Daniel Förster

Glashütte hat einen neuen Bürgermeister

Glashütte. Die Uhrenstadt hat seit Sonntagabend einen neuen Bürgermeister. Im zweiten Anlauf konnte sich Sven Gleißberg (parteilos) gegen Tilo Bretschneider (AfD) durchsetzen.

 Der 38-jährige Sven Gleißberg hat am Sonntag die Stichwahl gewonnen. Laut dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis erhielt der Banker aus Schlottwitz 57,5 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen (1.957 Stimmen). Kfz-Meister Tilo Bretschneider (55) aus Glashütte, der für die AfD im Gemeinde- und im Kreistag sitzt und im zweiten Wahlgang einziger Mitbewerber war, bekam 42,5 Prozent der Stimmen (1.444 Stimmen). Gleißberg war mit Unterstützung der CDU ins Rennen gegangenen, ist aber parteilos.

Niedrigere Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung im zweiten Wahlgang lag mit 62,6 Prozent deutlich unter der vor drei Wochen. Damals waren 81 Prozent der insgesamt 5.515 Wahlberechtigten zur Wahlurne geschritten. Damals erreichte allerdings keiner der bis dato drei Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit. Bereits einen Monat vor dem ersten Wahltermin hatte Steffen Barthel (Freie Wählergemeinschaft Johnsbach) seine Kandidatur zurückgezogen - aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen, wie er sagte. Er hatte damals allerdings noch auf dem Wahlzettel gestanden.

Bürgermeister wechselte nach Pirna

Die Bürgermeisterwahl in Glashütte war notwendig geworden, weil der bisherige Glashütter Rathauschef Markus Dreßler (CDU) Ende Juni 2021 seinen Sessel geräumt hatte. Der 45-jährige ist nach Pirna gewechselt und seitdem Sommer Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen und Schulen sowie als Bürgermeister Stellvertreter des Oberbürgermeisters in der Sandsteinstadt. Diplom-Verwaltungswirt Dreßler war seit Juli 2008 Stadtchef in der Uhrenstadt und hatte jedoch zum Schluss im Stadtrat der Kleinstadt zusehends an Rückendeckung verloren, verlautete es aus dem Gremium. Dreßler hatte sich auf die frei gewordene Stelle in Pirna beworben und wurde dort genommen.

Sven Gleißberg war in den vergangenen 21 Jahren in verschiedenen Funktionen bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden tätig, zuletzt als Personalratsvorstand und als Mitglied im Verwaltungsrat. Er will den Rückgang an Einwohnern stoppen bzw. Einwohner zurückgewinnen, das Ehrenamt attraktiver machen und vor allem die Ortsteile stärken.

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