Beowulf Kayser

Fast 50 Veranstaltungen beim ersten Lausitzer Kulturfestival

Eine Kulturvielfalt vom 25. September bis 16. Oktober

Südbrandenburg. Im Staatstheater Cottbus wurden jetzt die Weichen für das erste Mehrsparten-Kulturfestival in der Nieder- und Oberlausitz gestellt. Schirmherren sind Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmar (CDU) und Brandenburgs Pendant Dietmar Woidke (SPD) .

„Wachse, mein Rübchen, wachse, werde süß und fest“, heißt es in dem bekannten russischen Märchen. Der fromme Wunsch des Großvaters könnte im übertragenen Sinne jetzt auch für das im vergangenen Jahr, jedoch vorerst nur im Freistaat Sachsen angesiedelte, erste „Lausitz Festival“ gelten. Nach einem nicht sehr üppigen Start mit lediglich vier Veranstaltungsorten und fünf Konzerten im sächsischen Hoyerswerda, Zittau, Görlitz und Cunewalde (Landkreis Bautzen) sowie rund 1.400 Gästen soll die Neuauflage des Kulturfestivals nun so richtig loslegen.

Unter der Schirmherrschaft von Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmar und Brandenburgs Pendant Dietmar Woidke wurden jetzt im Staatstheater Cottbus die Weichen für das erste Mehrsparten-Kulturfestival in der Nieder- und Oberlausitz gestellt. Mit der bisher nur zu einem Fünftel aufgebrauchten Finanzspritze des Bundes in Höhe von vier Millionen Euro kann in diesem Jahr noch ordentlich von dem zur Verfügung stehenden Geld „gezehrt“ werden. Für das nächste Festival 2021 und die weitere Veranstaltungsserie sollen die Mittel dann aus dem Strukturstärkungsgesetz kommen.

Die „Macher“ des spartenübergreifenden und auf Kunst und Kultur fixierten „Lausitz Festivals“ sind die gleichen wie im Vorjahr. Am organisatorischen „Regiepult“ sitzt die Kulturservicegesellschaft mbH Görlitz und Programmverantwortlicher ist erneut Musikmanager und Intendant der Hamburger Symphoniker, Daniel Kühnel. Der in Israel geborene Festivalleiter hat vom 25. September bis 16. Oktober fast 50 Veranstaltungen geplant. Mit im Boot saßen dieses Mal auch Kulturschaffende aus der Lausitzer Region, die beim ersten Festival „außen vor“ geblieben waren und die mangelnde Einbindung kritisiert hatten.

„Die Aufführungsorte reichen dieses Mal von Lübben bis Zittau und Doberlug-Kirchhain bis Bad Muskau“, teilte der Görlitzer Pressekoordinator Friedrich Carl mit.

Zu den bekannten Festivalorten gehören unter anderen die größte evangelische Dorfkirche Deutschlands, in dem mit elf Kilometer längsten Straßendorf der Bundesrepublik, in Cunewalde, das Staatstheater Cottbus mit dem „Hangar 5“, das Kavaliershaus im Muskauer Park und die Stadthalle Görlitz sowie die Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben, das Kraftwerk Plessa, der Marktplatz Hoyerswerda und der Klostersaal in der ehemaligen Haftanstalt Luckau.

„In den Veranstaltungsorten gibt es ein außergewöhnliches Angebot an Konzerten, Theater, Installationen, Vortragsreihen und philosophischen Diskursen“, so der Pressekoordinator.

Besondere Höhepunkte sind unter anderen die Auftritte des bekannten Violinisten Gidon Kremer im Staatstheater Cottbus (26. September), der Hamburger Symphoniker in der Dorfkirche Cunewalde (28. September), des Jazz-Pianisten Martin Tingvall im Kraftwerk Plessa (2. Oktober) sowie des bekannten Jazz-Bassisten Avishai Cohen im Cottbuser „Hangar 5“ (15. Oktober).

„Das Lausitz-Festival soll dabei helfen, den Stolz und das Selbstbewusstsein in der Region zu stärken“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.

Für Sachsens Landesvater Michael Kretschmar passt es als Erfolgsgeschichte zum Strukturwandel in der Lausitz, bei dem Brandenburg und der Freistaat als Verbündete in einem Boot sitzen.

Lausitzer Kulturfestival

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