Bernd Witscherkowsky

Falls der »Topf« aber mal ein Loch hat

Doberlug-Kirchhain. Sie sollten halbwegs schwimmen können, ohne dass Fahrer und Besatzungen nasse Füße bekommen. Auch gepanzerte Fahrzeuge müssen halt dicht sein.

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Zwei 15 KW-Pumpen saugen in gut 20 Minuten die 60 Kubikmeter »Elster-Wasser« aus dem Tank. Das System soll auch noch bei Temperaturen bis - 10 Grad funktionieren.

Zwei 15 KW-Pumpen saugen in gut 20 Minuten die 60 Kubikmeter »Elster-Wasser« aus dem Tank. Das System soll auch noch bei Temperaturen bis - 10 Grad funktionieren.

Foto: wit

Damit Lecks in den Wannen der stählernen Kolosse nicht erst erkannt werden, wenn den Insassen das Wasser bis zum Hals steht, haben sich Lausitzer Konstrukteure und Ingenieure etwas einfallen lassen. Nach gut acht Monaten Bauzeit konnte jetzt ein erstes gemeinsames Großprojekt zwischen der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL) und der LEAG-Tochter MCR Engineering Lausitz GmBH realisiert werden - eine so genannte mobile Watanlage. Dabei handelt es sich um eine geschlossene, wasserdichte Prüfeinrichtung, mit der die Dichtigkeit von Panzerwannen und von Antriebsteilen für Fahrzeuge geprüft werden kann. Sie ist in Stahlbauweise ausgeführt, neun Meter lang, fünf Meter breit und wiegt 20 Tonnen. Im Prinzip ein offener Container, der im Bedarfsfall mit 60.000 Liter Wasser aus der Kleinen Elster gefüllt werden kann, welches nach der Dichteprüfung wieder in einem oberirdischen Tank landet und erneut verwendet werden kann.

Eine »Füllung« dauert dabei lediglich 20 Minuten, wofür modernste Hochleistungspumpen sorgen. In der Anlage können die Fahrzeugtypen Wiesel, BV206S, Fennek, Transportpanzer Fuchs und GTK Boxer geprüft werden. Für Sascha Franz, Geschäftsführer der HIL GmbH, eine echte Innovation: »Durch die Inbetriebnahme ergeben sich maßgebliche Änderungen im Portfolio unseres Werkes und aller Verfahrensabläufe. Mit starken Partnern, wie der LEAG ist es uns gelungen, unser Werk in Doberlug-Kirchhain noch ein Stück zukunftsfähiger zu machen und auch weiterhin allen Anforderungen einer modernen Instandsetzung zu genügen. Hierdurch leisten wir einen großen Beitrag zur Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten.«

Dankbar über Auftrag und Zusammenarbeit zeigte sich MCR-Geschäftsführer Jürgen Podszun. »Dieser Kundenauftrag war mit der Herausforderung verbunden, einen anspruchsvollen Prozess der Watprüfung in einem hochmodernen Prüfstand zu realisieren. Die Anlage erfüllt alle Anforderungen, ist robust, digital steuerbar und lässt sich für ein breites Fahrzeugspektrum einsetzen«, wie er bei der Übergabe am vergangenen Mittwoch sagte.


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