tok/pm

Das Porzellanland wird erweitert

Görlitz. Die Ausstellung »Porzellanland Schlesien« im Schlesischen Museum bekommt zweiten Teil. Zu sehen ist sie noch bis Februar.

Bilder
Die Ausstellung "Porzellanland Schlesien" wird bis 26. Februar 2023 gezeigt.

Die Ausstellung "Porzellanland Schlesien" wird bis 26. Februar 2023 gezeigt.

Foto: Schlesisches Museum zu Görlitz

Das Schlesische Museum zu Görlitz präsentiert aktuell in seiner Sonderausstellung »Porzellanland Schlesien« eine Auswahl aus seiner Sammlung, die wohl zu den weltweit größten zählt. Diesen Schatz verdankt das Haus den 2021 übergebenen Schenkungen der Sammler Gerhard und Margret Schmidt-Stein sowie Adelheid Schmitz-Brodam. Seit Juli wird in einer ersten Teilausstellung mit fast 2.000 Objekten aus der Sammlung Schmidt-Stein ein Überblick über die schlesische Porzellanherstellung zwischen 1820 und 1945 geboten. Ästhetisch ansprechende Porzellane von Neu-Rokoko bis Art déco vermitteln einen Eindruck von den hohen Fähigkeiten der Hersteller in Schlesien.

 

Ab 10. September ist nun Teil 2 der Ausstellung mit Fabrikaten des Porzellanherstellers Carl Tielsch & Co. in Altwasser (heute Stary Zdrój) aus der Sammlung von Adelheid Schmitz-Brodam zu sehen. Die Schau führt das breite Produktportfolio eines einzelnen schlesischen Unternehmens vor. Mit ihren unterschiedlichen Fokussierungen ergänzen sich beide Teilausstellungen, die bis zum 26. Februar 2023 gezeigt werden.

 

Adelheid Schmitz-Brodam gelang es in fast 50 Jahren, eine Sammlung aufzubauen, die ca. 750 Einheiten umfasst: Service, Gedecke, Vasen, Dosen und anderes mehr. Sie kam bereits als Kind mit schlesischem Porzellan in Berührung, obwohl sie im Rheinland aufwuchs: "Als Kinder waren wir jedes Jahr in den Ferien bei der Großmutter. Sie wohnte in Waldenburg-Altwasser neben dem Bahnhof. Im Krieg brachte uns mein Vater 1941 wegen der Bombenangriffe im Rheinland zur Großmutter nach Altwasser. Dort waren wir bis Februar 1945. Das Haus der Großmutter lag gegenüber der Porzellanfabrik Carl Tielsch. Dort gab es einen Bereich, auf dem die Scherben, die bei der Herstellung und dem Brand des Porzellans anfielen, entsorgt wurden. Auf diesem Scherbenberg konnten wir spielen."

 

Ihre Sammelleidenschaft wurde 30 Jahre später geweckt, als sie einen Teller der Fa. Tielsch geschenkt bekam. Jetzt erwachte das Interesse an den Produkten dieser einstmals größten Porzellanfabrik Deutschlands, die von 1845 bis 1945 bestand. In ihrer umfangreichen Sammeltätigkeit trug sie einen Überblick über die gesamte Produktion von Carl Tielsch & Co zusammen. Aus Altersgründen hat sie dem Schlesischen Museum ihre wertvolle Sammlung vermacht.