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Wenn Kiefern brennen

Oberspreewald-Lausitz. Ausgedehnte Kiefernwälder, geringer Niederschlag und leichte Sandböden: Die Waldgebiete im Süden Brandenburgs weisen die höchste Waldbrandgefahrenklasse A1 auf. Während der ersten Hitzewelle im Juni waren die Feuerwehren in der Lausitz in erhöhter Alarmbereitschaft.

»Die wärmsten Tage wurden am 19. und 20. Juni mit weit über 30 Grad Celsius verzeichnet«, berichtet Matthias Kunze, stellvertretender Kreisbrandmeister im Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL). »Wetterbedingte Einsätze blieben entgegen den Erwartungen aber aus.«

Die Regenperiode Ende Juni habe die Waldbrandgefahrenstufe erheblich gesenkt. Während der Hitzewelle war die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 im Landkreis OSL zu verzeichnen. Am Montag lag sie jetzt bei Stufe 1.

Von März, dem Beginn der Waldbrandsaison, bis Juni dieses Jahres wurden die Kameraden der Feuerwehren zu insgesamt 22 Einsätzen unter den Stichworten Flächen- beziehungsweise Waldbrand alarmiert. In 14 Fällen habe sich der Sachverhalt bestätigt. Insgesamt sei eine Fläche von zirka 7 000 Quadratmeter betroffen gewesen. Kunze: »Besondere Einsätze waren ein Flächenbrand im Bereich von Gleisanlagen im Stadtgebiet Schwarzheide sowie die überörtliche Hilfe der Feuerwehr des Amtes Ortrand im Freistaat Sachsen.«

Der Sommer hat gerade erst begonnen. »Die Waldbrandsituation bleibt aus Erfahrung bis Oktober angespannt. Besondere Schwerpunkte sind munitionsbelastete Flächen sowie gesperrte ehemalige Tagebauflächen«, informiert Matthias Kunze.

Um Waldbrände zu erkennen, nutze der Landesbetrieb Forst das sensorgestützte Waldbrand-Früherkennungssystem »Fire Watch« - mit zwei Waldbrandzentralen in Wünsdorf und Eberswalde und 108 Kamera-Systeme, welche Rauchwolken detektieren. Erkenne ein Kamerasensor eine Rauchwolke, erfolge in der zuständigen Waldbrandzentrale eine Alarm-Meldung. Erkannte Brände werden an die zuständige Regionalleitstelle gemeldet. »Die für den Landkreis OSL zuständige Waldbrandzentrale ist in Wünsdorf. Diese ist immer besetzt, wenn in einem Landkreis südlich von Berlin die Waldbrandgefahrenstufe 3 - mittlere Waldbrandgefahr - ausgerufen wird«, sagt Kunze.

Wie er berichtet, kann ein Wald- beziehungsweise Flächenbrand natürlich, fahrlässig oder vorsätzlich verursacht worden sein. Auch Selbstentzündung von verrottender Munition auf Kampfmittelverdachtsflächen könne einen Brand auslösen. Laut Landesbetrieb Forst verursacht menschliches Handeln mehr als 90 Prozent aller Waldbrände mit bis zu 99 Prozent der Waldbrandschadflächen - etwa achtlos weggeworfene brennende Zigaretten oder Kraftfahrzeuge, durch heiße Fahrzeugteile im Bereich des Unterbodens. Blitze seien die einzige »natürliche« Ursache für das Entstehen von Waldbränden.

Mit spezieller Technik Waldbrände bekämpfen

Kunze: »Die Schwachstelle Mensch ist immer als Gefahr vorhanden, jedoch nicht für jeden Waldbrand verantwortlich.« Teilweise verhindere der Faktor Mensch jedoch den vorbeugenden Waldbrandschutz, da Waldeigentümer Aufgaben nach dem Landeswaldgesetz nicht immer wie vorgeschrieben wahrnehmen würden. »Wirtschaftswege und Waldbrandschutzstreifen sind dann zum Teil in schlechtem Zustand beziehungsweise nicht vorhanden«, weiß Kunze.

Der Landkreis OSL verfüge, nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen aus den Waldbrandjahren 2018 und 2019, über spezielle Einsatztechnik, um Waldbrände zu bekämpfen, wie etwa über mobile, großvolumige Löschwasserbehälter. Zudem gebe es drei Motorräder, die in Großräschen, Calau und Ortrand stationiert sind sowie ein Quad in Lübbenau. Kunze: »Diese Fahrzeuge dienen zur Erkundung der Einsatzstelle, zum Lotsen von auswärtigen Kräften und im Falle des Ausfalls des Digitalfunks als Meldefahrzeuge.« Im Bedarfsfall könne neben Hubschraubern zur Brandbekämpfung aus der Luft ein mobiles Wasserfördersystem vom Land Brandenburg angefordert werden. »Mit diesem System können aus Oberflächengewässern bis zu 3 500 Liter pro Minute über eine Strecke von eineinhalb Kilometer in Brandbereiche gefördert werden.«

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