André Schramm

Umfrage: Alles im grünen Bereich, Opa?

Freital. Was treibt die Senioren in Freital um? Womit sind sie zufrieden und was passt ihnen nicht? Das wollte Freitals Seniorenbeauftragte Heidrun Weigel von der Generation Ü60 wissen. Die Ergebnisse fördern mindestens eine Überraschung zu Tage – die große Bereitschaft, im Alter noch was Gutes zu tun.

Von Dezember 2018 bis Mai 2019 waren die Freitaler Seniorinnen und Senioren aufgerufen, an der Umfrage teilzunehmen. Es galt 23 Fragen zu drei Themengebieten zu beantworten. Mit 285 Rückmeldungen liegt die Rücklaufquote unter den Erwartungen. Repräsentativ ist die Erhebung damit nicht, interessant aber schon.   Denn sie gibt einen Einblick in die Lebens- und Vermögenswelt einer Bevölkerungsgruppe, die unaufhaltsam wächst. Darauf sollte man vorbereitet sein. »2020 werden 11.000 Menschen in Freital 65 Jahre oder älter sein. Im Jahr 2030 ist dann ein Drittel unserer Einwohner 65+«, sagte Heidrun Weigel.

Geld / Wohnen / Umfeld

Den Ergebnissen zufolge müssen in Freital immerhin 20 Prozent der Befragten nach Abzug aller Fixkosten (Miete, Strom usw.) mit weniger als 500 Euro monatlich auskommen. 30 Prozent haben 1.000 Euro oder weniger zur Verfügung. Das Gros zahlt jeden Monat Miete (60 Prozent). 30 Prozent wohnen im eigenen Haus. »Zwei von drei befragten Senioren wünschten sich, dass Wohnraum im Alter bezahlbar bleibt«, so Weigel. Damit allein ist es aber nicht getan. 40 Prozent gaben an, dass sie in den nächsten Jahren eine barrierefreie Wohnung bräuchten. »Der seniorengerechte Umbau von Wohnungen ist eines der bestimmenden Themen gewesen«, erklärte Weigel.  Große Zufriedenheit herrscht in Sachen Wohnumfeld (Luftqualität / Ruhe / Sicherheit / Ordnung / Straßen / Fußwege / Parks). Hier lagen alle Stadtteile im grünen oder wenigstens im gelben Bereich. Besonders wohl fühlten sich die Befragten aus Kleinnaundorf, Pesterwitz und Weißig. Kleinere Abstriche gab es in Burgk (Ruhe), in Deuben und Saalhausen (Gehwege) sowie in Somsdorf (Ordnung). »Insgesamt lässt sich sagen, dass die Fußwege in den ländlich geprägten Stadtteilen schlechter abschnitten – außer in Pesterwitz«, erklärte die Seniorenbeauftragte. Dass sich daran zeitnah etwas ändert, ist unwahrscheinlich. »Wir haben nicht die finanziellen Mittel alle Gehwege auf Vordermann zu bringen«, räumte Oberbürgermeister Uwe Rumberg ein.  

ÖPNV / Einkauf / Arzt

Eine ähnliche »Stadt-Land-Diskrepanz« zeigte sich auch in der Nahversorgung und dem ÖPNV. Die Stadtteile »draußen« wünschten sich bessere Nahversorgung. »Möglicherweise kann die Situation mit mobile Verkaufswagen verbessert werden. Teilweise wird das auch schon praktiziert«, sagte Heidrun Weigel. Kritik gab es an den Verbindungen und dem Takt der Busse. Häufig genannter Wunsch in diesem Zusammenhang: Die Wiedereinführung des Anruf-Sammel-Taxis bzw. die Bereitstellung eines Bürgerbusses. Oberbürgermeister Uwe Rumberg versprach, die Sache an den dafür zuständigen Landkreis heranzutragen.

Medikamente in Freital zu bekommen, ist hingegen kein Problem. 89  Prozent zeigten sich mit der Apothekendichte der Stadt zufrieden. Die medizinische Grundversorgung fanden Dreiviertel aller Befragten in Ordnung. Schlechter wurde die Laune beim Thema Fachärzte (46 Prozent zufrieden). Völlig unzufrieden mit der medizinischen Versorgung zeigten sich die Kleinnaundorfer.

Soziales & Freizeit

Die Hälfte aller Befragten wünschten sich ein besseres Freizeitangebot im Wohnumfeld. Allerdings sind Freitals Senioren nicht unbedingt scharf darauf, nur unter sich zu bleiben. Betätigung ist den reifen Freitalern offenbar wichtig.  Je nach Stadtteil liegt das ehrenamtliche Engagement der Befragten zwischen 25 bis 40 Prozent. Jeder Dritte kann sich vorstellen, aktiv in der Seniorenarbeit mitzuwirken. Angebote von Vereinen und Institutionen sind zwar einigermaßen bekannt, genutzt werden sie kaum.

