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Mercedes rollt in die Elbe

Pirna. Beim Zuwasserlassen eines Segelbootes ist zwei Touristen in Pirna ein wahres Missgeschick passiert. Die beiden Männer hatten ihr Segelboot bereits im Wasser, als sich plötzlich ihr Mercedes selbstständig machte, rückwärts in die Elbe rollte und bis über die Hälfte in den Fluten versank.

"Mein Bruder hatte sich gewünscht, einmal im Leben die Elbe hinunter zu fahren“, sagt Wolfgang T. „Und nun haben wir und sein Wagen ein unfreiwilliges Bad in der Elbe genommen.“ Gemeinsam mit Otto H. (81) aus der Hansestadt Wesel (NRW) war der 68-Jährige am Mittwochabend in einem Mercedes Benz E 350 (Baujahr 2012) nach Pirna gereist, im Schlepp ein Bodensee-Segelboot vom Typ Flamingo, ein Kajütboot mit Außenborder. Der Ingenieur und der Pensionär sind seit ihrem Jugendalter Freizeitkapitäne aus Leidenschaft, lizensierte Sportbootführer.

Am Donnerstagvormittag sollte die Mehrtagestour gen Hamburg starten – von der sogenannten Slipstelle unterhalb des Wohnmobil-Stellplatzes nahe dem Hauptplatz in Pirna-Copitz. Ihr Segelboot hatten die Geschwister bereits wie geplant zu Wasser gelassen, als das Unglück am Elbufer seinen Lauf nahm. Bootstrailer und Boot seien im Wasser und abgekoppelt gewesen. „Nur der Trailer hatte sich an einer Kante etwas quer gesetzt, als wir ihn wieder aus dem Wasser ziehen wollten“, beschreibt Wolfgang T. die Situation. Um den Bootsanhänger leichter hochziehen zu können, hätten sie den nahe den Mercedes Benz (Automatik-Schaltung) noch einmal nachgesetzt und anschließend das Seil von dem Fahrzeuganhänger mit dem Pkw verbinden wollen. Obwohl die E-Klasse vorher schon mehrere Minuten so auf der Schräge gestanden hätte, ist das Auto plötzlich führerlos und ohne Insassen rückwärts losgerollt. „Mein Bruder hatte nur noch gerufen, pass auf“, so Wolfgang T.

Jemand von der Fähre hatte das Malheur beobachtet und rief die Feuerwehr. Die Kameraden eilten schnell herbei, sicherten den Pkw und den Bootstrailer vor dem wegschwimmen, schlugen jeweils ein Seil an und zogen beide per Seilwinde am Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug wieder an Land.

 Den beiden Pechvögeln ist unklar, warum sich der Pkw selbstständig gemacht hat. „Die Feststellbremse hat in irgendeiner Form versagt, ob wohl sie angetreten war und immer noch ist, wie auch die Feuerwehr festgestellt hatte“, so der 81-jährige, aber dennoch drahtige Fahrzeughalter Otto H. Was sein Auto betrifft verbucht er einen Totalschaden. „Allein wegen der durch das eingedrungene Wasser zerstörten sensiblen Elektronik ist mein Wagen hin.“

Erst am 7. April war in Pirna ein auf dem altstadtseitigem Elbeparkplatz abgestellter VW Golf eines 20 Jahre alten Halters aus Neustadt führerlos und ohne Insassen in die Elbe gerollt. Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hatten das Wrack am Tag darauf in etwa 3,80 Meter Tiefe rund 1000 Meter stromabwärts geordet und gemeinsam mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Dresden aus dem Fluss geborgen.

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