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Motto: Jetzt erst recht!

Niesky. Die Mahnwachen am Waggonbau Niesky gehen auch nach Pfingsten weiter. Die IG Metall sieht das Insolvenzverfahren kritisch und hofft auf einen neuen Investor.
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Seit 2022 fordern die Beschäftigten den slowakischen Eigentümer des Waggonbau Niesky, Alexej Beljajev, zu einem Gespräch über drängende Kernfragen - Perspektive, Strategie, Struktur - auf.

Seit 2022 fordern die Beschäftigten den slowakischen Eigentümer des Waggonbau Niesky, Alexej Beljajev, zu einem Gespräch über drängende Kernfragen - Perspektive, Strategie, Struktur - auf.

Foto: IG Metall Ostsachsen

Die wöchentlichen Mahnwachen vor dem Werktor des Waggonbaus Niesky gehen auch nach Pfingsten weiter. Am 30. Mai treffen sich die Beschäftigten und die IG Metall Ostsachsen zur 29. Mahnwache. Sie wollen damit ein deutliches Zeichen für ihre Arbeitsplätze und ihren Standort setzen. Seit das Unternehmen Anfang Mai Insolvenz im sogenannten Schutzschirm-Verfahren beantragt hat, stehen die Wachen unter dem Motto: Jetzt erst recht!

 

Die Daten werden von der Good Conversations gGmbH (einer Tochtergesellschaft von ZEIT ONLINE) erhoben und verarbeitet.

 

Drei Monate hat der letzte Güterwagenhersteller Deutschlands seither Zeit, um ein Sanierungskonzept für das Unternehmen im Tatravagonka-Konzern vorzulegen. Die IG Metall sieht diese Form der Insolvenz jedoch eher kritisch. »Der Eigentümer hätte schon vor dem Insolvenzantrag jede Menge Zeit gehabt, um nach zukunftsträchtigen Lösungen für seinen Standort in Niesky zu suchen«, sagt Eileen Müller, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Ostsachsen. »Gemeinsam mit Betriebsrat und Beschäftigten haben wir schon seit Mitte 2022 auf die wirtschaftliche Schieflage des Standorts hingewiesen. Doch statt mit uns ins Gespräch über das Sofortmaßnahmenprogramm zu kommen, das ein mit fachlicher Expertise besetztes Zukunftsteam erarbeitet hat, hat der slowakische Eigentümer das Problem ausgesessen und auf die Spitze getrieben.«

 

Die IG Metall such weiter nach einer zukunftsfähigen Lösung. »Im Idealfall außerhalb des Tatravagonka-Konzerns«, wie die Gewerkschaft mitteilt. Der Standort habe mit erschlossenen Gewerbeflächen und technologischem Know-how der Beschäftigten viel Potenzial. Außerdem sei eine eigene Güterwagenherstellung in Deutschland mit Blick auf die Verkehrswende essenziell. »Für einen neuen Investor sind das optimale Voraussetzungen«, ist Eileen Müller überzeugt.


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