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Zukunftsbündnis für den Strukturwandel

Der Kohleausstieg ist beschlossene Sache. Das stellt die regionalen Energiedienstleister vor ganz neue Herausforderungen.
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Hans Rüdiger Lange (Geschäftsführer der Innovationsregion Lausitz GmbH), Jürgen Fuchs (Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH), Stephan Lowis (Vorstandsvorsitzender der envia Mitteldeutsche Energie AG), Alexander Montebaur (Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG), Michael Kamsteeg (Finanzvorstand der GASAG AG) und Stefan Anlauf (Leiter des Fachbereiches Strategie bei der ENSO AG) unterzeichneten am Dienstag einen Kooperationsvertrag für den Strukturwandel. Foto: Jasper Backer

Hans Rüdiger Lange (Geschäftsführer der Innovationsregion Lausitz GmbH), Jürgen Fuchs (Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH), Stephan Lowis (Vorstandsvorsitzender der envia Mitteldeutsche Energie AG), Alexander Montebaur (Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG), Michael Kamsteeg (Finanzvorstand der GASAG AG) und Stefan Anlauf (Leiter des Fachbereiches Strategie bei der ENSO AG) unterzeichneten am Dienstag einen Kooperationsvertrag für den Strukturwandel. Foto: Jasper Backer

 Vier von ihnen haben sich jetzt zu einer Zukunfts-Allianz zusammengeschlossen, um den Strukturwandel in der Lausitz aktiv zu gestalten: E.DIS, ENSO, enviaM und die GASAG. Zum Bündnis gehören außer­dem die BASF Schwarzheide und das Netzwerk Innovations­region Lausitz. Am Dienstag unterzeichneten sie feierlich den Kooperationsvertrag. Nicht mit dabei sind die LEAG und die Mibrag. »Wir wollen das Heft des Handelns in die Hand nehmen und bieten den Bürgern und Bürgerinnen, aber insbesondere auch der Politik an, dass wir ge­meinsam Konzepte entwickeln, die die Lausitz voranbringen«, erklärt Dr. Stephan Lowis, Vor­standsvorsitzender der enviaM AG. Mitstreiter gesucht Das Bündnis ist offen. »Jeder ist mit seinen Ideen willkom­men. Je mehr Kräfte wir bündeln, desto schneller werden wir voranschreiten und gemein­same Erfolge erzielen«, meint Lowis. Man suche nicht zuletzt Ansprechpartner und Verbün­dete in Politik, Unternehmen und Forschungsinstituten. »Der Strukturwandel kann nur gelin­gen, wenn wir branchenüber­greifend denken und handeln«, betont auch Stefan Anlauf, Leiter des Fachbereichs Strategie bei der Energie Sachsen Ost AG (ENSO). Noch steckt die Initiative in den Kinderschuhen: Derzeit gehe es darum, Projektideen zu sammeln, auszuwerten, um dann zu ent­scheiden, welche davon realisiert werden sollen. Die einzelnen Un­ternehmen verfolgen aber schon eigene Projekte. Und die Kooperationspartner haben sich auf sechs Schwer­punktthemen geeinigt – wie Digitalisierung, die Entwicklung der Kommunen und die Rolle der erneuerbaren Energien. Welche Chancen und Heraus­forderungen sieht das Bündnis mit Blick auf die erneuerba­ren Energien? Der Ausbau der Erneuerbaren ist hierzulande schon weit gediehen. »Aber zur Unterstützung des eigentlichen Strukturwandels gilt es, diese Vo­raussetzung künftig noch stärker für die Wertschöpfung und für die Energiebereitstellung in der Lausitz zu nutzen«, argumentiert Dr. Alexander Montebaur, Vor­standsvorsitzender der E.DIS AG. Derzeit sei das Angebot weit größer als die Nachfrage. Bes­ser sei es, »den lokal erzeugten Strom aus erneuerbaren Ener­gien soweit wie möglich auch lokal zu verbrauchen. Deshalb ist wichtig, dass wir mit grünem Strom auch heizen und fahren«, meint Montebaur. Das Zukunftsbündnis will in der Region entsprechende Anwendungen mitentwickeln – nicht zuletzt Power-to-Gas-Verfahren, Technologien, die Stromüberschüsse nutzen, um energiereichen Wasserstoff zu gewinnen und nutzbar zu ma­chen. Außerdem wolle man für die Lausitz intelligente Strom­netze realisieren.


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