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Für das nötige Glück sorgt der Jubiläumsdrache

Ruhland. Die Geschwister-Scholl-Oberschule in Ruhland feiert 125-jähriges Bestehen. Schulleiterin Nora Otto im WochenKurier-Gespräch:

Sie sind gerade einmal ein Jahr im Amt. Welchen Stellenwert hat für Sie als aktuelle Leiterin dieses 125-jährige Schuljubiläum?

Nora Otto: „Das 125-jährige Schuljubiläum ist für mich ein Anlass einmal kurz inne zu halten - eine Möglichkeit zur Standortbestimmung mit Rückblick auf die Schulgeschichte sowie die Entwicklung unserer Schule und mit einem Ausblick auf anstehende Herausforderungen. Unsere Schule erlebe ich an diesen Tagen, als ein besonderer Lern- und Lebensort, wo sich die Schulgemeinschaft verantwortlich fühlt und sich mit ihrer Schule identifiziert, ganz nach unserem Motto ’Gemeinsam lernen, gemeinsam laufen, gemeinsam Ziele entwickeln‘“.

Was sind beziehungsweise waren wichtige Meilensteine für die Schule in den zurückliegenden 125 Jahren?

Nora Otto: „Das Hauptgebäude der jetzigen Schule wurde nach 2 Jahren Bauzeit am 3. Oktober 1893 als ’Kaiser-Wilhelm-Schule‘ eingeweiht. Am 5. September 1949 wurde der Schule der Name ’Geschwister-Scholl-Schule‘ verliehen. Als Geschwister-Scholl-Schule Ruhland Zentralschule  übernahm sie ab 1. September 1955 die 5. bis 8. Klassen der Grundschule Hermsdorf. Nach der Zeit als POS wurde 1991 die Schule eine Gesamtschule mit Primarstufe. Schulpartnerschaften wurden ab 1985 mit einer polnischen Schule in Z?otoryja und ab 1995 mit dem Collége ’Saint Augustin‘ in Riaillé in Frankreich gepflegt. Ab 2005 arbeiten wir als Oberschule, kurz danach auch mit einem offenen Ganztagsbetrieb. Unsere Schule nahm regelmäßig am Bundeswettbewerb ’Starke Schule‘ teil und wurde 2011 ausgezeichnet. Außerdem wurde sie 2017 für ihre Arbeit im Bereich Berufsorientierung geehrt. Ab dem Schuljahr 2017/18 sind wir Schule für ’Gemeinsames Lernen‘. Für unsere aktive Netzwerkarbeit werden wir demnächst als Campusschule ausgezeichnet. In Campusschulen-Netzwerken arbeiten Lehrkräfte bzw. Schulleitungen, Wissenschaftler sowie Lehramtsstudierende gemeinsam an Entwicklungs-vorhaben zur Unterrichts- und Schulqualität.“

Wie wird das Schuljubiläum gefeiert?

Nora Otto: „All jenen, die meinen, dass der 125. Geburtstag eine große Feier mit protokollarischem Rahmen wert sei, möchte ich sagen: das haben wir mit der Schulgemeinschaft auch zunächst überlegt und uns letztlich anders entschieden. Wir nehmen den durchaus würdigen Anlass wahr und feiern an drei traditionellen Höhepunkten, bei dem unsere Schülerinnen und Schüler Gelegenheit haben, mitzumachen und ihre Schule zu präsentieren.“

Wie sieht das im Detail aus?

Nora Otto: „Zum Auftakt geht es hoch hinaus. Am 12. Oktober findet das traditionelle Drachenfest auf den Buschwiesen in Schönburgsau in Ruhland statt. Bei hoffentlich guter Brise können Kinder und Jugendliche mit ihrem Leichtwind- oder Sportdrachen in den Wettkampf gehen: Welcher Drachen fliegt am höchsten? Welcher bleibt am längsten in der Luft?
Für das nötige Glück zum Tag sorgt der Jubiläumsdrache, der eigenhändig von Schülern gebaut wird. Ab 15.30 Uhr geht es los. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Wer keinen Erfolg beim Fliegen hat, kann sich im Feilschen ausprobieren. Erstmalig wird ein Flohmarkt stattfinden – Trödler sind herzlich willkommen!
Am 18. Oktober um 10 Uhr laden wir zum Tag der offenen Tür ein, die Festtage schließen sportlich mit dem Geschwister-Scholl-Traditions- und Spendenlauf.“

Auf was können sich die Besucher des Tages der offenen Tür am 18. Oktober freuen?

