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Der Baumkontrolleur – Ein neuer Job in Meißen

Das Meißner Bauamt hat jetzt einen echten »Baumflüsterer«.

Wenn Sie einen jungen Mann beobachten, der kräftig mit einem Gummihammer an Bäume im Stadtgebiet schlägt - dann hat das seine Richtigkeit: Seit Ende 2019 ist der erfahrene Dipl.-Forstwirt Matthias Karich als Baumkontrolleur in Meißen im Einsatz.

Diese Stelle hat die Stadtverwaltung im Bereich des Bauhofes eingerichtet. Er hat hauptsächlich die Aufgabe alle städtischen Bäume zu überprüfen, damit von ihnen im öffentlichen Raum keine Gefahr für Passanten oder Verkehrsteilnehmer ausgeht. Aber auch Fällgenehmigungen erteilt er auf Antrag.

Langfristiges Ziel ist es, alle Bäume auf städtischen Flächen in einer grafischen Karte zu registrieren.

Dazu zählen Bäume an Meißner Straßen, Wegen, Plätzen, Spielplätzen und in Parkanlagen, aber auch Bäume an städtischen Kindereinrichtungen und Schulen sowie auf den ca. 100 ha großen Wald-Flächen der Stadt. Derzeit sind etwa 2.880 Bäume offiziell im sogenannten Baumkataster registriert, aber etliche fehlen noch.

Die fachliche Grundlage für seine umfangreiche Arbeit und vor allem die Empfehlungen für die Regelkontrolle der Bäume liefern sein langjähriger beruflicher Hintergrund als Forstwirt und die Forschungsgesellschaft für Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V. (FLL). Dort tragen spezialisierte Fachleute der Forstwirtschaft ständig aktualisierte Standards zusammen, wie sich Bäume im öffentlichen Raum auf ihre Gesundheit und damit ihre Sicherheit bewerten lassen. »Verbindliche Gesetze oder Verordnungen für die Sicherung von Bäumen gibt es in Deutschland nicht, aber mehrere Grundsatzurteile der Rechtsprechung«, erklärt Matthias Karich.

Damit es nicht zu Schadensfällen kommt, prüft der Baumkontrolleur mit einigen kräftigen Hammerschlägen gegen den Stamm die Beschaffenheit und Stabilität des Holzes. »Mit einiger Erfahrung hört man meistens am Klang ganz genau, ob das Holz gesund und fest ist oder ob der Baumstamm Hohlräume hat oder zumindest morsch ist«, sagt Karich nach einer Klangprobe an einer stattlichen Linde, deren Oberkrone nur noch braune, vertrocknete Zweige und Blätter hat. Der Baumkontrolleur hat Hoffnung, vielleicht kann der fast 10 Meter hohe Baum mit einem radikalen Rückschnitt noch gerettet werden. Das werde die Zeit zeigen. Auf jeden Fall wird er registriert und häufiger untersucht, als Bäume, die eine gesunde Optik haben. Mögliche Hohlräume untersucht er mit einem Sondierstab, um so die Änderungen in der Tiefe der Risse oder Astlöcher zu messen. Neben der Bruchsicherheit, die mit dem Diagnosehammer und dem Sondierstab eingeschätzt wird, wird auch die Krone bei der Sichtkontrolle nach Totholz und Bruchholz abgesucht. Starkes Totholz muss schnell durch die Baumpflege entfernt werden.

Wie regelmäßig ein Baum untersucht wird, hängt nicht nur von seinem Zustand, sondern auch von seinem Alter ab. Von der Prioritätenreihenfolge her werden stark frequentierte Wege, Parkanlagen oder Kinderspielbereiche sowie stark befahrene Straßen werden öfter kontrolliert, als abgelegenere Bäume in wenig besuchten Bereichen. Erstere haben eine hohe Sicherheitserwartung.

Am Ende der Arbeit stehen eine Maßnahmeliste und eine Baumstandortkarte für das Objekt, die zur Angebotseinholung bei Baumpflegefirmen zugrunde gelegt wird.

Bei seiner sehr abwechslungseichen Tätigkeit ist Matthias Karich immer auch auf die wertvollen Hinweise von Bürgern angewiesen. »Viele Spaziergänger sind regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs und bemerken so Veränderungen schneller als ich. Das ist eine wichtige Hilfe für mich«, gesteht er. Ein aktuelles Großprojekt ist derzeit der Park Siebeneichen, der mit Trockenheit und Sturmereignissen zu kämpfen hatte.

Doch nach der Entscheidung, dass ein Baum gefällt werden muss, hört der Job von Matthias Karich nicht auf. Er sorgt auch für die Koordination der Forst- und Baumpflege-Firmen, der nötigen Absperrungen im Bereich und der vorübergehenden Beschilderung der Gefahrenstelle.

Die derzeit größte Sorge macht Matthias Karich die anhaltende Trockenheit im vergangenen Jahr und im Winter. Dadurch können die Bäume zu wenig Wasser speichern und sich deshalb gegen Eindringlinge wie den Borkenkäfer nicht wehren. Besonders gefährdet sind derzeit Fichten, Kiefern und Lärchen. Auch Stürme haben einfacheres Spiel, wenn die Bäume wegen der Trockenheit eher spröde und weniger fest verwurzelt sind. Der Niederschlag der der vergangenen Tage hat dabei gut getan, aber die Grundwasserspeicher sind nach zwei sehr trockenen Jahren, noch nicht wieder aufgefüllt.

Auch in den kommenden Tagen ist er im Stadtgebiet unterwegs und kontrolliert Bäume für eine schnelle Verkehrssicherung, bringt Baumnummern an und sorgt quasi für die Sicherheit von oben auf Meißner Wegen und Straßen. Denn die Stadt hat für die Bäume auf ihren Flächen die Verkehrssicherungspflicht und muss Nutzer des öffentlichen Bereichs vor Gefahren schützen, die  von Bäumen ausgehenden könnten.

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