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Kanuten feiern Richtfest für neues Vereinsgebäude

Die Gemeinde Lohsa feierte mit Vertretern des Wassersportvereins (WSV) „Am Blauen Wunder“ Dresden e.V. Richtfest am neuen Vereinsgebäude am Dreiweiberner See. Die Kanuten haben hier Großes vor und möchten lange bleiben.
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Mit einem symbolischen Paddel hießen Bürgermeister Thomas Leberecht und Björn Stramke von der ausführenden Baufirma WSV-Finanzer Hans Effenberg und Vereinschef Uwe Schneider (v.l.n.r.) in ihrem neuen Stützpunkt am Dreiweiberner See willkommen. Foto: mft

Mit einem symbolischen Paddel hießen Bürgermeister Thomas Leberecht und Björn Stramke von der ausführenden Baufirma WSV-Finanzer Hans Effenberg und Vereinschef Uwe Schneider (v.l.n.r.) in ihrem neuen Stützpunkt am Dreiweiberner See willkommen. Foto: mft

„So ein gewaltiges Gebäude zu sehen, macht uns glücklich“, sagt Hans Effenberg, Finanzvorstand des WSV „Am Blauen Wunder“. Bis zu diesem Tage, an dem am Weißkollmer Strand des Dreiweiberner Sees Richtfest gefeiert wurde, habe man nur Pläne und Zeichnungen zu Gesicht bekommen.
Ausgeklügelt finanziert Geplant wurde das nagelneue Vereinsheim, das dem WSV Ersatz für den Verlust des Domizils am gesperrten Knappensee sein wird, natürlich in Absprache mit den neuen Nutzern. Die haben im Untergeschoss auf 545 Quadratmetern Nutzfläche neben der großen Bootshalle einen Kraftraum, einen Speiseraum, eine Küche und Sanitärtrakte sowie im Obergeschoss auf 230 Quadratmetern fünf Gästezimmer und ein Büro einbauen lassen. Mit 1,2 Millionen Euro wird der Bau am Ende zu Buche schlagen. Das Projekt ist eine §4-Maßnahme der Folgenutzungserhöhung in Bergbaufolgelandschaften. Einen großen Anteil der Kosten übernimmt der Freistaat Sachsen aus Fördertöpfen der Kinder- und Jugendarbeit, sagt Hans Effenberg. 311.000 Euro kommen aus dem Haushalt der Gemeinde Lohsa, die den Wassersportlern monatlich 3.500 Euro Mietkosten in Rechnung stellen wird. Diese wiederum leistet der Bergbausanierer LMBV im Rahmen der Ausgleichszahlungen für den Verlust des Domizils am Knappensee. Auf diesem Kreislauf steht das Refinanzierungskonzept der Gemeinde. Man sei dem Verein dankbar, sich für den Verbleib in der Gemeinde Lohsa entschieden zu haben, betonte Bürgermeister Thomas Leberecht, der das Projekt aus den Händen seines Amtsvorgängers Udo Witschas übernommen hat. Für die nächsten zehn bis zwölf Jahre richtet der WSV „Am Blauen Wunder“ sich auf alle Fälle am Dreiweiberner See ein, sagt Hans Effenberg. Bis dahin sei es eine lange Zeit, die fernere Zukunft also kaum vorhersagbar. Mit dem Hinweis, den die Verwaltung gegenüber dem Gemeinderat im Zusammenhang mit Zweifeln an der Rückkehr zum Knappensee vorgebracht hat, das Gewässer sei eigentlich zu unruhig für den Kanusport, kann Effenberg wenig anfangen. „Auf solchen Seen wird überall gefahren“, sagt er. Das Wasser könne ruhig auch ins Boot schwappen. Dafür sei schließlich die Spritzdecke da. Vom geplanten Ausbau einer Regattastrecke und der Konzentration des Wassersports am Knappensee sei ihm nichts bekannt. Es wisse doch niemand, ob der Knappensee überhaupt ein Gewässer für Wassersportler werde, meint Effenberg und proklamiert: „Wir bleiben erst mal hier.“
Saisonstart 2017 Mit der Fertigstellung der Anlage rechnen die Sportler im Dezember. Zum Saisonstart im April werde der See dann in den sportlichen Betrieb genommen. Im Frühjahr wird es eine offizielle Begrüßungsfeier geben. Für die Saison 2017 ist bereits die Austragung der Olympic Games Sachsenmeisterschaften auf der dann einzigen Regattastrecke in Sachsen geplant. Andere Vereine werden eingeladen, ihre Trainingslager am Dreiweiberner See durchzuführen. Bis zu 100 Leute könnten inklusive der Zeltplätze im direkten Umfeld untergebracht werden, schätzt Effenberg. Vorgesehen sei aber auch die Reaktivierung einer örtlichen Trainingsgruppe, wie sie am Knappensee bereits existiert habe. Dafür werde der Verein in den Schulen eine aktive Mitgliedergewinnung betreiben. Kinder und Jugendliche der Region sind also herzlich eingeladen, bei den Kanuten am Dreiweiberner See vorbei zu schauen.      350 Wassersportler, davon 150 Kinder trainieren derzeit beim WSV „Am Blauen Wunder“. Mit zwei Preisträgern bei Olympia in Rio, Silbermedaillengewinnerin Steffi Kriegerstein vom WSV „Am Blauen Wunder“ und Goldmedaillengewinner Tom Liebscher vom befreundeten Kanu Club Dresden habe die Landeshauptstadt Tradition und Erfolg im Kanusport nachgewiesen, sagt Effenberg. Die Außenstelle am Dreiweiberner See biete beste Bedingungen, um die Kinder auch mal weg von der großen Stadt und dem Training auf der Elbe zu bringen.
(Mandy Fürst)