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Wie könnte die Oberlausitz 2060 aussehen?

Wer waren wir? Wer sind wir? Wer werden wir sein? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine neue Ausstellung, die gerade in der Region entsteht. Das Besondere: Jeder kann sich einbringen.
Bilder

Es ist ein Motiv, dass man aus Literatur und Film kennt: Der Protagonist schreibt einen Brief an sein zukünftiges Ich. Darin enthalten sind Wünsche und Ideen, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Darauf basiert gewissermaßen eine neue Sonderausstellung, die derzeit beim Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund entsteht und die ab 27. Oktober im Schloss Krobnitz gezeigt wird. Sie soll von Oberlausitzern für Oberlausitzer sein. Der Museumsverbund hofft auf ein reges Mitmachen der Bevölkerung. Beteiligen kann sich jedermann. »Wir wollen nicht nur eine tolle Ausstellung auf die Beine stellen, sondern vor allem auch Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, zu lernen, wie man eine Ausstellung von der Planung bis zur Umsetzung aufbaut«, sagt Kommunikations- und Kulturwissenschaftlerin Romy Pietsch. Bei Stammtischen und Jugendtreffs (Termine siehe Extrakaten) kann man sich informieren und Ideen einbringen. Die Workshops dienen dann dazu, die Ideen umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen »Wer waren wir«, »Wer sind wir« und »Wer werden wir sein«. Es wird also nicht nur in die Zukunft geblickt, sondern auch Gegenwart und Vergangenheit thematisiert. Die ersten Treffen haben bereits stattgefunden, so dass schon erste Ideen gesammelt werden konnten. Städte im Wasser, fliegende Autos, Drohnen am Himmel – all das muss natürlich auch visualisiert werden. Eine Möglichkeit ist, Objekte und Modelle zu bauen. Geht das nicht, stehen noch andere Optionen bereit. »Wir haben die Möglichkeit, einen animierten Trickfilm zu erstellen«, verrät die Museumspädagogin.  Außerdem können mit einem 3D-Stift Modelle dreidimensional gezeichnet werden.

Zukunftswerkstatt in den Herbstferien

Zur Umsetzung der Ideen wird unter anderem in den Ferien im Schloss Krobnitz eine Zukunftswerkstatt eingerichtet. Vom 14. bis 18. Oktober sollen hier die Ausstellungstücke entstehen. Während die Teilnahme an den Stammtischen kostenfrei ist, kostet das Mitmachen beim Workshop 1,50 Euro pro Tag für Kinder und 3 Euro für Erwachsene. Dafür werden den Teilnehmern aber alle benötigten Materialen zur Verfügung gestellt.  Es ist nicht die einizige Möglichkeit, mit anzupacken. »In der Zeit vom 14. bis 24. Oktober kann jeder der Lust hat, am Aufbau der Ausstellung mitwirken. Man muss sich dazu nur bei mir Anmelden«, so Romy Pietsch. Da sich das Projekt nicht nur mit der Zukunft der Oberlausitz beschäftigt, werden auch Stücke aus der Vergangenheit gesucht. Wer ein besonderes Objekt, dass etwas über die Oberlausitzer Geschichte erzählt, als Leihgabe für den Zeitraum der Ausstellung beisteuern möchte, kann sich mit dem Museumsverbund in Verbindung setzen. Gezeigt wird die mit »Oberlausitz 2060« betitelte Ausstellung bis 2. August 2020. Und sie soll sich in dieser Zeit weiterentwickeln.  Deswegen ist beispielsweise für die Weihnachtsferien ein weiterer Workshop geplant. Dort stehen dann traditionelle Weihnachtsbräuche und die Frage, wie diese sich in Zukunft entwickeln könnten, im Fokus. Außerdem wird ein Weihnachtsmärchen im Manga-Stil gestaltet.

Stammtische und Workshops

Stammtische: 20. September, 14 Uhr, Dorfmuseum Markersdorf 13. Oktober, 16 Uhr, Granitabbaumuseum Königshainer Berge 19. Oktober, 16 Uhr, Ackerbürger-Museum Reichenbach 20. Oktober, 16 Uhr, Schloss Krobnitz Die Teilnahme an den Stammtischen ist kostenfrei. Jugendtreff 5. Oktober, 10.30 Uhr, Schloss Krobnitz Herbstferien-Workshop:  14. bis 18.10., Mo/Mi/Do 11-16 Uhr, Di/Fr 9-12 Uhr im Schloss Krobnitz Anmeldung unter 035829/60329 oder r.pietsch@museumsverbund-ol.de.