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Pläne für Scheibe-See vorgestellt

Hoyerswerda entwickelt mit der LMBV, dem Freistaat und dem Bund große Strukturwandel-Projekte. Zum Bearbeitungsstand haben vorige Woche Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh und seine Mitarbeiter informiert.
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Parkplätze, Badestrand, Steganlage, Landmarke - das sind die Pläne fürs Westufer des Scheibe-Sees.Foto: kd; Grafik: LMBV/eta AG engineering

Parkplätze, Badestrand, Steganlage, Landmarke - das sind die Pläne fürs Westufer des Scheibe-Sees.Foto: kd; Grafik: LMBV/eta AG engineering

Das von der LMBV betreute Dauerprojekt Scheibe-See geht auf die Zielgerade, denn das nun ausreichend gefüllte Gewässer mit guter Wasserqualität soll nächstes Jahr aus der Bergaufsicht entlassen werden. Das wird unter anderem möglich, weil das Flurneuordnungsverfahren für die Anliegerkommunen Hoyerswerda, Lohsa und Spreetal endlich beendet ist. Hoyerswerda steht mit seinen Flächen am Westufer voraussichtlich im Frühsommer 2022 als Eigentümer im Grundbuch, sagte Torsten Ruban-Zeh. Die LMBV will dann mit §4-Mitteln Baumaßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards durchführen, erklärt der Fachbereichsleiter Bau, Dietmar Wolf. Zuerst entstehen ein Sanitärtrakt, ein Spielplatz und ein Parkplatz mit 122 Stellflächen für Autos, Busse und Fahrräder, einige mit Elektroladesäulen ausgestattet. Ein privater Investor übernimmt die gastronomische Versorgung. Später baut die LMBV einen zweiten Parkplatz für 230 Fahrzeuge und schafft einen behindertengerechten Zugang zum Strand. Die dabei abgetragenen Erdmassen werden zum Bau einer Mole verwendet und eine Slipanlage für Boote soll entstehen, schaut Dietmar Wolf in die fernere Zukunft. In Planung ist auch eine 30 Meter hohe Landmarke mit Treppe, Aufzug, Tunnelrutsche und Steg zum Wasser. Die gesamte Baumaßnahme wird cirka zwölf Millionen Euro kosten, wobei 85 Prozent aus §4-Mitteln kommen, ergänzt Torsten Ruban-Zeh. Urlauber sollen in einem Ferienpark und einem Hotel nächtigen können, wofür erste Gespräche mit Investoren laufen. Mit der TU Dresden wird das mobile Baustellen-Campusnetz »digiBauHoy« als Teil des »5G Lab Germany Forschungsfeld Lausitz« umgesetzt. Um die Wohnungsgesellschaft, den Domowina-Regionalverband, den Marketingverein und die Städtischen Wirtschaftsbetriebe bei der Realisierung von Strukturwandelprojekten unterstützen zu können, beschäftigt die Stadt Hoyerswerda jetzt sechs neue Mitarbeiter über das Bundesprogramm »Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlestandorten«, sagt der Stabsstellenleiter Wirtschaftsförderung/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Christian Hoffmann. Eine Person wird den Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda, Wolf-Thomas Hendrich, vom Tagesgeschäft entlasten, so dass dieser sich auf das Pilotprojekt »Kommunale Energieleitzentrale Lausitz« mit der Hochschule Zittau/Görlitz und die Erweiterung der Aufbereitungskapazität des Wasserwerkes Zeißig konzentrieren kann. »Das beim Marketingverein angesiedelte Citymanagement wird künftig für die Alt- und Neustadt arbeiten und erhält in den nächsten vier Jahren 1,4 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren«, sagt Torsten Ruban-Zeh. Da die neue Bundesregierung die Kohleverstromung »idealerweise« schon 2030 beenden wolle, stünden nur noch neun Jahre für den Strukturwandel in der Lausitz zur Verfügung. Der ganze nördliche Landkreis Bautzen ist dagegen und plädiert für den Kohleausstieg 2038, stellt der Oberbürgermeister klar, denn der Transformationsprozess muss gelingen, um die Jugend hier zu behalten. Und so wichtig Torsten Ruban-Zeh die Hilfe des Bundes beim Bau von Verkehrswegen und Großforschungszentren findet, »wertschöpfende Arbeitsplätze entstehen aus Bundesmitteln nicht«. Besser wäre es, den Bereich kernbetroffener Kommunen zur Sonderwirtschaftszone mit Steuervergünstigungen für hiesige und sich neu ansiedelnde Firmen zu erklären, benennt er eine Idee aus den Beratungen der Lausitzrunde.