Die Umfrage zeigte am Rande aber auch: Zwei von fünf Freitalern haben keinen Partner (mehr). Hinzu kommt, dass Angehörige oft nicht in der Nähe wohnen. »Dass Familienverbände auseinandergerissen wurden, weil Kinder und Enkel aufgrund der Arbeit weggezogen sind, können wir nicht schönreden. Vor allem hinten raus führt das zu Problemen«, sagte Rumberg. Dem Stadtrat wurden die Ergebnisse bereits in nichtöffentlicher Sitzung präsentiert. Möglicherweise kann sich das Gremium zeitnah auch um ein dringendes Bedürfnis der Älteren kümmern – Toiletten im öffentlichen Raum.

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Strompreis gestiegen? Ein Check kann helfen

Görlitz. Die Strompreise werden 2020 steigen. Laut Verivox haben über die Hälfte der regionalen Stromversorger Preiserhöhungen angekündigt (Verixox ist ein Dienstleister und zählt im Bereich der Tarifvergleiche zu den größten Anbietern in Deutschland). Haushalte, die auf Hartz IV angewiesen sind, trifft das besonders, sie müssen entweder Strom sparen oder aber an anderer Stelle Geld abknapsen. Hilfe bei ersterem bietet Sapos mit dem Stromsparcheck. »Wir beraten Bürger, die Sozialleistungen beziehen, kostenlos zum Thema Energieverbrauch«, sagt Frank Fuchs. Er ist bei Sapos Projektleiter für den Stromsparcheck. »Wir bekommen auch Anfragen von Menschen, die keine Sozialleistungen beziehen, aber den Stromsparcheck trotzdem nutzen wollen. Die können sich dazu an die Verbraucherzentrale wenden. Mit der besteht zu diesem Thema eine Kooperation.« Der Stromsparcheck funktioniert ganz einfach. Nach einer Terminvereinbarung via Telefon kommen die Berater zu einem ersten Besuch vorbei und prüfen, wo Sparpotenzial vorhanden ist. Dabei geht es nicht darum, den Menschen neue Elektrogeräte oder einen neuen Stromanbieter anzudrehen. Vielmehr soll mit einfachen Mitteln Strom gespart werden. Die Stromsparhelfer haben beispielsweise abschaltbare Steckdosen und LED-Lampen im Gepäck. Die kleinen Helfer bekommen die Stromsparcheck-Nutzer kostenlos. »Insgesamt gibt’s Artikel im Wert von bis zu 70 Euro geschenkt«, erklärt Fuchs. Außerdem gibt’s bei Bedarf noch einen 100-Euro-Gutschein für einen neuen Kühlschrank, sollte das alte Gerät älter als zehn Jahre sein und sich mit einem neuen Gerät eine Einsparung von 200 kWh pro Jahr einsparen lassen. Verpflichtet wird niemand zum Kauf. Wie läuft der Stromsparcheck? Nach der Terminvereinbarung bei Sapos kommen zwei Stromspar-Helfer in die Wohnung und suchen nach Einsparpotenzial, messen beispielswese die Stand-By-Ströme der Geräte und nehmen die Lampen unter die Lupe. Auch der Verbrauch des Kühlschranks wird gemessen, das Messgerät bleibt dazu 48 Stunden in der Wohnung. »Das dauert etwa eine bis anderthalb Stunden. Danach wird ein zweiter Termin ausgemacht, bei dem die Energie- und Wassersparartikel installiert werden«, so Fuchs. Er schätzt, dass sich so bis zu 150 Euro im Jahr sparen lassen. Sapos führt die Stromsparchecks im ganzen Landkreis durch. Dieses Jahr waren es über 200. Teilnahmeberechtigt sind Haushalte, die über ein nur geringes Einkommen verfügen, also beispielsweise Bezieher von Arbeitslosengeld II (auch Aufstocker), Sozialhilfe oder Wohngeld. Auch Familien, die einen Kinderzuschlag erhalten, können das Angebot nutzen. Anmeldung Genutzt werden kann das Angebot im ganzen Landkreis. Die Anmeldung ist unter folgenden Telefonnummern und Mailadressen möglich: Görlitz: 03581/318890, ssh@sapos-goerlitz.deLöbau: 03585/861520, ssh-zittau@sapos-goerlitz.deZittau: 03583/670143, ssh-zittau@sapos-goerlitz.deDie Strompreise werden 2020 steigen. Laut Verivox haben über die Hälfte der regionalen Stromversorger Preiserhöhungen angekündigt (Verixox ist ein Dienstleister und zählt im Bereich der Tarifvergleiche zu den größten Anbietern in Deutschland).…

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