hg

Auch Hoyerswerdaer unter den Opfern

Oberbürgermeister zeigt sich betroffen, Angehörige sind wütend über den Informationsfluss.
Bilder

Betroffenheit über Hoyerswerdaer Opfer des Bus-Unglücks: Es ist davon auszugehen, dass auch Hoyerswerdaer unter den Opfern des Bus-Unglücks auf der A 9 am gestrigen Tag sind. Mit großer Betroffenheit nahm Oberbürgermeister Stefan Skora heut entsprechende Informationen entgegen. Er erklärt dazu: „Ich bin tief betroffen. Auch wenn die letzten Bestätigungen noch ausstehen, werden wir wohl der Tatsache ins Auge blicken müssen, dass bei dem tragischen Unfall des Reisebusses aus Sachsen auch Mitmenschen aus unserer Stadt ihr Leben verloren haben. Nach unserem Kenntnisstand sind dies ein Ehepaar und eine weitere Frau. Mein und unser Mitgefühl gilt deren Angehörigen, denen wir in diesen schweren Stunden auch unsere Hilfe anbieten.
Unsere Gedanken sind aber auch bei den Hinterbliebenen und Angehörigen der anderen Todesopfer, und natürlich bei den vielen Verletzten, denen wir auf diesem Weg baldige Genesung wünschen.“ Ein Angehöriger hingegen machte in der letzten Nacht seinem Unmut Luft und schrieb Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt eine Email mit folgendem Inhalt: Sehr geehrter Herr Dobrindt,
mein Name ist Frank Walther, und ich bin einer der vielen betroffenen Angehörigen des schweren Busunglückes. In dem besagten Bus befanden sich meine Mutter und meine Schwiegermutter.
Leider konnte ich Sie nur über die Medien kennenlernen, wo Sie erzählten wie gut Sie alles im Griff haben, und sich viele Seelsorger um die Angehörigen kümmern. Es ist jetzt 22:15 Uhr und kein Betroffener erfährt über die extra eingerichtete Hotline wie der Stand seiner Angehörigen ist!
Ich bin der festen Meinung, dass jeder Flüchtling mehr Informationsfluss Ihrerseits genießen darf.
 
Ich betrachte das als gelebte Menschlichkeit eines bekennenden Christen !
Es ist einfach „unterirdisch“, was hier organisatorisch abläuft !
 
Ich hätte gern 3 Fragen beantwortet:
1.    Wozu gibt es diese Hotline ?
2.    Wann werden wir benachrichtigt, wie es unseren Familienangehörigen geht ?
3.    Wo sind die vielen Seelsorger ?
 
Ich wünsche Ihnen trotzdem eine geruhsame Nacht (….die wir als Betroffene nicht haben werden…)
Mit freundlichen Grüßen, Frank Walther