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Nur noch draußen in der Natur

Computer, Smartphone, Fernseher und eine schier unendliche Auswahl von Spielzeug. Da können Kinder leicht „vergessen“, auch mal draußen zu spielen. Doch eine kleine Gruppe, genauer die Eulengruppe der Kita Waldwichtel, widersetzt sich diesem Trend. Die kleinen Wichtel sind den ganzen Tag in der Natur. Dank einer Spende des Rotary Clubs dürfte das in Zukunft auch klappen, wenn es mal etwas kälter ist.

Wer die Eulengruppe der Kita Waldwichtel besuchen will, muss einen ungewöhnlichen Weg nehmen. Am Kita-Gebäude vorbei geht’s in den Wald. Dort haben sich die 14 kleinen Wichtel zusammen mit ihrer Erzieherin Beate Husgen eine kleine Oase geschaffen. „Unser Profil ist sehr der Natur verbunden. Wir haben hier weniger Spielzeug und weniger Medien. Dafür erleben die Kinder mehr Natur“, erzählt die Weißwasseranerin, die sich für das Projekt zur Natur- und Waldpädagogin fortgebildet hat. Gelernt, gebastelt und Sport getrieben wird genauso wie in den anderen Gruppen der Kita, nur eben (fast) die ganze Zeit draußen an der frischen Luft. In Zukunft soll auch draußen geschlafen werden. Doch dazu fehlten der Eulengruppe, die im Sommer 2015 in ihr Walddomizil zog, bisher noch einige Utensilien. Doch da kam kürzlich der Rotary Club Weißwasser ins Spiel. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Clubs hatten die Rotarier Geld gesammelt und konnten der Kita so stolze 2715 Euro übergeben. Davon kauft sich die Waldgruppe unter anderem Schlafsäcke, Isomatten und eine Heizmöglichkeit für ihre Unterkunft. Denn gänzlich auf ein Dach über dem Kopf müssen die Kinder natürlich nicht verzichten. Ein Bauwagen wurde zum Gruppenzimmer umfunktioniert und kann dank der Spende in Zukunft auch geheizt werden. Auch wenn Kinder nicht aus Zuckerwatte sind und auch mal bei schlechtem Wetter draußen sein können, braucht es für so ein Projekt natürlich die Unterstützung der Eltern. Die konnten sich zum Start alles ganz genau anschauen und einen Tag im Wald miterleben. Und das Konzept kam gut an. Die Eltern bringen ihre Kinder gern in die Waldgruppe und ziehen ihnen morgens entsprechend an. So klappt das Draußensein auch ohne Sonnenschein. „Für die Entwicklung der Kinder ist es extrem wichtig, viel draußen zu sein“, findet Arzt Lutz Buschmann. Kinder seien früher viel mehr draußen gewesen, dadurch seltener krank und wesentlich besser koordiniert. Die positiven Effekte kann auch Erzieherin Beate Husgen bestätigen. So seien beispielsweise sonst auffällige Kinder in der Waldgruppe viel ruhiger und konzentrierter.


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