Stefan Staindl

»Wir haben nur diese eine Erde«

Mühlberg/Elbe. Der Kirchenkreis Bad Liebenwerda setzt ein Zeichen für den Natur- und Umweltschutz. Seit Juni 2021 gibt es dort die Arbeitsgemeinschaft (AG) »Grün - Ökologie im Kirchenkreis«.

Bilder
Antje Wurch ist die Vorsitzende der AG »Grün – Ökologie im Kirchenkreis Bad Liebenwerda« und leitet das »Greenteam Mühlberg/Elbe«. Hier steht sie vor der »Grünen Bude« ihrer »Greenkids«.

Antje Wurch ist die Vorsitzende der AG »Grün – Ökologie im Kirchenkreis Bad Liebenwerda« und leitet das »Greenteam Mühlberg/Elbe«. Hier steht sie vor der »Grünen Bude« ihrer »Greenkids«.

Foto: sts

In dieser sind aktuell vier hauptamtlich sowie vier ehrenamtlich Tätige aus der Kirchenkreis-Synode aktiv, berichtet AG-Vorsitzende Antje Wurch, Diplom-Gemeindepädagogin und Referentin für die Arbeit mit Kindern und Familien im Kirchenkreis. »Im ersten Schritt haben wir Ideen gesammelt, was wir zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen können. So haben wir einen Beschluss angeschoben, dass wir den CO2-Ausstoß unserer gefahrenen Dienstkilometer verrechnen und kompensieren und dieses Geld für Umweltprojekte einstellen. Ergänzend dazu haben wir einen Umweltfonds in Höhe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Auf diesen können unsere Kirchgemeinden zurückgreifen und erhalten eine 90-prozentige Förderung für eigene Umweltprojekte - etwa wenn sie Bäume pflanzen oder ihre Kirchenbänke punktuell mit Heizkissen austatten möchten.«

 

Gefördert wurde bereits auch eine Wallbox für ein Elektroauto eines Pfarrers. Ebenso konnte eine Photovoltaikanlage in Bad Liebenwerda unterstützt werden. »Sie soll auf das Dach des Gemeindehauses und einem Schuppen installiert werden und das Gemeindehaus, das Pfarrhaus, die Superintendentur und die Kirche versorgen. Das Projekt ist genehmigt. Aktuell kümmert sich die Kirchgemeinde um die Umsetzung.« Wie Antje Wurch berichtet, denken sie auch darüber nach, einen Friedwald anzulegen. Er könnte auf Brachflächen klassischer Friedhöfe entstehen. Diese könnten umgewidmet und mit Baumpflanzungen zu einem Bestattungswald umfunktioniert werden.

 

»Hier kann unser Projekt Kasualienbäume hineinfließen. Jede Kirchgemeinde kann für jeden Täufling, Konfirmanden oder für jedes Brautpaar als Geschenk einen Baum pflanzen. Wir haben eine Liste mit klimaresistenten Bäumen und Sträuchern und beraten gern dazu. Das Projekt wird ebenfalls zu 90 Prozent aus dem Umweltfonds gestützt. Leider wird es bisher noch nicht so intensiv genutzt.« Deshalb will die AG im kommenden Jahr dieses Projekt sowie weitere Möglichkeiten, sich für den Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen, stärker in die Kirchgemeinden hineintragen. »Uns geht es darum, zu sensibilisieren, was jede Gemeinde tun kann. Eine entsprechende Checkliste soll dabei helfen. Beispielsweise könnte man Ökostrom und Ökogas sowie Recyclingpapier und nachfüllbare Druckerpatronen in den Gemeindebüros verwenden.« Langfristiges Ziel sei es, in einer Kirchgemeinde das zertifizierte Umweltmanagementsystem »Grüner Hahn« der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland einzuführen.

 

Bereits im Herbst dieses Jahres sei es angedacht, dass der für den Kirchenforst zuständige Forstingenieur Andreas Schirmer zu Vorträgen einlädt und darüber berichtet, wie nachhaltige Waldbewirtschaftung funktioniert. Auch eine Tour durch die Kirchenwälder sei angedacht. Mit Andreas Schirmer habe man bisher viele Aktionen durchgeführt und etwa Bäume gepflanzt. Beispielsweise auf einem abgebrannten Teil des Kirchenwaldes bei Saxdorf. Hier habe das »Greenteam Mühlberg/Elbe« mitgeholfen. Das gibt es seit 2006 in Mühlberg/Elbe. Hier betreut Antje Wurch Kinder der 1. bis 6. Klasse. »Wir treffen uns einmal im Monat, kochen gemeinsam, pflanzen Bäume, sammeln Müll und sprechen viel über den Umweltschutz.« Wie Antje Wurch sagt, geht es bei dem »Greenteam« wie auch in der AG darum, Gottes Schöpfung zu bewahren: »Wir haben die Zeichen des Klimawandels mit dem Hochwasser und dem Tornado in Mühlberg erlebt. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Umwelt schützen und dieses Bewusstsein in den Gemeinden hineintragen und an nachfolgenden Generationen weitergeben. Wir haben nur diese eine Erde.«