Roberto Rink

Volksbank Pirna und GWG Sebnitz fusionieren

Pirna. Damit ist die Sebnitzer Wohnungsgenossenschaft vor der Zerschlagung gerettet und genossenschaftliches Wohnen zu bezahlbaren Mieten gesichert.

„Wir wollen unser verdientes Geld in die Region zurückgeben“, sagt Dr. Hauke Haensel, Vorsitzender der Die Volksbank Pirna e. G., die den genossenschaftlichen, sozialen und regionalen Gedanken leben würde. Da liegt es nahe, einerseits eine in die Krise geratene Wohnungsgenossenschaft vor ihrer Zerschlagung zu retten und andererseits Geld in der Region anzulegen. In der jetzigen Situation, wo die Volksbank für immer mehr in Umlauf gebrachtes Geld Negativzinsens bei der Bundesbank bezahlen muss, eine solide und Region stärkende Anlage. Eine Fusion einer Wohnungsgenossenschaft und einer Bank hatte es vorher erst einmal in Deutschland gegeben.

GWG in Krise

In den 1990er Jahren sind für die Modernisierung der Häuser Kredite bei insgesamt 9 Banken aufgenommen worden. Da die erzielbaren Mieten den Kapitaldienst nicht erbringen konnten, musste in den Jahren 2003 und 2004 ein Insolvenzverfahren aufgenommen werden. Seit 15 Jahren sind nun erfolglos Gespräche mit Banken geführt worden. Die Banken drängten die GWG zu einem Gesamtverkauf des Wohnungsbestandes. Es reifte die Überlegung der Verschmelzung mit der Hausbank der GWG. „Die seit Frühjahr laufenden Gespräche fanden von Anfang an auf Augenhöhe statt, und wurden mit viel Respekt für die bisher geleistete Arbeit geführt. Der genossenschaftliche Grundgedanke, der beide Unternehmen verbindet, war bei der Planung der verschmolzenen Genossenschaft von Vorteil“ sagt Vorstandsvorsitzender der GWG Sebnitz Ulrich Franke.

Sanierung und Erhaltung

Die Wohnungsgenossenschaft verfügt über einen Bestand von 480 Wohnungen in Sebnitz und Neustadt, ein Großteil davon im Wohngebiet „Am Knöchel“ in Sebnitz. Diese bleiben genossenschaftlich und werden nicht verkauft. Zudem sollen die nötigen Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten sowie Schaffung von stark gefragten altersgerechten und barrierefreien Wohnungen und für junges Wohnen erfolgen. Das notwendige Kapital stellt die Volksbank zur Verfügung, in den nächsten fünf Jahren 2,5 Millionen Euro.  „Wir werden alle finanzierenden Banken nach Wirksamkeit der Fusion ablösen, dies gibt uns dann die volle Handlungsfähigkeit über unseren Wohnungsbestand wieder“, sagt Ulrich Franke von der GWG. Auch soll das Wohnen in den Genossenschaftswohnungen bezahlbar bleiben. Sie wird es unter anderem keine Mieterhöhungen in den nächsten zwei Jahren geben. Neben der Geschäftsstelle verbleiben auch alle Mitarbeiter der GWG als Ansprechpartner der Genossenschaftsmitglieder erhalten.

Zeitpunkt

Ziel ist die Fusion beider Häuser noch im Jahr 2021 zu vollziehen. Fusionsstichtag soll der 1. Januar 2022 sein. Dafür ist die Zustimmung der Mitgliederversammlung der GWG Sebnitz am 16. Dezember 2021 und der Vertreterversammlung der Volksbank Pirna am 17. Dezember 2021 erforderlich. Die verschmolzene Genossenschaft wird unter dem Namen „Volksbank Pirna eG“ weiter firmieren und die GWG Sebnitz wird als Niederlassung am bisherigen Standort fortführen. Der bisherige Aufsichtsrat der GWG wird als Beirat an allen Investitionsentscheidungen beteiligt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der GWG wechselt in den Aufsichtsrat der dann neuen Volksbank Pirna eG.

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