PM/Jannis Simons

Cottbus kann die Zukunft der Luftfahrt prägen

Cottbus. Der britische Flugzeugtriebwerkshersteller Rolls-Royce hat in Cottbus ein Entwicklungsbüro eröffnet. In der Lausitz sollen Flugzeugantriebe der „dritten Generation“ entwickelt und gebaut werden, die CO2-neutrales Fliegen ermöglichen sollen.

Rolls-Royce, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Brandenburger Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE) haben am vergangenen Freitag eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Forschung und Entwicklung hybrid-elektrischer Antriebssysteme für die nächste Generation der Luftfahrt in Brandenburg voranzutreiben. Kern der Absichtserklärung sind der Ausbau der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten am bereits bestehenden Rolls-Royce-Standort in Dahlewitz (Teltow-Fläming) sowie der Aufbau einer weiteren Betriebsstätte in Cottbus, wofür mit der Eröffnung des neuen Entwicklungsbüros in der Nähe des Cottbuser Hauptbahnhofes der erste Schritt gemacht wurde. Das Projekt wird mit Mittel aus dem Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen, dem deutschen Luftfahrtforschungsprogramm und dem Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien „ProFIT Brandenburg“ gefördert.

Weltweit einzigartiges Zentrum in Cottbus

Bis 2027 plant Rolls-Royce Deutschland für das Entwicklungsprojekt mit erheblichen Investitionen und will noch in diesem Jahr rund 50 hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region sichern. Die Arbeiten werden zwischen dem Standort in Dahlewitz und dem neuen „Center for Hybrid Electric Systems Cottbus“ (CHESCO) aufgeteilt. Das CHESCO-Projekt gilt als eines der Megavorhaben im Lausitzer Strukturwandel. Dabei soll an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg ein Zentrum für die Erforschung hybrid-elektrischer Systeme entstehen. Dort soll nicht nur geforscht und entwickelt, sondern auch gefertigt und getestet werden. So werden neben Wissenschaftlern auch technisch versierte Berufe gefragt sein. Schon Mitte der 2020er Jahre sollen die ersten Technologien für CO2-neutrales Fliegen auf dem Markt bestehen und zur Anwendung kommen.

Luftfahrt soll klimaneutral werden

Rob Watson, Direktor Rolls-Royce Electrical, meint: „Klimaneutralität in der Luftfahrt zu erreichen ist von entscheidender Bedeutung für unsere Zukunft, aber auch eine der größten technologischen Herausforderungen, die es gibt.“ „So ein Zentrum, was hier aufgebaut werden soll, gibt es in der Form noch nicht“, unterstreicht Dr. Jörg Au, technischer Direktor Rolls-Royce Deutschland, die Bedeutung des Projekts für die weltweite Zukunft der Luftfahrt. Der britische Konzern will bestehende und neue Partner aus der Lausitz in großem Umfang in die Entwicklungsarbeiten einbeziehen sowie die laufende Suche nach Industriepartnern fortsetzen. Wissenschaftliche Partner des Projekts sind die BTU, mit der Rolls-Royce im Bereich der Triebwerksentwicklung schon seit Jahren zusammenarbeitet, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Fraunhofer-Gesellschaft.

Ein wichtiger Beitrag zur Strukturentwicklung in der Lausitz

„Rolls-Royce ist nicht nur einer der ganz wichtigen Player in der Luftfahrtindustrie, das Unternehmen ist auch Taktgeber für den Transformationsprozess der Branche. Es macht uns stolz, dass Rolls-Royce die Forschung und Entwicklung von hybrid-elektrischen Antriebssystemen für die nächste Generation der Luftfahrt bei uns in Brandenburg ausbauen will“, erklärte Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung und ergänzt: „Besonders freut es mich, dass Rolls-Royce über die Erweiterung seiner Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Dahlewitz hinaus nun auch eine Betriebsstätte in Cottbus eröffnet und zudem eng mit Partnern aus der Region zusammenarbeiten will. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Strukturentwicklung in der Lausitz.“

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