Silke Richter

Nur Unkraut? Von wegen!

Lauta. Wildpflanzen näher vorgestellt. Heute: der Löwenzahn

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Knallig gelb, hübsch anzusehen und dazu noch sehr gesund ist der Löwenzahn, der sich nach seiner Blütezeit in eine Pusteblume verwandelt.

Knallig gelb, hübsch anzusehen und dazu noch sehr gesund ist der Löwenzahn, der sich nach seiner Blütezeit in eine Pusteblume verwandelt.

Foto: Silke Richter

Ob als gleichnamige Fernsehserie, anerkannte Heil- und Arzneipflanze, Wunderkraut, geflochtener Haarschmuck oder Halskette – der gewöhnliche Löwenzahn ist bekannter, als manche Leute glauben wollen. Wenngleich die hübsche Wildpflanze, die auch gern Butterblume oder Milchblume genannt wird, bei vielen Kleingärtnern traurige Berühmtheit erlangt hat, als Unkraut nicht gern gesehen und deshalb ausgestochen wird.

 

Förderlich für die Verdauung

Dabei kann die Pflanze in der Küche und in der Naturapotheke vielfältig verwendet werden, meint Claudia Mönch. Die zertifizierte Expertin für essbare Wildpflanzen hat dieser Tage die gelben Korbblütler schon reichlich sammeln können. »Von Gewächsen am Wegesrand oder solchen, die auf Parkplätzen und anderen stark befahrenen oder auf gedüngten Stellen wachsen, würde ich Abstand nehmen. Diese Pflanzen können stark belastet sein. Es gibt aber noch viele anderen Stellen in der Natur, an denen man Wildpflanzen bedenkenlos sammeln kann«, meint die 59-Jährige.

So sei der Löwenzahn mit dem lateinischen Namen Taraxacum officinale ein wahrer Segen, um einen Bitterstoffmangel im menschlichen Körper ausgleichen zu können. Aber nicht nur das. Löwenzahn regt zudem den Stoffwechsel an und ist förderlich für die Verdauung.

Schon Sebastian Kneipp wusste das so genannte Wunderkraut sehr zu schätzen. »Der Löwenzahnsaft, wenn man ihn in der Frühe nimmt, fängt schon im Halse an zu wirken und kommt bald ins Blut. Für Leberleidende ist diese Pflanze sehr zu empfehlen«, war der Naturheilkundler, Hydrotherapeut und Priester überzeugt. Die Naturheilkunde empfiehlt auch heute noch gern eine Frühjahrskur mit Löwenzahn, um das Immunsystem und den Stoffwechsel stärken zu können.

 

Leckere Gerichte ausprobieren

Die zarten jungen Blätter eignen sich zudem hervorragend für Salate und als Zugaben für Quark oder andere Speisen. Natürlich lässt sich aus Löwenzahn auch Honig herstellen. Wenngleich Honigersatz oder Löwenzahnsirup die korrektere Bezeichnung dafür ist. Die langen Wurzeln des Löwenzahns dünstet Claudia Mönch in der Pfanne. Sie dienen ihr als Beilage für verschiedene Gerichte.

Am Montag, 16. Mai, wird Claudia Mönch in der Volkshochschule in Rahmen des »Das wilde Triumvirat« den Löwenzahn in ihrem Wildkräuter-Kurs näher vorstellen. Nach dem die Wildpflanzen gemeinsam gesammelt wurden, wird der Löwenzahn in der Küche zubereitet. Wer dabei sein möchte: schnell anmelden!