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SLUB und TU Dresden gründen Deutsches Archiv der Kulinarik

Dresden. Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek und die Technische Universität haben in Dresden das Deutsche Archiv der Kulinarik gegründet.

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Blick ins Food Studio der SLUB Dresden.
 Foto: SLUB/ Ramona Ahlers-Bergner

Blick ins Food Studio der SLUB Dresden. Foto: SLUB/ Ramona Ahlers-Bergner

Foto: SLUB / Ramona Ahlers-Bergner

Die deutschlandweit einzigartige Sammlung zur Entwicklung der Kochkunst sowie zur Tafel- und Esskultur wird in den kommenden Jahren gezielt erweitert.

»Dafür werden wir Menükarten, Handschriften und Bücher digitalisieren, wissenschaftlich erschließen und über ein eigenes Kulinarik-Portal weltweit online zugänglich machen«, sagt Katrin Stump, Generaldirektorin der SLUB Dresden. »Mit Veranstaltungen und Ausstellungen für ein breites Publikum wollen wir darüber hinaus den gesellschaftlichen Diskurs rund um die Themen Ernährung und Kulinarik beleben und somit das Deutsche Archiv der Kulinarik als einen zentralen Akteur für Forschung, Lehre und Wissenstransfer in die Gesellschaft etablieren.«

Dank maßgeblicher Unterstützung durch die TU Dresden, die Christian C.D. Ludwig-Foundation, die Kulturstiftung der Länder und die Rudolf-August Oetker-Stiftung konnte die SLUB Dresden in den vergangenen Jahren einen umfangreichen Bestand an Kulinaria aufbauen. Handschriften, Bücher und Zeitschriften sowie Menükarten, Gebrauchsgrafik, Fotografien und AV-Medien machen die besondere Vielfalt der Sammlung aus.

Herausragend ist darunter der Nachlass des Gastronomiekritikers Wolfram Siebeck mit Speise- und Menükarten der prominentesten französischen Köche, etwa Paul Bocuse oder Alain Chapel, zu nennen. Auch die umfangreiche Kulinaria-Sammlung von Ernst Birsner, Maître de cuisine im Kochstudio des Burda-Verlages, ist im Hinblick auf ihre Qualität und Quantität hervorzuheben: Sie enthält mehr als 40.000 Menü- und Speisekarten deutscher und europäischer Fürsten- und Königshäuser des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die die täglichen Mahlzeiten zum Teil fast lückenlos abbilden – darunter Menübücher Kaiser Wilhelms II. aus seinem Exil in Doorn und der englischen Königin Elisabeth II. aus dem Jahr 1959.

Neben der Bibliotheca Gastronomica von Walter Putz, der 50 Jahre lang als Oberkellner in den besten Hotels Deutschlands gearbeitet hat, sind mit der Sammlung des ersten deutschen 3-Sterne-Kochs Herbert Schönberner und jener von Lothar Eiermann darüber hinaus Spitzenköche vertreten.


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