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Weniger Schotter für die Lausitz-Rallye

Der Lausitz-Rallye fehlt es dieses Jahr an Schotter. Und das in doppelter Hinsicht. Zum einen wird durch neue Strecken nur noch zu 75 Prozent über Schotter gefahren. Früher waren es nahezu 100 Prozent. Zum anderen bereitet den Veranstaltern weiterhin die Finanzierung des Events Kopfzerbrechen.
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Anders als in den vergangenen Jahren führen die Strecken diesmal nicht mehr fast ausschließlich über Schotter. Rund ein Viertel der Fahrzeit werden die Boliden über Asphalt rasen. Foto: Archiv

Anders als in den vergangenen Jahren führen die Strecken diesmal nicht mehr fast ausschließlich über Schotter. Rund ein Viertel der Fahrzeit werden die Boliden über Asphalt rasen. Foto: Archiv

Die beste Nachricht zu Beginn: Wolfgang Rasper und das Team des Rallye-Renn- & Wassersport-Club Lausitz (RRWC) stecken den Kopf nicht in den Sand. Trotz schwieriger Bedingungen haben sie in diesem Jahr die 19. Lausitz-Rallye auf die Beine gestellt und wollen das auch zum Jubiläum im nächsten Jahr tun. Schwieriger als in diesem Jahr dürfte es 2017 kaum werden. Die Unsicherheit ob des Verkaufs der Braunkohlesparte von Vattenfall an EPH hat die Sponsorensuche in den vergangenen Monaten verkompliziert. Momentan fehlen noch rund 20.000 Euro im Etat. Eine Absage kam aber nicht infrage, auch weil die teurer geworden wäre als das Defizit, das bei der Durchführung der Rallye möglicherweise entsteht.
Neuer Kurs führt um den Bärwalder See Zuschauer und Fahrer müssen sich bei der 19. Ausgabe der Rallye auf einige Änderungen einstellen. Nicht alle sind dem Sponsorenmangel geschuldet. Durch den Fortschritt des Tagebaus mussten auch dieses Jahr wieder neue Strecken gefunden werden.

„Wir haben diesmal keine 98 Prozent Schotter, sondern nur noch etwa 75 Prozent. Der restliche Streckenverlauf führt über Asphalt“, berichtet Wolfgang Rasper.
Auf den Showstart am Boulevard in Weißwasser verzichtet der Veranstalter diesmal komplett.
„Wir haben alles gestrichen, was nicht sein muss. Das kostet im Moment einfach zu viel Geld“, erklärt Rasper.
Insgesamt sieben Wertungsprüfungen (WP) gibt es diesmal, darunter die WP Uhyst, die wieder ins Programm aufgenommen wurde und die brandneue WP Bärwalder See, auf der die Fahrer in ihren Boliden erstmals auf einem Rundkurs um Sachsens größten See donnern. Die Streckenverläufe veröffentlicht der RRWC aus Sicherheitsgründen nicht vorab. Im vergangenen Jahr gab es aufgrund des regen Zuschauerstroms einige Probleme, unter anderem mit Zuschauern, die außerhalb der Zuschauerpunkte an den Strecken auftauchten und zugeparkten Tagebauzufahrten.
Straßensperrungen Mehr Fahrten über Asphalt bedeuten natürlich auch Einschränkungen auf den Straßen. Die S131 zwischen Kringelsdorf und Reichwalde wird am Samstag, 29. Oktober, von 13.30 Uhr bis 19.30 Uhr voll gesperrt. Außerdem sind die Gemeindestraßen von Reichwalde Thomaswalder Straße bis Dürrbach und die von der S131 abgehende Straße bis Dürrbach in dieser Zeit voll gesperrt. In Klitten ist die Verbindungsstraße Abzweig Rittmeisterweg bis zur Einmündung B156 am 29. Oktober von 14 Uhr bis 20.30 Uhr ebenfalls voll gesperrt. Sie muss für die Wagen der Rettungsstation Bärwalder See freigehalten werden. Auch die Rad- und Wirtschaftswege um den Bärwalder See sind am 29. Oktober teilweise gesperrt. Die Einschränkungen werden alle rechtzeitig ausgeschildert. Netzabdeckung ist schlecht Neben vielen Neuerungen ist eins beim Alten geblieben: Das leidige Problem mit dem mangelhaften Mobilfunknetz macht den Organisatoren auch dieses Jahr das Leben schwer.
„Die Netzabdeckung ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert schlecht geblieben, manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass es schlechter geworden ist“, sagt Wolfgang Rasper.
Das macht die Datenübertragung und die Verständigung für die Organisatoren schwer und gibt Minuspunkte bei der Bewertung der Rallye. Beim Teilnehmerfeld rechnet der RRWC wieder mit 70 bis 80 Autos, die an Start gehen. Momentan liege man bei den Anmeldungen auf Vorjahresniveau. Erfahrungsgemäß passiert bei den Nennungen in den letzten Tagen vor der Rallye noch viel. Auf jeden Fall dabei sind die Lokalmatadoren Matthias Kahle und Christian Doerr, die bei der Lausitz-Rallye die Deutschlandpremiere für ihr neues Auto, einen Skoda R5,
feiern. • Weitere Infos rund um die Rallye gibt’s im Internet auf www.lausitz-rallye.de.(Tony Keil)