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Finanzamt Pirna wächst in die Höhe

Auf der Großbaustelle läuft alles planmäßig – Jetzt wurde Richtfest gefeiert – Eröffnung Ende 2016
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  Der Bau des neuen Finanzamtes Pirna geht unter der Leitung der Niederlassung Dresden I des   Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) planmäßig voran. Da hatte Ludwig Coulin, Chef des SIB Recht, als er bei der Projektvorstellung meinte: „Einen zweiten Berliner Flughafen  wird es hier nicht geben.“ Am nördlichen Teil des Neubaus, der  an die B172 angrenzt, werden die Rohbauarbeiten abgeschlossen. In der letzten Woche wurde zudem der  Stahldachstuhl montiert. Somit  wird die endgültige Gebäude-Kubatur bereits gut erkennbar. Vor wenigen Tagen wurde am Standort Richtfest gefeiert.  „Es freut mich sehr, dass die Arbeiten  am neuen Finanzamt so zügig vorangehen. Neben der Errichtung des Neubaus werden die drei denkmalgeschützten Bestandsgebäude umfassend saniert. Wir schaffen moderne Arbeitsbedingungen  für die rund 280 Mitarbeiter  und guten Service für die Kunden und binden zugleich die historische Bebauung wieder in das historische Umfeld ein“, hob Sachsens Finanzminister Prof. Georg Unland hervor. Die Arbeiten an Dach und Sandsteinfassade werden bis Jahresende abgeschlossen sein, sodass das äußere Erscheinungsbild  bereits erlebbar sein wird. Am mittleren Baukörper, in dem sich künftig die Informations- und Annahmestelle für Besucher des Finanzamtes befindet, laufen  die Rohbauarbeiten. Auch das Bauteil Süd wächst Woche für Woche. Damit einher geht die etagenweise Verbindung des Neubaus mit dem altehrwürdigen Vorwerk, das in seiner ehemaligen Form, mit historischem Pferdekopfdach, wieder hergestellt wurde. Bis zum Winter erhält die Fassade einen Oberputz mit Farbanstrich. Die Inschriftentafel an der Fassade zur Clara-Zetkin-Straße ist restauriert und wird  wieder an ihrem angestammten Platz eingebaut. Auch die Fenster in den Altbauten werden sich an historischen Vorlagen orientieren. „Eine besondere Herausforderung stellen die beengten räumlichen Verhältnisse für die Baustellenlogistik dar. Durch die gute Zusammenarbeit zwischen Tiefbauamt der Stadt und den Bauleuten konnten bisher viele logistische Probleme schnell gelöst werden“, ist Andrea Krieger, Sprecherin der SIB, zufrieden. Mit dem Bau des neuen Finanzamtes in Pirna setzt der Freistaat auch Ziele einer modernen, zeitgemäßen Verwaltung bei abnehmenden Bevölkerungszahlen und künftig sinkender Finanzmittel (Steuern wie Länderfinanzausgleich) um. „Aber auch bei der Konzentration der Behörden auf einen Standort im Landkreis, werden die Bürger gut versorgt. So werden wir künftig in Freital Sprechtage einrichten“, kündigt Georg Unland an. Zudem sei jeder Euro für den Neubau nachhaltig und ziehe langfristig positive Wirkungen nach sich. Zum einen erhält das Finanzamt einen ordentlichen, modernen Sitz. Zum zweiten wird die Innenstadt von Pirna belebt, die Mitarbeiter werden einkaufen und essen gehen und zum dritten wird eine Fast-Ruine mit drei denkmalgeschützten Gebäudeteilen saniert und damit das Stadtbild weiter aufgewertet.  Neben dem Neubau,  werden die Altbauten, Liebenausches Vorwerk, ehemaliger Gasthof „Zum Blauen Hecht“ und ehemaliges Waisenhaus in den Gesamtkomplex integriert. Der Namensgeber des Grundstücks war Johann Siegmund von Liebenau. Als Offizier beim sächsischen Militär verteidigte er im 30-jährigen Krieg erfolgreich den Sonnenstein und erhielt als Entschädigung mehrere Grundstücke. Auch wenn noch etliche Monate bis zur Fertigstellung vergehen, die künftigen Mitarbeiter des Finanzamtes seien schon gespannt auf ihre neuen Büros, wie Eike Taesler, Chef des Pirnaer Finanzamtes verriet. „Wir bauen hier ein Finanzamt, das sich nicht in einem Behördenkomplex auf der grünen Wiese versteckt. Wir setzen hier klare architektonische Akzente und zeigen so, wir sind Teil von Pirna und des Landkreises“, Eike Taesler. Die Fertigstellung  ist im Sommer 2016 geplant. Im November soll die Finanzverwaltung einziehen. Der Freistaat stellt  rund 23,1 Millionen Euro zur Verfügung.      C. Wolodtschenko Lesen Sie dazu auch "Die Spalte"