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Gohrisch hat die Wahl

Gohrisch. Am Sonntag, 19. Januar, wird in Gohrisch ein neuer Bürgermeister gewählt. Gohrisch? Bürgermeisterwahl? Da war doch was? Stimmt!

 Die ursprüngliche Wahl im Mai 2019 ging ordentlich in die Hose. Damals wurde fast die Hälfte aller abgegebenen Stimmen für ungültig erklärt. Viele Wähler hatten dem ehemaligen Ortsvorsteher Christian Naumann ihre Stimme gegeben, obwohl dieser gar nicht offiziell zu Wahl angetreten war. Grundsätzlich ist das auch erlaubt. Sofern nur ein Bewerber auf dem Wahlzettel steht, darf der Wähler auch eine andere Person benennen. Der individuelle Wählerwunsch muss allerdings eindeutig sein. So will es das Kommunalwahlgesetz. Ab da wurde es problematisch. Viele hatten nur Christian Naumann auf den Wahlzettel geschrieben. Anschrift und/oder Beruf hätten aber dazugehört. Hintergrund ist die Tatsache, dass auch Bürgermeister werden kann, wer seinen Lebensmittelpunkt oder Wohnsitz nicht in der Gemeinde hat. Gemeint und gewählt – in diesem Fall ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.

Das Amt nicht angetreten

Der Wahlausschuss machte Maik Günther (Die Linke) zum Gewinner.  »Alles korrekt gelaufen«, befand die Kommunalaufsicht später. Allerdings hatte Günther unter den gegebenen Umständen keine wirklichen Ambitionen mehr auf den Posten und bat darum, das Ehrenamt nicht annehmen zu müssen. Der Wahlsieger hatte das u.a. mit dem erheblich gestörten Vertrauensverhältnis zum Gemeinderat, konkret mit einem unfair geführten Wahlkampf mit persönlichen Diffamierungen gegen ihn, begründet. Die Aufsichtsbehörde entsprach diesem Wunsch. Die insgesamt elf Einsprüche gegen das Wahlergebnis wurden vom Landratsamt allesamt zurückgewiesen.  Vorläufiges Ende: Der bisherige Bürgermeister Heiko Eggert blieb weiter im Amt, eine neue Wahl wurde verordnet und das Waldebakel von Gohrisch machte überregional Schlagzeilen.

Am 19. Januar gehen zwei Kandidaten ins Rennen

Rund 1.540 Wahlberechtigte werden diesen Sonntag wählen gehen oder auch nicht. Diejenigen, die es an die Wahlurne schaffen, haben dieses Mal tatsächlich eine Wahl – zwischen Johannes Dietrich (*1978, freiberuflicher Projekt- und Seminarleiter) und dem pensionierten Polizeibeamten und ehemaligen Ortsvorsteher Christian Naumann (*1950). Bürgermeister wird am Ende, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen auf sich vereint. Nach der öffentlichen Bekanntmachung und Prüfung durch die Kommunalaufsicht kann das neue Gemeindeoberhaupt sein Amt antreten.

»Ich schätze, dass das frühestens Ende Februar, Anfang März passieren wird«, sagte Gitta Lehmann, Leiterin des Hauptamtes in Königstein. Abhängig sei der Amtsantritt auch auch davon, ob es Einsprüche gibt, die geprüft werden müssen. Übrigens: Wer dieses Mal eine andere Person auf den Wahlzettel schreibt, macht seine Stimme ungültig.

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