Carola Pönisch

Schillerhäuschen braucht Helfer

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Foto: Pönisch

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Das kleinste Museum der Stadt Dresden ist seit dem 9. Mai, dem 215. Todestag Schillers, wieder geöffnet, coronabedingt einen Monat später als üblich.  Die Memorialstätte, in der seit 2005 an den zweijährigen Aufenthalt Schillers in Dresden (1785-1787) erinnert wird, ist von Mai bis September 2020 an Wochenenden und Feiertagen geöffnet. Diese Öffnungszeiten werden von ehrenamtlichen Kräften gewährleistet. Da sich einige der älteren Ehrenamtlichen aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen haben, mangelt es momentan an Helfern.
Wer Interesse an dieser Arbeit hat und mit seinem Einsatz dafür sorgen möchte, dass das Schillerhäuschen weiterhin regelmäßig geöffnet werden kann, sollte sich melden: * Stadtbezirksamt Loschwitz, 0351/4888501; E-Mail: info@schiller-koerner-dresden.deGeplatzte Pläne des Vereins für 2020 Vor vier Jahren haben sich einige Enthusiasten zu einem Verein zusammengeschlossen, der mehr will als "nur" das Schillerhäuschen zu öffnen - nämlich Schiller und Körner mit Veranstaltungen und Begegnungen wieder stärker ins Bewusstsein der Kulturstadt Dresden heben. Den Reigen der Veranstaltungen, die coronabedingt voraussichtlich bis 31. August nicht stattfinden können, sollte im April ein Vortrag von Barbara Stave aus Dresden zu „Körners Tafelrunde“ eröffnen. Am 9. Mai, Schillers 215. Todestag und zugleich Europatag, hatte sich der Verein einen Chor eingeladen, der u.a. Schillers „Ode an die Freude“ in mehreren Vertonungen darbieten wollte.Zur Museumsnacht hätte das kleinste der Dresdner Museen seine Gäste wie jedes Jahr mit Wein von den Loschwitzer Elbhängen und einem Programm begrüßt. Am 15. August war ein Vortrag von Dietmar Schulze vom Schillerverein Leipzig im Kügelgenhaus geplant. Mit Dr. Sven Schlotter aus Jena sollte am 4. September die diesjährige Vortragsreihe enden, aber nicht die Aktivitäten des Vereins. Der hat sich zum Geburtstag des Dichters am 10. November etwas Besonderes ausgedacht: einen Stadtrundgang auf Schillers und Körners Spuren durch Dresden. Ein Faltblatt dazu befindet sich in Vorbereitung. Noch besteht die Hoffnung, dass wenigstens die letztgenannten Veranstaltungen stattfinden können. Historische Hintergründe Christian Gottfried Körner (1756-1831), Oberkonsistorialrat in Dresden, lernte 1785 in Leipzig den 26-jährigen Schiller kennen, als dieser seine schwäbische Heimat verlassen hatte und sich in einer äußerst schwierigen persönlichen Lage befand und die brotlose Kunst des Dichtens schon aufgeben wollte. Körners großherzige Einladung nach Dresden erlöste ihn für die folgenden zwei Jahre von allen pekuniären Sorgen. Schiller fand wieder zu seiner Bestimmung, und es begann eine sorgenfreie, äußerst schaffensreiche Zeit. In Körners Stadtwohnung und dem Sommersitz der Familie am Weinberg in Loschwitz fühlte er sich „endlich zu Hauße“. Hier vollendete er die „Ode an die Freude“ und das Drama „Don Karlos“, und es entstanden mit dem „Geisterseher“, den „Philosophischen Briefen“ u.a. weitere wichtige Werke des Klassikers. Mitte des 19. Jahrhunderts richteten Dresdner Bürger und Schillerverehrer im ehemaligen Weinberghäuschen Körners in Loschwitz eine Gedenkstätte ein, die seitdem, allerdings mit Unterbrechungen, an den Aufenthalt Schillers in Dresden erinnert. Im Jahre 2005 wurde das vom Verfall bedrohte Häuschen saniert und mit einer  neuen Ausstellung versehen. Es ist heute das kleinste von elf Museen der Stadt Dresden.


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