Verena Farrar

Die Schließung ist auch ein Neubeginn

Meißen. Immer in Bewegung bleiben und mit der Zeit gehen - war schon immer das Motto von Siglinde Lässig aus Meißen. Jetzt geht sie in Rente und schließt ihr Sporthaus, aber in den RUHEstand geht sie noch lange nicht...

Gerade in diesen Tagen schwelgt Siglinde Lässig in Erinnerungen. In wenigen Wochen schließt sie ihr Sportgeschäft an der Kurt-Hein-Straße nach 28 Jahren. Mit vielen zusätzlichen Aktionen rund um Sport und Bewegung hat sich die Meißnerin einen Namen gemacht und eine sportliche Fangemeinde um sich versammelt. »Egal ob Aerobic in den 90er Jahren, Inlineskating in den 2000ern oder Nordic Walking ab 2003 – wir haben fast jeden sportlichen Trend des Jahrzehnts mitgemacht«, erinnert sie sich.

Diese Offenheit fast jeder Sportart gegenüber, hat die agile, schlanke Frau von ihren Eltern mitbekommen. »Wir waren eine sehr sportliche Familie. Mein Vater war Sportlehrer und Vereinsgründer Rudolf Lässig. Er hat neben vielen Sportgruppen auch die DRK-Wasserrettung mit aufgebaut«, erzählt sie. So wurden schon früh ihr Durchhaltevermögen und ihre Disziplin geschult. Sie selbst begeisterte sich sportlich gesehen für acht Rollen. Als Rollkunstläuferin, Rolltänzerin und spätere Inlineskaterin trainierte sie auch eine Zeit lang mit Christine Beulig. »Ich erinnere mich noch, wie wir früher auf der Eisbahn an der Badgasse geübt haben. Das war super und vor allem hatten wir noch einen richtigen Winter«, so Siglinde Lässig.

Diese Aufgeschlossenheit dem Sport gegenüber und die Neugierde, neue Sportarten auszuprobieren, hat sie ihr gesamtes Berufsleben begleitet. Sie selbst ist ausgebildete Trainerin und so wurden im Sporthaus Inlinerkurse, Ausfahrten zum Skitest, Nordic Walking oder Wandertouren durch die Weinberge und vieles andere organisiert. Es gab Modenschauen und Ski-Gymnastik im Laden. So konnte sie die sportliche Idee ihres Vaters, der mit fast 90 Jahren 2007 verstarb, für Meißen weiterführen. Mit ihrem Lebenspartner Norbert Schleicher hat sie dabei einen weiteren Sportfan und Aktiven an ihrer Seite. Der ambitionierte Fußballer aus der DDR-Oberliga spielte beim Sachsenring Zwickau, dann beim FSV Dresden und seit 1979 in Meißen. Jetzt haben beide Zeit, ihre sportlichen Hobbys auszuleben, vom Alltag zu entschleunigen und neues Wohlbefinden zu tanken.

Übrigens, Sigi, wie sie ihre guten Bekannten und Sportkameraden gerne nennen, ist bereits seit 60 Jahren Mitglied im Turnverein. Noch bis zum 28. Februar ist »Sigi´s Sporthaus« geöffnet, danach werden die traditionsreichen Räume für sportliche Seniorentreffes genutzt. Es lohnt sich in jedem Fall, die Aushänge zu beachten.

Erste Treffs:

Donnerstag, 15. März, 17 bis 21 Uhr:

Ladys Night: Ein bunter Info-Abend über Gesundheit, Bewegung und allerlei Frauenthemen...

Immer freitags (ab 16. März), 14 Uhr:

Nordic Walking in der Meißner Region für Senioren und Junggebliebene

Treffpunkt unter: 01521 / 739400

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Hände weg von den jungen Wilden!

Görlitz. Es ist Frühsommer und das Telefon der Wildtierauffangstation im Görlitzer Tierpark steht nicht still. So wie jedes Jahr. Regelmäßig kommen Anfragen besorgter Tierfreunde zu vermeintlich hilfsbedürftigen Rehkitzen, Waschbären, Füchsen, Vögeln und Co. Über Anrufe freuen sich die Mitarbeiter, kann auf diese Weise doch aufklärt werden. Die Freude über kerngesunde Jungtiere, die aus Unwissenheit mitgenommen und in die Wildtierauffangstation gebracht werden, hält sich hingegen in Grenzen. Auch wenn ein Eingreifen des Menschen aus ethischer Sicht zwar verständlich ist, ist es oft aber nicht zum Besten des Tieres. Die besten Betreuer für junge Wildtiere sind immer noch die eigenen Eltern. Aber wie erkennt Tierfreund, ob ein Jungtier tatsächlich in Not ist? Das ist in den allermeisten Fällen nämlich nicht der Fall. Elterntiere halten sich nicht rund um die Uhr bei ihren Jungen auf. Meist befinden sie sich jedoch in der näheren Umgebung. Nähert sich ein Mensch, trauen sie sich nicht zu ihrem Nachwuchs. Deshalb gilt für den Menschen in solchen Situationen: schnellstmöglich weg vom Fundort. Fühlen sich die Eltern ungestört, kehren sie nach kurzer Zeit zurück. Wer sichergehen möchte, dass es dem Jungtier tatsächlich gut geht, kann nach 24 Stunden nachschauen, ob es sich noch immer an derselben Stelle befindet. Fuchs- und Waschbärwelpen unternehmen übrigens schon relativ früh Ausflüge. Auch wenn sie sehr unbeholfen wirken, sie sind nicht verlassen, die Mutter sammelt sie wieder ein. Im Wald, auf der Wiese oder dem Feld liegt bewegungslos ein Rehkitz? Dann gilt auch hier: schnellstmöglich den Ort verlassen. Die Ricke wird zu ihrem Kitz zurückkommen, sobald der Mensch weg ist. Rehkitze sind sogenannte Ablieger, die bei Gefahr nicht weglaufen, sondern sich ducken und bewegungslos verharren, bis die Gefahr vorüber ist. Fieptöne sind kein Anzeichen für eine aktuelle Qual des Tieres, sondern der Hilferuf an das Muttertier, da sich das Kitz durch die Anwesenheit von Menschen bedroht fühlt.   Im Wald, Parks oder im Garten sitzen sie und fliegen nicht weg: junge Vögel die schon ihr Nest verlassen, bevor sie richtig fliegen können. Das ist ganz normal! Die Elternvögel füttern die auf dem Boden herumhüpfenden und bettelnden Jungen weiter.  Wer hier helfen möchte sollte Hunde und vor allem Katzen von den Jungvögeln fernhalten. Für diejenigen, die sich zu diesem Thema weiter informieren möchte hat das sächsische Staatsministerium ein umfassendes Faltblatt entwickelt. (https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/11129)Es ist Frühsommer und das Telefon der Wildtierauffangstation im Görlitzer Tierpark steht nicht still. So wie jedes Jahr. Regelmäßig kommen Anfragen besorgter Tierfreunde zu vermeintlich hilfsbedürftigen Rehkitzen, Waschbären, Füchsen, Vögeln und Co.…

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