gb 3 Kommentare

Vicky muss leben

Bannewitz. Vor neun Wochen hat sich das Leben der jungen Frau schlagartig verändert. Am 23. Januar erhält sie die Diagnose: Akute Lymphatische Leukämie (ALL). Zwei Tage später wird ihr Sohn geboren.

Vicky (30) würde jetzt gern Kinderwagen schiebend durch Bannewitz spazieren. Sich auf‘s Babyschwimmen mit ihrem Sohn freuen. Freundinnen und Kollegen stolz den kleinen Niko präsentieren. Überlegen, was sie für ihn alles mitnehmen muss, wenn es in den geplanten Urlaub geht. Das Babyjahr genießen.

Würde. Hätte. Könnte. Stattdessen ist da diese blöde Krankheit, die einfach so aus dem Nichts kam. Sichtbar erst durch einen, dann einen zweiten geschwollenen Lymphknoten im Halsbereich. Schon die erste Blutuntersuchung sah nicht gut aus, die Ergebnisse des großen Blutbildes ein paar Tage später bestätigten den Verdacht: Leukämie. Akut. Sofort ins Krankenhaus. Das war am 23. Januar. Jetzt musste alles sehr schnell gehen. Denn Vicky war hochschwanger, der kleine Mann in ihrem Bauch sollte am 7. Februar zur Welt kommen. Doch so lange wollten die Ärzte nicht warten, die Geburt wurde eingeleitet, Niko kam zwei Tage später in der Uniklinik gesund und munter zur Welt. Schon zwei Tage später lag seine Mama auf der Onkologiestation und bekam ihre ersten Chemotabletten.

»Jammern hilft nicht. Da müssen wir jetzt einfach durch«

Das ist jetzt neun Wochen her. Acht davon konnten Vicky, ihr Mann Marius und Niko in einem Familienzimmer gemeinsam verbringen. Wenigstens das. Hier »feierten« sie Mitte Februar auch Vickys 30. Geburtstag. Mittlerweile hat sie mehrere Chemotherapien erhalten und ihre schönen dunklen langen Haare verloren. Was sie nicht verloren hat ist ihr grenzenloser Optimismus. »Jammern hilft ja nicht. Da müssen wir jetzt einfach durch.« Sie sei in kein tiefes Loch gefallen, habe keine Depression, dazu sei gar keine Zeit gewesen bisher. Für die jungen Eltern galt es rund um den Neuankömmling schließlich allerhand zu organisieren – von der Anmeldung über Kindergeld und Kinderarzt bis hin zum Kitaplatz. Und Papa Marius, der eigentlich jetzt Schichtleiter in der SG CNC Bearbeitungs GmbH hätte werden sollen, befindet sich nun im Babyjahr. Seit 1. April ist er mit Niko allein zu Hause. Kontakt zu ihrem Sohn wird Vicky in den nächsten drei Wochen nicht haben dürfen, denn der Junior erhält seine ersten Impfungen, was Mamas Immunsystem überfordert.

Große DKMS-Spenderaktion am 14. April im Hygiene Museum

Aufgeben ist natürlich keine Option für die hübsche junge Frau. Weil bis jetzt kein genetischer Zwilling für eine Stammzellenspende gefunden wurde, hat sie vom Krankenbett aus bei der Deutschen Knochenmark Spenderdatei (DKMS) eine Typisierungsaktion angeregt und ist dort sofort auf offene Ohren gestoßen. Denn ein Aspekt macht die Suche nach einem Spender für Vicky etwas schwerer: Ihr deutsch-griechisches Erbgut.

Der Termin für die Typisierung steht inzwischen fest. Die Aktion findet am 14. April von 11 bis 16 Uhr im Hygiene Museum statt. »Alle Freunde, die Familie und meine Kollegen bei der Sächsischen Aufbaubank organisieren mit«, erzählt Vicky freudestrahlend. Denn um Räumlichkeiten, Flyer und Plakate müssen sich die jungen Eltern und ihre Freunde, die die Aktion tatkräftig unterstützen, erst einmal selbst kümmern.

Und dann heißt es wieder warten. Hoffen. Optimistisch sein. »Es wird alles gut«. Das ist ein Satz, den Vicky oft sagt. Schließlich ist da noch ihr Mann und der kleine Sohn, mit dem sie irgendwann endlich (nicht nur) durch Bannewitz spazieren will.

WochenKurier wird über die DKMS-Aktion weiter berichten.

