Roberto Rink/ck

Nachhaltig und bürgernah

Landkreis SSOE. Die Reisedestination Sächsische Schweiz gibt sich ein neues Tourismusleitbild. An der Erarbeitung war eine Vielzahl von Akteuren beteiligt.

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Sie stehen für die Vernetzung im neuen Tourismusleitbild (v.l.n.r.): Juliane Gatomski (Robert-Sterl-Haus), Nachhaltigkeitsmanagerin Luisa Adlkofer, Landrat Michael Geisler, Ulrike Roth (Landschaf(f)t Zukunft e.V.) und Kai Reiße (Berghotel Bastei).

Sie stehen für die Vernetzung im neuen Tourismusleitbild (v.l.n.r.): Juliane Gatomski (Robert-Sterl-Haus), Nachhaltigkeitsmanagerin Luisa Adlkofer, Landrat Michael Geisler, Ulrike Roth (Landschaf(f)t Zukunft e.V.) und Kai Reiße (Berghotel Bastei).

Foto: R. Rink

Im Pirnaer Laurichhof sitzen verschiedene Akteure des Tourismus der Sächsischen Schweiz an einem Tisch. Neben Vertretern des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz e.V. (TVSSW) sind auch Kai Reiße vom Berghotel Bastei, Ulrike Roth von »Landschaf(f)t Zukunft e.V.« und Juliane Gatomski vom Robert-Sterl-Haus mit in der Runde. Diese bildet einerseits die Vielfältigkeit der Tourismusregion ab und steht andererseits auch für die breite Beteiligung unterschiedlichster Partner bei der Erstellung des neuen Tourismusleitbildes.

 

Bürgerbeteiligung

 

In einem aufwendigen Prozess unter der Beteiligung von über 80 Partnern und einer großen Bürgerbefragung mit 613 Teilnehmern ist ein Leitbild erarbeitet worden, welches bis 2030 gültig sein soll. Fachlich wurde dieser Prozess durch die BTE Tourismus- und Regionalberatung Berlin begleitet. Es löst damit das Tourismusleitbild von 2015 ab. Als Schwerpunkt des Strategiepapiers ist die Entwicklung eines nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Tourismusgebietes festgeschrieben worden, bei dem die Bevölkerung noch mehr einbezogen werden soll. So gelte es, die »Lebensqualität der Einwohner mit der Urlaubsqualität der Gäste in Einklang zu bringen«, wie Inna Kische, Leiterin Destinationsentwicklung des TVSSW, formuliert.

 

»Atmendes Leitbild«

 

Für Landrat Michael Geisler (CDU), zugleich Vorsitzender des TVSSW, ist es wichtig, mit der Bevölkerung im Gespräch zu bleiben. Es brauche eine »Nabelschau von Zeit zu Zeit«, um das »atmende Leitbild auf seinen Fortschritt zu untersuchen«, so der Landrat. Neben der Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung spielt auch die Entwicklung umweltfreundlicher Mobilitätsangebote eine tragende Rolle im Strategiepapier. Mit der »Gästekarte mobil« ist ein großer Schritt in diese Richtung unternommen worden.

 

Als die vier Grundprinzipien der touristischen Vision sind neben der Nachhaltigkeit auch die Qualitätsorientierung, die Verzahnung von Tourismus und Regionalentwicklung sowie die Weiterentwicklung touristischer Erlebnisprodukte und Themen festgeschrieben worden. Fünf Handlungsfelder, darunter die Touristische Infrastruktur und Mobilität, Gästeservice und Servicequalität, Marketing und Angebote sind geortet worden. Darin finden sich auch die Besucherlenkung sowie die Stärkung des Ganzjahrestourismus, mit dem Ausbau der Winterangebote, wieder. Nicht zu vergessen das Feld der Organisation und Kooperation, möchte man das Zusammenspiel der zahlreichen Partner doch weiter ausbauen.

 

Kooperation

 

Dazu war auch der Geschäftsführer des Berghotel Bastei, Kai Reiße, geladen, der die Wichtigkeit eines funktionierenden Leitbildes für die Region herausstrich und sein Unternehmen als Markenbotschafter betrachtet. Ähnlich sieht dies auch Juliane Gatomski vom Robert-Sterl-Haus in Naundorf: »Schön, dass ein gemeinsames Gespräch gesucht worden ist.« Sie begrüßt auch die weitere Vernetzung der Natur- und Kulturlandschaft. Als »Kümmerin« in Sachen Nachhaltigkeit sieht sich die neue Nachhaltigkeitsmanagerin des Tourismusverbandes, Luisa Adlkofer. Auf diesem entscheidenden Feld sollen noch mehr Partner gewonnen und betreut werden. Auch hier gilt es, die Bevölkerung noch stärker mit einzubinden.

 

Eine große Chance würde auch die Kooperation mit der Böhmischen Schweiz bieten. Landrat Geisler spricht es aus: »Vielleicht könnte ja aus einem Nationalpark auch ein Internationalpark werden.«