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Reicht das Trinkwasser?

Klingenberg. Sachsens Trinkwasserversorgung ist sicher. Die Trockenheit der letzten Wochen hat trotzdem ihre Spuren an den Wasservorräten hinterlassen. Ein Problem?

Wenn man bedenkt, dass das Talsperrensystem Klingenberg-Lehnmühle weit mehr als eine halbe Million Menschen täglich mit frischem Trinkwasser versorgt, stellt sich angesichts der anhaltenden Trockenheit schon die Frage: Wie lange funktioniert das noch?

»Wir haben in Klingenberg/Lehnmühle derzeit einen Füllstand von knapp 60 Prozent«, erklärt Betriebsleiterin Birgit Lange von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Das sei der zweitniedrigste Stand der letzten Jahre. Seit Ende Juli bezieht man deshalb zusätzlich Wasser aus der Talsperre Rauschenbach. Viele sächsische Talsperren sind über Stollen und Leitungen miteinander verbunden, können sich also bei Bedarf Wasser gegenseitig »borgen«. Unter dem Strich sieht es in Sachsen noch ganz gut aus. »Unsere Talsperren sind gegenwärtig mit rund 150 Millionen Kubikmeter gefüllt. Das entspricht einem Stauziel von 79 Prozent. Es muss sich also niemand Gedanken machen«, sagte Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt bei einem Vororttermin. Allerdings gebe es vereinzelt Gebiete, die auf Brunnen angewiesen sind. Versiegen die oberflächennahen Wasserquellen, stellen Kommunen bzw. Zweckverbände in der Regel Wasserwagen bereit. Waren im Jahr 1990 im Freistaat noch rund 330.000 Menschen auf das Brunnenwasser angewiesen, sind es heute nur noch etwa 22.0000. Mit etwas Sorge blick Schmidt allerdings auf die  Entwicklung der Grundwasserstände. »Seit drei Jahren sinken sie kontinuierlich«, sagte er. 

Verbrauchsrekord in Dresden

Zu den Abnehmern  des Klingenberger Wassers gehören sowohl die DREWAG (57.000 Hausanschlüsse) als auch die Wasserversorgung Weißeritzgruppe (24.000 Hausanschlüsse).  Im Schnitt bekommt Dresden 800 Liter pro Sekunde. Das reicht ungefähr für 300 Badewannen pro Minute. Freital (ehemaliger Weißeritzkreis) bezieht an normalen Tagen etwa 200 Liter pro Sekunde.

Die letzten Tage und Wochen waren allerdings alles andere als normal. »Unser Wasserverbrauch liegt derzeit bei etwa 18.000 Kubikmetern pro Tag. Das entspricht dem Anderthalbfachen des Jahresmittels«, erklärte Frank Kukuczka, Chef der Wasserversorgung Weißeritzgruppe GmbH. Die große Nachfrage sorgte in Dresden sogar für einen neuen Rekord. »Am 1. August lagen wir bei 158.000 Kubikmetern.  Normal sind 107.000«, fügte Dr. Volker Gebhard, Gruppenleiter Betrieb Wasseranlagen der DREWAG, hinzu.  Trotz der gestiegenen Nachfrage seien aber noch genügend Reserven nach oben vorhanden. Die Landeshauptstadt hat zusätzlich noch die Wasserwerke in Hosterwitz und Tolkewitz. Problematisch wird es nur, wenn das Wasserwerk Coschütz ausfällt. Dann bleiben rund anderthalb, zwei Wochen, bevor es eng wird.

Die Talsperre Klingenberg wurde die letzten Jahre umfassend saniert. »Sie ist der Royce Royce unter den sächsischen Talsperren«, weiß Heinz Gräfe, Chef der LTV Sachsen.  Die Wasserqualität wird sowohl manuell als auch automatisch regelmäßig überprüft, sogar in unterschiedlichen Wassertiefen. Security und Kameras ringsum behalten das Wasserschutzgebiet im Blick.

Im Schnitt kostet Trinkwasser in Sachsen sechs Euro pro Monat und Kopf. »Angesichts der Arbeit, die dafür notwendig ist, ist das sehr preiswert«, sagte Schmidt.

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