Nora Otto: „Ich freue mich, das 125-jährige Jubiläum um 10 Uhr in der Aula der Schule mit Gästen aus Bildung, Politik und Wirtschaft bei einem kurzweiligen Empfang begehen zu können. Alle Schüler der Schule sorgen im Anschluss daran, auch für alle interessierten Besucher für einen hoffentlich fulminanten, noch streng geheimen Abschluss.  Die Schulpforten öffnen wir mit einem facettenreichen Programm, was Schüler, Lehrer und Eltern auf die Beine gestellt. Unsere Gäste laden wir Neues und Altes in und über die Ruhlander Schule zu erfahren. Sie können sich über unser Schulkonzept, über maßgebliche Schulprojekte informieren und austauschen. Es werden Schülerarbeiten aus den verschiedenen Fachbereichen wie Kunst, Deutsch, Französisch oder Englisch gezeigt. Darüber hinaus können unsere Besucher Schule, Schüler und Lehrer in spannenden Experimenten oder im Schnupperunterricht von heute oder damals erleben. Wir haben ein Potpourri an Informationen zusammengestellt, die für die eine oder andere Überraschung sorgen und einen Blick in die schulische Zukunft gewähren lassen.“

Einen Tag später, am 19. Oktober, soll ein Spendenlauf stattfinden. Was können Sie darüber bereits verraten?

Nora Otto: „Am 19. Oktober findet der Geschwister-Scholl-Traditionslauf statt. Anlässlich des 125-jährigen Jubiläumsder Schule wird dieser mit einem Spendenlauf kombiniert. Alle Schüler nehmen daran teil und erlaufen mit jeder Runde auf dem Ruhlander Sportplatz Geld für einen gemeinnützigen Zweck. Dafür haben sich die Schüler im Vorfeld Sponsoren gesucht, die pro gelaufener Runde einen vereinbarten Geldbetrag spenden. Ziel des Laufes ist die finanzielle Unterstützung schulischer als auch regionaler Wohltätigkeitsprojekte. Wir freuen uns, dass unser Vorhaben von einigen erwachsenen Läufern ebenfalls unterstützt wird.“

Wie gut ist aus heutiger Sicht die Schule aufgestellt und fit für den Schulalltag?

Nora Otto: „In unserem Schulzentrum lernen zirka 350 Schüler von der Klasse 1 bis 10 und werden von 33 Lehrkräften unterrichtet. Im Kontext des gemeinsamen Lernens und des digitalen Wandels werden im heutigen Unterricht wichtige pädagogische Aspekte umgesetzt: inklusiver Unterricht, Ganztag, schüleraktivierende Formen des Lernens und Lehrens, Lernen in einer digitalen Lernumgebung, Fördern und Fordern, das Stärken von Selbstverantwortung und sozialen Fähigkeiten. Dazu müssen unsere räumlichen Ressourcen bedarfsorientiert und flexibel für adäquate Lernumgebungen in Bezug auf individualisierte Lernwege angepasst werden. Nur dann kann all das für unsere Schule und insbesondere für Unterrichtsentwicklung wirken.“

Was würden Sie sich für die Zukunft noch wünschen?

Nora Otto: „Bildung ist das Kapital der Zukunft. Sie entscheidet nicht nur über die Chancen des Einzelnen, sondern auch das Potenzial des Landes und den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Unsere Schule wird sich bemühen weiterhin, ausgerichtet an den ihr vorgegebenen Rahmenbedingungen einen Beitrag dazu zu leisten. Dazu wünsche ich unserer Schule weiterhin starke Partner, die in diesem Sinne mit uns den gemeinsamen Weg fortsetzen. Dann ist mir auch vor den bevorstehenden Herausforderungen nicht bange.“

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