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Freie Werkschule Meißen gewinnt Medienpreis

Meißen. Am Nikolaustag verliehen das Kulturministerium und sie Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien in der Dresdner Schauburg den Medienpädagogischen Preis 2018.

In der Kategorie »Bestes Medienkompetenzprojekt mit Jugendlichen« gewann das Filmteam der Freien Werkschule Meißen mit seiner Reportage zum Thema »Fake News«. Das Filmprojekt wurde 2007 von Tobias Schumann und Michael Klarfeld, beide Lehrer an der Freien Werkschule, ins Leben gerufen. Rund 20 Schüler der achten bis zehnten Klassen entschieden sich für dieses Jahresprojekt.

Für Fake News sensibilisieren

»Mit diesen Projekt möchten wir die Schüler für Fake News sensibilisieren«, erläutert Michael Klarfeld. »Nur durch bewusste Auseinandersetzung mit der Entstehung von Nachrichten, Filmen und Verbreitung von Informationen in sozialen Netzwerken, kann man überhaupt eine kritische Betrachtung der eigentlichen Inhalte durchführen.« Franziska, Luca und Theo, damals neunte Klasse, waren Teil des Filmtemas. »Ich war schon bei einem Filmprojekt dabei und fand es eine tolle Sache. Deshalb wollte ich wieder mitmachen«, erzählt Franziska. Für Luca stand die Möglichkeit der Schauspielerei im Vordergrund. »Ich wollte gern mal vor der Kamera stehen.

Mit dem Thema Fake News hatte ich mich bisher nicht auseinandergesetzt.« Theo fand das Thema sehr interessant. Er war aber auch gespannt bei der Entstehung eines Filmes hinter die Kulissen schauen zu können. Im ersten Halbjahr beschäftigten sich die Schüler damit, was Fake News sind und was man für einen Bericht braucht. Sie lernten den Umgang mit der Kamera und erstellten eigene gefälschte Nachrichten.

Im zweiten Halbjahr setzten sie das vorgegebene Thema in einer Reportage um. »Es ging darum, dass ´Gammadopin´, ein neu entwickeltes Neurotransmitter-Medikament zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, erfolgreich an den Schülern der 9. Klasse der Werkschule getestet wurde. Der fiktive Pharma-Konzern IPUTOX, der dieses Medikament entwickelt, übernahm angeblich die Schulgebühren der Probanden für ein Jahr. In der Reportage kommen Schüler, ein Referendar, ein Vertreter des Pharma-Unternehmens und Eltern zu Wort – alle von Laiendarstellern gespielt«, erläutert Michael Klarfeld.

Nachrichten kritisch hinterfragen

Die Reportage wurde im Mai 2018 bei Meißen TV gesendet und über soziale Netzwerke verbreitet. Die Kommentare in den sozialen Netzwerken waren ablehnend gegenüber dem Medikamententest an Schülern, oder machten auf zum Teil ironische Weise klar, dass sie den Film als Falschmeldung durchschaut hatten. Eine Woche später gab es bei Meißen TV die Auflösung, dass an der Werkschule keine Medikamentenstudie durchgeführt wurde, sondern die Schüler die Wirkung von Fake News getestet haben. »Es war schon eine krasse Erfahrung, dass viele Leute den Inhalt des Filmes geglaubt haben. Dabei haben wir einige versteckte Hinweise eingebaut, die den Film als Fake News entlarven«, erzählt Franziska.

Franziska, Luca und Theo nehmen wertvolle Erfahrungen aus dem Projekt mit. »Mit Nachrichten gehe ich jetzt kritischer um und hinterfrage viel mehr«, erzählt Luca. »Auch ich bin seitdem kritischer und recherchiere öfter die entsprechenden Quellen«, ergänzt Theo.

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