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Statt kaufen: Werkzeuge leihen

Cottbus. Am Cottbuser Hauptbahnhof gibt es einen ersten marktreifen Werkzeug-Verleihautomat der Firma »toolbot«. Das junge Cottbuser Startup hat der Wegwerfgesellschaft den Kampf angesagt und will mit einem digitalisierten Sharing-Konzept Profi-Werkzeuge an Heimwerker verleihen.

»Die Idee zu toolbot (deutsch: Werkzeug-Roboter) kam mir, als ich vor Jahren mal eine Stichsäge brauchte. Im Baumarkt wartete ich fast eine Stunde, und es kostete mich 30 Euro pro Tag plus Kaution und Hin- und Rückfahrt. Ich fragte mich, warum Leihen so teuer und aufwändig sein muss. Denn bisher kostete es einfach ebenso viel, ein Gerät für einen Tag zu leihen, wie ein Billiggerät zu kaufen«, umreißt Industriedesigner und Firmengründer Jan Gerlach das Problem, zu dessen Lösung er und sein Team angetreten sind und sagt weiter: »Mit toolbot teilen sich 100 Menschen ein professionelles Gerät. Es ist somit nicht nötig, dass sich 100 Menschen 100 Werkzeuge kaufen. Damit sparen wir 99 Prozent des Energieverbrauchs und der Emissionen, die für die Herstellung notwendig wären. Und das gilt auch langfristig. Da die Geräte professionell gewartet werden, halten sie länger und verursachen einen Bruchteil der Emissionen im Vergleich zum Neukauf.«

Das Cottbuser Unternehmen setzt dabei auf ein nachhaltiges Ausleihkonzept, bei dem die Benutzer per Web-App ein gewünschtes Werkzeug wie beispielsweise eine Stichsäge, Schrauber oder Bohrhammer auswählen und dann von der nächstgelegenen Station abholen können. Lediglich eine Registrierung ist nötig, die Bezahlung wird ebenfalls online abgewickelt. Flexible Ausleihzeiten täglich rund um die Uhr sind dabei ein wichtiges Servicemerkmal.

»Toolbot ist ein tolles Beispiel, das zeigt, wie sich Digitalisierung als Instrument für Nachhaltigkeit einsetzen lässt«, sagt Grit Rehe, Leiterin des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Cottbus, welches das Startup im Entwicklungsprozess begleitet hat. Das Kompetenzzentrum unterstützt Brandenburger Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Lösungen. Es ist Bestandteil der bundesweiten Förderinitiative »Mittelstand-Digital« des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Dabei stehen die Schwerpunkte Arbeit 4.0, Digitalisierung in Logistik und Produktion, Künstliche Intelligenz, IT-Sicherheit, Assistenzsysteme, Automatisierungstechnik, Robotik sowie Sozialpartnerschaften im Mittelpunkt. Alle Angebote sind kostenfrei.

Das Kompetenzzentrum besteht aus den Konsortialpartnern BTU Cottbus - Senftenberg, Technische Hochschule Wildau, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik Frankfurt (Oder) und IHK Cottbus.

Weitere Informationen sind unter: www.toolbot.de abrufbar.

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Radebeulerin um 20.000 Euro betrogen

Radebeul. Am Dienstag, 19. Oktober, meldete sich ein Unbekannter Anrufer bei der Frau und behauptete, dass ihre Tochter einen schweren Unfall verursacht hätte. Er übergab das Gespräch an einen angeblichen Staatsanwalt. Dieser verlangte die Zahlung von 20.000 Euro. So solle die 62-Jährige verhindern, dass die Tochter in Haft gehe. Die Frau hob das Geld bei einer Bank ab und fuhr, wie vom Anrufer gefordert, zur Weimarischen Straße in der Leipziger Vorstadt in Dresden. Dort übergab sie das Bargeld gegen 13 Uhr an einen Kurier. Dieser war etwa 1,65 Meter groß und von untersetzter Gestalt. Er hatte kurze dunkle Haare und trug einen Bart. Er war etwa 50 Jahre alt und mit einer dunkelblauen Jeans sowie einer dunklen Jacke bekleidet. Mit der gleichen Masche versuchten Unbekannte an das Ersparte von vier Riesaern zu gelangen. Die Angerufenen – zwei Frauen (67, 86) und zwei Männer (78, 82) erkannten den Betrug, beendeten das Gespräch und informierten die Polizei. Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zur Geldübergabe an der Weimarischen Straße und dem unbekannten Mann machen können. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Telefonnummer 0351/4832233 entgegen. (uh)Am Dienstag, 19. Oktober, meldete sich ein Unbekannter Anrufer bei der Frau und behauptete, dass ihre Tochter einen schweren Unfall verursacht hätte. Er übergab das Gespräch an einen angeblichen Staatsanwalt. Dieser verlangte die Zahlung von 20.000…

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