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Porzellan-Manufaktur Meissen streicht 201 Stellen

Meißen. Schlechte Nachrichten für die Belegschaft der Porzellan-Manufaktur Meissen: Der Traditionsbetrieb will 201 Stellen streichen. Es gehe um den dauerhaften Erhalt der Marke, hieß es.

Wie das Unternehmen bekannt gab, soll die Zahl der Stellen von 619 auf 418 reduziert werden – im Rahmen eines fairen Interessensausgleichs, sozialverträglich gemeinsam mit dem Betriebsrat sowie über reguläre Altersabgänge und deren Nicht-Nachbesetzung. Hintergrund des Stellenabbaus seien das schwierige Umfeld in der Porzellanbranche und der wirtschaftliche Abschwung in den Kernmärkten.

Zwar konnte die Manufaktur nach eigenen Angaben in den letzten Jahren leichte Umsatzsteigerungen verzeichnen. Die Wachstumsziele wurden allerdings nicht erreicht. Um die für den langfristigen Erhalt der Manufaktur notwendigen wirtschaftlichen Ergebnisse erzielen zu können, seien daher Anpassungen bei Strukturen und Kosten erforderlich, hieß es weiter. 

In dem Zusammenhang will sich Meissen von nicht profitablen Standorten trennen, die Direktbetreuung und den E-Commerce ausbauen. Unter dem damaligen Geschäftsführer Dr. Christian Kurtzke  (2008 - 2015) hatte Meissen teure Ausflüge in die Luxuswelt unternommen und die Marke um artfremde Produkte (u.a. Möbel und Schmuck) erweitert. Unter seiner Führung wurden bereits 180 Stellen abgebaut. Im November 2014 übernahm Tillmann Blaschke den Geschäftsführerposten. Etwas später stieß Georg Nussdorfer hinzu. Beiden ist es offenbar nicht gelungen, den Traditionsbetrieb aus den roten Zahlen zu führen. 

„Das durch die CDU-Regierung gedeckte Bestreben, aus der Porzellanmanufaktur einen Intershop für Nippes für neureiche Kleinbürger zu machen, rächt sich bis heute. Der Stellenabbau muss, sofern er wirklich unausweichlich ist, sozialverträglich erfolgen. Die Manufaktur ist ein Kulturgut und der Freistaat muss sie auch als solches behandeln und unterstützen. Wir dürfen sie nicht dem Markt ausliefern", sagte Franz Sodann von der Linksfraktion im Sächsischen Landtag.

"Die aktuelle Entwicklung hat sich angedeutet und kommt für mich nicht überraschend. Die letzten Jahre waren durch eine hohe Intransparenz im Umgang mit der Porzellanmanufaktur geprägt. Als BÜNDNISGRÜNE haben wir immer wieder angesprochen, dass die Strategien so nicht aufgehen werden. Und dass es mehr Transparenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Unternehmen – aber auch mit anderen Beteiligungen des Freistaates – braucht", sagte Franziska Schubert von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. Schubert weiter: "Zuletzt hat die Manufaktur vor zwei Jahren 28 Mio. Euro aus dem Staatshaushalt erhalten. [...] Die beträchtlichen Finanzhilfen haben nicht dazu geführt, dass das Unternehmen in seiner jetzigen Größe erfolgreich sein konnte[...]."

 

 

 

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