im Jahre 1479 durchflogen hat. Schaut man in Richtung Osten, dann geht im Sommer das Sternbild „Perseus“ gerade auf. Wenn bedingt durch die Flugrichtung der Erde die Staubteilchen in der Atmosphäre verglühen, dann scheint der Betrachter auf der Erde das Gefühl zu haben, dass diese aus dem Sternbild „Perseus“ zu fliegen scheinen. Daher der Name: „Perseiden“, welche auch die „Tränen des Laurentius“ genannt werden. Im Verlauf eines Jahres kreuzt die Erde einige solcher alten Kometenschweife und je nachdem, welches Sternbild dann gerade in „Richtung Flugbahn“" der Erde steht, tragen diese Ströme unterschiedliche Namen. „Leoniden“ im November, „Geminiden“ im Dezember, „Tauriden“ im Oktober und November, oder die „Lyriden“ im Frühjahr. Wann wird in Riesa zur Beobachtung eingeladen werden und was ist zu erwarten?
Von Donnerstag bis Sonntag, 11. bis 14. August, werde ausgiebig beobachtet werden. Vor allem in der Nacht um den 12. August werde das Maximum des Sternschnuppenstromes erwartet. Die beste Beobachtungszeit liege zwischen 22 Uhr bis 4 Uhr - und genau hier werden die Riesaer Sternenfreunde die Beobachtung anbieten. Dafür benötige man keine Teleskope, sondern nur freie Sicht auf den Himmel, kein störendes Streulicht, gutes Wetter und Geduld. Dann könne man pro Nacht durchschnittlich 200 bis 400 Meteore beobachten. In Rekordnächten zählten die Riesaer über 600 Meteore innerhalb einer Nacht. Die „Perseiden“ seien schnelle Objekte und würden sich mit zirka 60 Kilometer pro Sekunde durch die Atmosphäre bewegen. Dabei würden diese Partikel oft spektakulär verglühen und nicht selten sogar auffällige Leuchtspuren hinterlassen, die bis zu mehrere Sekunden lang nachglühen können. Was muss der Beobachter bei der Vorbereitung beachten? Was ist mitzubringen? Jeder Gast sollte sich gut vorbereiten und an den eigenen Komfort während einer Nachtbeobachtung über eine solch lange Dauer achten. Wichtig seien vor allem warme Kleidung, denn auch Sommernächste könnten empfindlich kalt werden, so dass selbst Pullover, Schal und Mütze mit im Gepäck sein sollten. Wenn sie aufgrund milder Witterung nicht benötigt werden sollten, dann ist das nicht schlimm. Aber besser man hat es dabei. Weiter geht es mit Liegemöglichkeiten. Hier können ISO Matten, Liegestühle, Liegen, Luftmatratzen, Schlafsäcke und Decken sehr hilfreich sein. Wenn man dann eingehuschelt und gemütlich auf dem Feld liegt und bei hoffentlich klarem Wetter auf die Meteore wartet, dann kann es schnell passieren, dass auch einmal der Magen knurrt, oder ein warmes Getränk die Geduld erwärmen könnte. Daher die Bitte an die Gäste, sich bitte auch für diesen Fall ein wenig Verpflegung mitzubringen. Übrigens: Bitte kein Fernlicht beim Erreichen des Beobachtungsgeländes anmachen und auf helle Lampen verzichten. Besser ist schwaches, rotes Licht - das stört nicht und reicht zur Orientierung völlig aus.


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