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Schüler für Astrophysik begeistert

Ralbitz-Rosenthal. Im Zuge des Strukturwandels haben Wissenschaftler die Gründung eines Deutschen Zentrums für Astrophysik in der Lausitz vorgeschlagen. Dazu finden derzeit Probebohrungen statt.
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Astronomie und Astrophysik stehen an der Schwelle zu grundlegend neuen Erkenntnissen über die Natur des Universums. Sie verbinden alle Facetten moderner Technologien und sind Treiber wirtschaftlicher Entwicklung. Künftig auch in der Lausitz?
 
Das Konzept des Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA) setzt auf drei Säulen. Erstens sollen die Datenströme weltweiter Forschungsprojekte in Sachsen gebündelt und verarbeitet werden. Zweite Säule soll ein Technologiezentrum sein, in dem unter anderem neue Halbleitersensoren, Silizium-Optiken und Regelungstechniken für Observatorien entwickelt werden. Und drittens setzt sich die Initiative dafür ein, das in Planung befindliche unterirdische Gravitationswellen-Observatorium »Einstein-Teleskop«, eines der größten europäischen Forschungsprojekte der nächsten Jahrzehnte, im Granit-Stock der Oberlausitz aufzubauen. Der Granit bietet voraussichtlich ideale Bedingungen für dieses internationale Leuchtturm-Projekt. Probebohrungen dafür sind bereits im Februar in Ralbitz-Rosenthal gestartet.
 
Prof. Dr. Christian Stegmann, Direktor für Astroteilchenphysik des »Deutschen Elektronen-Synchrotrons« und Mitinitiator des DZA-Großforschungs-Projekts, verbrachte dieser Tage zusammen mit seiner Kollegin Katharina Henjes-Kunst einen ganzen Vormittag mit den Schülern der Sorbischen Oberschule Ralbitz. In vier Gruppen besuchten die Schüler mit Katharina Henjes-Kunst die Bohrstelle für das »Einstein-Teleskop« in Cunnewitz. In der Schule stand ihnen Christian Stegmann Rede und Antwort zu dem Projekt. »Ich habe mich sehr über das große Interesse und die vielen Fragen der Kinder gefreut, besonders aber über einen Fünftklässler, der mich ganz zum Schluss sehr selbstbewusst fragte: ,Herr Stegmann, das ist alles klasse, wie können wir Ihnen helfen?‘ Das hat mich darin bestärkt, dass wir das Richtige machen«, erzählt Prof. Dr. Christian Stegmann.
 
Die Wissenschaftler wollen vor Ort mit offenen Karten spielen und mittels Transparenz für ihr Vorhaben werben. Dazu gab es u.a. schon Gespräche mit Vertretern der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal und der Domowina. Weiteren Anfragen steht das Team um Prof. Dr. Stegmann offen gegenüber. Wer Interesse an Vorträgen oder Vor-Ort-Exkursionen zu diesem Forschungsprojekt hat, kann sich an katharina.henjes-kunst@desy.de wenden.