Sandro Paufler

In Ringenhain wird Biathlon gelebt

Ringenhain. Der Biathlonverein Ringenhain engagiert sich seit Jahren im Wintersport und konnte mehrere sportliche Erfolge feiern. Doch die Talenteförderung in der Region wird zunehmend herausfordernder. Das hat vor allem einen entscheidenden Grund.

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Tamina Poike, die derzeit als Trainerin im Verein tätig ist, und Anton Jähne mit dem Gewehr am Schießstand. Das Training im Verein wird sehr ernst genommen.

Tamina Poike, die derzeit als Trainerin im Verein tätig ist, und Anton Jähne mit dem Gewehr am Schießstand. Das Training im Verein wird sehr ernst genommen.

Foto: Sandro Paufler

»Wir sind der östlichste Biathlonverein in Deutschland«, sagt Sportjugendkoordinatorin Katrin Poike mit einem Augenzwinkern. Am Talentestützpunkt in Ringenhain wurden schon einige sportliche Erfolge gefeiert.

 

Silbermedaille und Deutsche Meisterschaften

 

Die älteren Zeitgenossen können sich vielleicht noch an den Neukircher Biathleten Frank Pötter erinnern, der 1973 bei der Junioren-Weltmeisterschaft im amerikanischen Lake Placid die Silbermedaille holte. In der Gegenwart stellte Tamina Poike ihr Können unter Beweis. Im Jahr 2018 erreichte sie jeweils den dritten Platz bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Willingen und den Deutschen Meisterschaften in Oberhof. Zudem startete sie bei internationalen Wettkämpfen in Frankreich und in der Schweiz. Der zwölfjährige Anton Jähne gehört derzeit in seiner Altersklasse zu den zwei besten Startern in Sachsen. Mit Luise Thomas und Luise Born trainieren zwei Leistungssportlerinnen an der Eliteschule des Sports in Altenberg, die ihre Grundlagen im Biathlonverein Ringenhain erlernten

 

Hohes Niveau in Ringenhain an den Tag gelegt

 

Aktuell sind im Verein 60 Mitglieder tätig. Die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Das Trainingsareal mit Schießstand befindet sich direkt neben dem Sportplatz in Ringenhain. Wenn die Winterbedingungen passen, geht es in der gesamten Oberlausitz auf die Ski. Sollte das Wetter nicht mitspielen, dann fahren die Vereinsmitglieder nach Altenberg auf die Piste. Die Crossläufe, bei denen die Biathleten ihre Ausdauer trainieren, werden im Gebiet des Valtenberg absolviert. In der Sommerzeit üben die Vereinsmitglieder auf sogenannten Ski-Rollern in Neukirch oder Wehrsdorf. Für den Nachwuchs sind wöchentlich zwei Übungseinheiten mit Trainern vorgesehen. An zwei anderen Tagen in der Woche arbeiten die Ringenhainer Athleten selbstständig an vorgegebenen Trainingsplänen. Das hohe Trainingspensum hat einen Sinn: »Ein guter Biathlet muss Kondition, Konzentrationsfähigkeit, Stabilität, gutes Gleichgewichtsgefühl, Selbstbewusstsein und vor allem Spaß an der Sache mitbringen«, zählt Thomas Poike als Verantwortlicher des Vereins die Eigenschaften für diese Wintersportart auf.

 

Die Basis muss unterstützt werden

 

Das hohe Niveau auch in Zukunft halten zu können, wird für den Verein herausfordernd werden. Nicht nur in Ringenhain, sondern in vielen anderen Wintersportvereinen fehlt es an einer finanziellen Unterstützung im Jugendtrainerbereich. Gleichzeitig wird vom Verband erwartet, möglichst viele Talente aus der Region zu fördern. »Die finanzielle Unterstützung steht in keinem Verhältnis zum Aufwand«, bedauert Katrin Poike. Die Basis muss unterstützt werdenDie Meinung der hiesigen Talentestützpunkte ist klar: Damit deutsche Biathleten einmal mit einer Goldmedaille nach Hause kommen können, bedarf es einer priorisierten Jugendarbeit – und diese fängt nun mal an der Basis an.


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