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Rainer Könen

Feuerwehrpersonal dringend gesucht!

Ullersdorf. Die Ullersdorfer Wehr ist nicht einsatzfähig. Auf einem Infoabend will man für die Mitarbeit bei der Löschgruppe werben.

Weil das alte Ullersdorfer Gerätehaus nicht mehr den gesetzlich geforderten Feuerwehrstandards entspricht, musste die Wehr vor einiger Zeit umziehen: die beiden Löschfahrzeuge sind nun in einer alten Scheune untergebracht, Equipment und Ausrüstung der kleinen Feuerwehrschar in einem Nebengebäude.  Foto: Rainer Könen

Weil das alte Ullersdorfer Gerätehaus nicht mehr den gesetzlich geforderten Feuerwehrstandards entspricht, musste die Wehr vor einiger Zeit umziehen: die beiden Löschfahrzeuge sind nun in einer alten Scheune untergebracht, Equipment und Ausrüstung der kleinen Feuerwehrschar in einem Nebengebäude. Foto: Rainer Könen

In diesen Tagen würde man mal gerne mit einem der Betroffenen zu reden. Etwa mit dem Ortswehrleiter. Um zu erfahren, was bei der Ullersdorfer Feuerwehr derzeit los ist. Warum im Radeberger Ortsteil kaum jemand Interesse hat, dort mitzutun, wie man sich fühlt, wenn man bei Einsätzen auf die Unterstützung einer anderen Wehr angewiesen ist. Und vor allem: Ob und wie es weitergehen soll, mit nur einer Handvoll aktiver Kameraden. Aber leider ist der Ortswehrleiter nicht erreichbar. Schon seit geraumer Zeit nicht. Denn mit der Wehrfähigkeit der 1902 gegründeten Ullersdorfer Feuerwehr sieht es trübe aus: nur elf Aktive waren es im vergangenen Jahr. Zwar konnte man jüngst »zwei neue Mitglieder« gewinnen, so Ortsvorsteher Frank-Peter Wieth (CDU). Aber um als »einsatzbereit« zu gelten, müsse die Wehr laut Brandschutzbedarfsplan mindestens 18 Aktive haben, so der Radeberger Stadtwehrleiter Werner Hütter. Heißt: Bei Einsätzen wird die kleine Feuerwehrschar von den Kollegen aus Großerkmannsdorf unterstützt.

Standort soll erhalten bleiben

Frage an Hütter: Wie geht es mit der Ullersdorfer Wehr weiter? Hütter weist darauf hin, dass in der Stadtverwaltung noch »keine Entscheidung« getroffen sei. Man wolle Ullersdorf aber nach Möglichkeit als »Feuerwehr-Standort« erhalten. Doch dafür braucht es mehr Personal. Um Verstärkung zu bekommen, hatte Ortsvorsteher Wieth in den zurückliegenden Monaten im Radeberger Ortsteil für eine Mitarbeit bei den Kameraden geworben. Bisher umsonst. Nun geht die Ullersdorfer Feuerwehr in die Offensive: Am 6. März veranstalten die Floriansjünger einen Infoabend. Da wolle man über die aktuelle Situation aufklären, so Wieth, verbunden mit der Hoffnung, den ein oder anderen für ein Engagement bei der örtlichen Löschgruppe begeistern zu können.

500.000 Euro für Planungen

Da darf man gespannt sein, ob das klappt. Denn die Rahmenbedingungen sind in Ullersdorf nicht gerade attraktiv. Seit dem Auszug aus dem alten Gerätehaus, das nicht mehr den gesetzlich-geforderten Feuerwehrstandards entspricht, sind die beiden Feuerwehrfahrzeuge in einer alten Scheune untergebracht, befinden sich Equipment und Ausrüstung der Aktiven in einem Nebengebäude. Wie lange diese provisorische Übergangslösung andauern wird, ist offen, ebenso die Frage, was mit dem neuen Gerätehaus wird. Für die Planungen wurden von der Stadt Radeberg bereits eine halbe Million Euro ausgegeben.

Aber wird ein neues Gerätehaus in Ullersdorf überhaupt gebraucht? Denn sollte der Ort dauerhaft keine einsatzfähige Wehr auf die Beine stellen können, dürfte die Realisierung des vier Millionen teuren Bauprojekts wohl in weite Ferne rücken. So wird die Großerkmannsdorfer Wehr vorerst weiter ausrücken, wenn die Ullersdorfer Kollegen Hilfe brauchen. Es gebe aber auch Überlegungen, »die Weißiger Wehr bei Einsätzen in Ullersdorf mit einzubeziehen«, so Hütter, der sich in seiner Funktion als Stadtwehrleiter von der Verwaltung im Stich gelassen fühlt. Der Grund: Im laufenden Haushaltsplan fehlen Mittel für Feuerwehr-Einsatzkleidung. Schließlich benötigten etliche der rund 125 Aktiven der Radeberger Wehr eine neue Ausrüstung, so Hütter weiter. Kostenpunkt einer Einsatzausrüstung, die im Schnitt vier Jahre hält: rund 2.500 Euro. Insgesamt »brauche ich mindestens 40 Einsatzgarnituren«, so der Stadtwehrleiter. Damit nicht genug: Auch werden Dienstuniformen gebraucht, Stückpreis 1.000 Euro. Also hatte sich Hütter jüngst an den Technischen Ausschuss gewandt, dort um Unterstützung gebeten. Damit der Stadtrat diese überplanmäßige Ausgabe genehmigt, die so dringend benötigten Ausrüstungen im Wert von rund 100.000 Euro finanziert werden können.

Ob das gelingen wird? Einer der Stadträte, die von Werner Hütter zu einem Vor-Ort-Termin in die Radeberger Wehr eingeladen wurden, ist Freie-Wähler-Fraktionschef Detlev Dauphin. »Ich werde das Thema in der nächsten Sitzung noch mal ansprechen, da sollen alle Stadträte erfahren, wie sich die Situation unserer Wehr darstellt.« Er sei gespannt »was unser Oberbürgermeister als ehemaliger Feuerwehrmann dazu sagen wird«.


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