Wissenswertes rund um die Aktion

* Akute Lymphatische Leukämie (ALL) ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems (Blutkrebs)

* ALL ist die häufigste Form der Leukämie im Kindesalter, bei Erwachsenen tritt sie eher selten auf

* Ursache der Erkrankung sind bösartige, genetische Veränderungen im Knochenmark, die im Laufe des Lebens erworben werden, aber nicht vererbbar sind

* Aller 25 Minuten erhält ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs; nur ein Drittel findet innerhalb der Familie einen Spender

Artikel kommentieren

Kommentar von Bettina T.
Liebe Redaktion, liebe Vicky,

der Artikel hat mich sehr berührt und ich möchte gern helfen.

Eine Idee, die mir gekommen ist, bezieht sich auf das erwähnte deutsch-griechische Erbgut und die sog. Markos-Kinder aus der DDR (https://de.wikipedia.org/wiki/Markos-Kinder). Diese waren meines Wissens um 1950 etwa 8 - 17 Jahre und haben evtl. hier ansässige Kinder und Enkelkinder.
ielleicht ist es der DKMS ja irgendwie möglich, mit diesen Familien in Kontakt zu treten und so ganz gezielt nach einem genetischen Zwilling für eine Stammzellenspende zu suchen.
Zusätzlich könnte man evtl. auch noch einen gezielten Aufruf veröffentlichen, zum Beispiel in Form eines weiteren Artikels.

Ich wünsche Dir, liebe Vicky, von ganzem Herzen viel Erfolg bei der Suche und hoffe, dass du noch viele schöne Jahre mit deiner Familie verbringen kannst.

Alles Gute
Bettina
Kommentar von Carola Pönisch
Klick doch mal auf www.dkms.de/de/faq, da wird das sehr ausführlich beschrieben. Altersbegrenzung gilt von 17 bis 55 Jahre.
Kommentar von Mosell
Schreibt doch bitte mal dazu, wer nicht spenden darf, ist das altersbegrenzt?

Flug des Buchsbaumzünslers hat begonnen

Sachsen. Nachdem bereits Ende März die ersten überwinterten Larven des Buchbaumzünslers auf den Pillnitzer Versuchsfeldern gesichtet wurden, sind jetzt auch die ersten Falter an verschiedenen Standorten in Sachsen in aufgestellten Pheromonfallen gefangen worden, so z. B. in der vergangenen Woche in Leipzig, im Landkreis Meißen und in Pillnitz. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) aktuell in Dresden mit. Die Falter leben nur ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit kann ein Weibchen jedoch bis zu 150 Eier ablegen, bevorzugt an der Unterseite der äußeren Blätter des Buchsbaums. Die Eier entwickeln sich innerhalb von 3 bis 7 Tagen enorm schnell zu kleinen gefräßigen Raupen. Ausgehend vom beobachteten Falterflug wird dieses Stadium bis Mitte Juli erreicht werden und der Blattfraß einsetzen. Gartenbesitzer sollten deshalb auf der Hut sein und diesen Termin für Bekämpfungsmaßnahmen berücksichtigen! Von Einzelpflanzen können die frisch geschlüpften Raupen abgelesen und danach vernichtet werden. Wer größere Bestände erhalten will, kommt nicht umhin, den Buchsbaumzünsler mit Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen. Das LfULG empfiehlt, hier auf Mittel mit biologischen Wirkstoffen zu setzen. Für den Haus- und Kleingarten gibt es im Fachhandel zugelassene Pflanzenschutzmittel mit den biologischen Wirkstoffen Azadirachtin und Bacillus thuringiensis. Sie sind alle als bienenungefährlich eingestuft worden. Die Maßnahme muss gegebenenfalls wiederholt durchgeführt werden, so lange lebende Raupen in den Pflanzen gefunden werden. Alle Blätter sind gründlich zu benetzen. Ein Abtropfen der Spritzbrühe von den Blättern ist zu vermeiden. Achtung! Für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Dimethoat gibt es keine Zulassung im Haus- und Kleingartenbereich im Freiland. Eine Zuwiderhandlung stellt einen Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz dar und zieht ein Bußgeld nach sich. Für Pflanzenschutzfragen im Bereich Haus- und Kleingarten steht den Bürgerinnen und Bürgern die Sächsische Gartenakademie im LfULG als Ansprechpartner zur Verfügung. Ebenso beraten die Experten über Alternativen zum Buchsbaum und informieren rund um alle Themen, die Haus- und Kleingärtner berühren. Die Beratung über das Gartentelefon (0351 2612 8080) erfolgt immer donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Nachdem bereits Ende März die ersten überwinterten Larven des Buchbaumzünslers auf den Pillnitzer Versuchsfeldern gesichtet wurden, sind jetzt…

weiterlesen